„Seit dem absoluten Genre-Klassiker ‚Der Exorzist‘ sind alle Exorzismusfilme mehr oder weniger gleich“, denkt ihr? Dann kennt ihr offenbar „Der letzte Exorzismus“ aus dem Jahr 2010 noch nicht. Denn obwohl bestimmte Story-Elemente und -mechanismen natürlich auch hier wieder zum Tragen kommen, bietet „Der letzte Exorzismus“ tatsächlich eine erstaunlich originelle Prämisse sowie eine ungewöhnliche Machart. Am späteren Abend könnt ihr den Supernatural-Horror im Free-TV sehen:
„Der letzte Exorzismus“ läuft am heutigen 22. Mai 2026 um 22.00 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai um 1.00 Uhr. Wer nicht so lange aufbleiben möchte und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auf Blu-ray und DVD* oder Video-on-Demand ausweichen:
Falls ihr ein Abo von Amazon Prime Video haben solltet, könnt ihr den FSK-16-Schocker unter dem obigen Link übrigens ganz ohne Aufpreis streamen. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des MovieCult-Channels* anmelden. Sofern ihr vor Ablauf des Probezeitraums nicht wieder stornieren wollt, werden im Anschluss daran 3,99 Euro pro Monat fällig.
Dokumentarisch anmutender Grusel
Horrorfilme werden fast schon so lange gemacht, wie es bewegte Bilder gibt. Da muss man sich als Regisseur schon etwas Besonderes einfallen lassen, um mit seinem Werk noch aufzufallen. Dem aus Hamburg kommenden Daniel Stamm („The Devil’s Light“) ist dies mit seinem Hollywood-Debüt, dem pseudo-dokumentarischen „Der letzte Exorzismus“, zweifellos gelungen.
Wie unser Autor Jonas Reinartz in der gute 3,5 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik analysiert, funktioniert die erste Hälfte des Films bestens als vergnüglicher Metakommentar zum Horrorgenre im Allgemeinen und dem Mockumentary-Subgenre im Besonderen. Obwohl es danach natürlich in die für Streifen dieser Art einfach unvermeidlichen Schockgefilde geht, legt das sorgfältig konstruierte Drehbuch hinreichend falsche Fährten, um sein Publikum effektiv zu verunsichern.
Sowohl das Skript als auch Stamms Inszenierung vermeiden altbekannte Hillbilly-Klischees. Stattdessen werden die Protagonist*innen und ihre Probleme verhältnismäßig sensibel gezeichnet. Auch wenn die Beteiligung von „Cabin Fever“- und „Hostel“-Macher Eli Roth als Produzent vielleicht Erwartungen in blutrünstigere Richtung schürt, wird auf derlei weitgehend verzichtet. Im Rahmen der Exorzismus-Reißer eigenen Konventionen, die formal souverän durch einen rauen Cinéma-vérité-Stil bedient werden, kommt es sogar zu einer kleinen Innovation. Die besteht darin, dass das Böse einmal selbst die Kamera hält – was bei unserem Rezensenten für „deftigen Grusel“ sorgte.
Wir wollen hier gar nicht viel mehr über die Machart und die Andersartigkeit von „Der letzte Exorzismus“ verraten, sondern allen am Thema Interessierten lieber raten, den Film einfach mal anzuschauen. Nach Meinung des Verfassers dieses Artikels funktioniert der nämlich richtig gut, indem er die Zusehenden schnell in die Geschichte und die Vorkommnisse hineinzieht. Das sprach sich damals nach Kinostart offenbar schnell unter Horrorfans herum. Denn der für die verhältnismäßig kleine Summe von nur 1,8 Millionen Dollar angefertigte „Der letzte Exorzismus“ konnte an den Kinokassen sensationell anmutende 70,2 Millionen einspielen und zählte somit zu den profitabelsten Genre-Beiträgen der 2010er.
Wer Spaß an dem Film hatte, kann danach übrigens gleich weiterschauen. Denn drei Jahre später folgte noch das Sequel „Der letzte Exorzismus: The Next Chapter“ mit unter anderem „Weapons“-Star Julia Garner und Spencer Treat Clark aus „Minority Report“ sowie einigen zurückkehrenden Darsteller*innen aus dem Erstling. Der Streifen ist zwar aktuell nicht für eine Free-TV-Ausstrahlung angekündigt, kann allerdings für ein paar wenige Euro als Video-on-Demand (oder ebenfalls über das oben erwähnte MovieCult-Abo) gestreamt werden:
Das ist die Story von "Der letzte Exorzismus"
Obwohl er selbst schon vor Jahren vom Glauben abgefallen ist, hat sich Pastor Cotton Marcus (Patrick Fabian aus „Better Call Saul“) auf Dämonenaustreibungen spezialisiert. Er sieht seine Aufgabe darin, den Betroffenen eine möglichst spektakuläre Show zu bieten, damit diese das, was sie für vermeintliche böse Mächte halten, aus ihrer Psyche herauslassen können. Zunehmend kommen Marcus jedoch Zweifel an seinem Job. Ausgelöst wurden diese durch die Nachricht, dass kürzlich bei einem von einem Kollegen durchgeführten Exorzismus ein autistisches Kind sein Leben verlor.
Marcus tut sich deshalb mit Dokumentarfilmerin Iris Reisen (Iris Bahr) und ihrem Team zusammen, die ihn bei einem finalen Einsatz begleiten sollen, um der Öffentlichkeit die Methoden seiner Profession darzulegen. Dazu finden sie sich auf dem kleinen Bauernhof von Louis Sweetzer (Louis Herthum) im ländlichen Louisiana ein. Hier wird immer wieder über Nacht auf brutale Weise Vieh abgeschlachtet und Sweetzers Tochter Nell (Ashley Bell) wacht am Morgen darauf unverletzt, aber blutüberströmt auf.
Pastor Marcus macht spontan die schwierigen Familienverhältnisse für Nells Verhalten verantwortlich. Denn vor drei Jahren verstarb ihre Mutter, und auch ihr Bruder Caleb (Caleb Landry Jones, „DogMan“) scheint dieses Erlebnis nicht gerade gut verkraftet zu haben. Marcus zieht bald darauf seine Exorzismus-Routine durch, die den gewünschten Effekt zu haben scheint. Doch nur wenig später verschlimmert sich Nells Zustand plötzlich dramatisch…
Zum Abschluss haben wir hier noch ein kurzes (drei Minuten), aber interessantes Video-Interview, das wir damals zum Kinostart mit Regisseur Daniel Stamm und seinem Produzenten Eli Roth geführt haben:
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