Mal abgesehen vom Sci-Fi-Klassiker „THX 1138“ und der Coming-of-Age-Tragikomödie „American Graffiti“ (1973) hat George Lucas ausschließlich „Star Wars“-Filme gedreht – und seine letzte Regiearbeit, „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“, liegt mittlerweile 21 Jahre zurück.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der 82-jährige Hollywood-Titan in den vergangenen zwei Jahrzehnten untätig gewesen wäre. So war er etwa als ausführender Produzent an zwei „Indiana Jones“-Abenteuern beteiligt, nachdem er den peitscheschwingenden Archäologen gemeinsam mit seinem Weggefährten Steven Spielberg Anfang der 1980er-Jahre aus der Taufe gehoben hatte. Und im Jahr 2012 widmete sich Lucas einem absoluten Herzensprojekt: dem Kriegsfilm „Red Tails“.
Im Jahr 1988 erfuhr Lucas erstmals von den sogenannten Tuskegee Airmen, einer Gruppe afroamerikanischer Militärpiloten, die während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche erfolgreiche Einsätze gegen die deutsche Luftwaffe flogen – und zugleich im segregierten Amerika massiver rassistischer Diskriminierung ausgesetzt waren. Schon damals war Lucas der Meinung, dass ihre Geschichte unbedingt den Weg ins Kino finden sollte. Doch trotz seines Namens wollte jahrzehntelang kein großes Studio den Film finanzieren.
Nachdem sowohl die „Star Wars“- als auch die „Indiana Jones“-Reihe (vorläufig) abgeschlossen waren, startete Lucas einen neuen Versuch – doch noch immer schien niemand Interesse an dem Projekt zu haben. Also nahm er die Sache selbst in die Hand: Er finanzierte „Red Tails“ weitgehend aus eigener Tasche und übergab die Regie an Serien-Routinier Anthony Hemingway („The Wire“), der mit dem Weltkriegs-Actioner seinen bisher einzigen Spielfilm inszenierte. Zudem war Lucas maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung der aufwändigen Luftkampfsequenzen beteiligt, die den zentralen Schauwert des Films bilden.
Lucas machte später keinen Hehl daraus, dass das Desinteresse sämtlicher namhafter Produktionsfirmen in seinen Augen auf Rassismus zurückzuführen war. In der „Daily Show With Jon Stewart“ gab er beispielsweise zu Protokoll: „Das liegt daran, dass es ein komplett Schwarzer Film ist. Es gibt darin keine großen weißen Rollen. […] Es ist einer der ersten Actionfilme mit vollständig Schwarzer Besetzung überhaupt.“ (via BBC)
Dass primär mit nicht-weißen Schauspieler*innen besetzte Filme an den Kinokassen nicht funktionieren, haben „Black Panther“ oder „Blood & Sinners“ längst eindrucksvoll widerlegt. „Red Tails“, in dem anderem mit Cuba Gooding Jr. und Bryan Cranston mitspielen, legte aber tatsächlich eine Bruchlandung hin: Einem Produktionsbudget von 58 Millionen US-Dollar standen Einnahmen von gerade einmal 50,4 Millionen entgegen.
Die Fachpresse wiederum reagierte verhalten auf das Helden-Spektakel – auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes fallen nur 41 Prozent aller ausgezählten Rezensionen positiv aus. Wir von FILMSTARTS vergaben damals solide 3 von 5 Sternen, wobei „Red Tails“ im Fazit unserer offiziellen Kritik als „hervorragende Zerstreuung für Fans digitaler Kriegsspiele mit Retrolook“ bezeichnet wird. Für die als reaktionär und ideologisch fragwürdig bezeichnete Kriegsbegeisterung gibt es allerdings Abzüge.
Wenn ihr übrigens wissen wollt, welches Sci-Fi-Meisterwerk in den Augen von George Lucas noch besser ist als jeder „Star Wars“-Blockbuster, dann lest direkt im folgenden Artikel weiter:
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