"Niemand wollte in diese Fußstapfen treten": Vor 29 Jahren lehnten gleich 3 (!) Star-Regisseure einen der größten Blockbuster aller Zeiten ab
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Um „Stars Wars: Episode 1“ zu realisieren, fragte George Lucas gleich bei drei Regie-Größen an. Doch alle sagten dem „Star Wars“-Erfinder ab – und ließen sich so eine einmalige Karriere-Chance entgehen. Erfahrt hier die ganze Geschichte.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass gleich drei der erfolgreichsten, zur absoluten A-Liga Hollywoods zählenden Filmemacher ein und dasselbe Projekt ablehnen. Zumal es sich um die Fortführung eines der bedeutendsten Franchises der Filmgeschichte handelte. Ein Projekt, das den Legendenstatus der angefragten Regisseure endgültig hätte sichern können. Und doch kam es anders.

Springen wir zurück in die späten 1990er-Jahre. Die Planungen für George Lucas' von Fans lang herbeigesehnter neuer „Star Wars“-Trilogie waren Anfang 1997 bereits weit vorangeschritten. Bald sollte es mit der Mega-Produktion des 115-Millionen-Dollar-Blockbusters „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ (1999) losgehen.

Auf dem Regiestuhl nahm am Ende “Star-Wars“-Erfinder Lucas selbst Platz, doch war dies eher eine unfreiwillige Entscheidung. Tatsächlich hatte der legendäre Regisseur, Produzent und Drehbuchautor („Indiana Jones“) vor, sein „intergalaktisches Erbe“ an einen anderen Filmemacher abzutreten. Zumal seine letzte eigene Regie-Arbeit zu jener Zeit bereits 20 Jahre zurücklag („Star Wars“, 1977).

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung
Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung
Starttermin 18. Mai 1999 | 2 Std. 13 Min.
Von George Lucas
Mit Liam Neeson, Ewan McGregor, Natalie Portman
Pressekritiken
3,3
User-Wertung
3,4
Filmstarts
2,5
Auf Disney+ streamen

Zemeckis, Spielberg & Howard lehnten ab

Und so versuchte Lucas ein bis zwei Jahre vor Beginn der Dreharbeiten von „Star Wars: Episode I“ drei seiner guten Freunde, allesamt gestandene Regie-Profis, zu überreden. Dazu zählten: „Zurück in die Zukunft“-Macher Robert Zemeckis, mit Steven Spielberg der „König der Blockbuster“ („E.T.“, „Jurassic Park“) schlechthin und Ron Howard.

Howard galt längst als „Regie-Wunderkind“ und „Alleskönner“, dem man quasi alle Stoffe vorlegen konnte – er würde sie zum Erfolg führen. Der damals 41-Jährige konnte bereits etliche Box-Office-Hits über alle Genres hinweg vorweisen. Darunter Fantasy-Komödien („Splash“), Action-Thriller („Backdraft“) und Weltraum-Dramen („Apollo 13“).

Doch obwohl Howard, Zemeckis und Spielberg viel Erfahrung mit Hollywood-Großprojekten hatten und ausgewiesene Kenner der Traumfabrik mit all ihren Fallstricken und Besonderheiten waren, lehnten sie Lucas‘ Offerte allesamt ab. Howard, mit dem Lucas als letztes gesprochen hatte, erinnerte sich 2015 im Podcast „Happy Sad Confused“ an den intensiven Austausch mit seinem Kollegen (via Far Out Magazin): „Er sagte mir, er habe mit Robert Zemeckis und Steven Spielberg gesprochen. Ich war der Dritte, mit dem er geredet hat. Und wir alle haben dasselbe geantwortet: ‚George, du solltest das selbst machen.‘“

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"Star Wars: Episode 1" wurde zum Mega-Hit – mit Lucas als Regisseur

Die Absagen der Top-Regisseur waren jedoch weniger ein Zeichen von Desinteresse als vielmehr ein Ausdruck von Respekt und Demut. Howard: „Ich glaube nicht, dass zu jener Zeit irgendjemand in diese Fußstapfen treten wollte. Es war eine Ehre, aber es wäre eine zu gewaltige Aufgabe gewesen.“

So blieb Lucas letztlich keine Wahl, als selbst auf den Regiestuhl zurückzukehren. Und es sollte sich auszahlen: „Episode 1“ war die unangefochtene Nummer Eins im Filmjahr 1999 und dominierte über Monate die globalen Kinocharts. Mehr noch: Nach seiner ersten Veröffentlichung (er kam u.a. 2024 zum 25-jährigen Jubiläum erneut in die Kinos) lag er auf der ewigen Bestenliste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten lange Zeit auf Rang zwei – nur geschlagen von James Camerons Katastrophenspektakel „Titanic“ (1997).

Der zweifache Oscar-Gewinner Howard („A Beautiful Mind“) sollte Jahre später aber doch noch zu „Star Wars“-Ehren gelangen. Mit seinem Space-Western-Spin-Off „Solo: A Star Wars Story“ (2020) inszenierte er das erste (und bisher einzige) Solo-Abenteuer einer der beliebtesten Figuren aus dem „Star Wars“-Kosmos. Der Film erwies sich jedoch als Flop und enttäuschte Fans sowie Kritiker. Hier erfahrt ihr die Gründe:

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