In seiner Rolle als überheblicher „Top Gun“-Pilot Iceman gelang Val Kilmer 1986 der große Durchbruch in Hollywood. In den Jahren darauf zementierten Blockbuster wie „Batman Forever“ oder „Heat“ seinen Status als einer der größten Schauspielstars der Welt. Gerade zu dieser Zeit kamen allerdings auch vermehrt Vorwürfe auf, dass Kilmer ein äußerst unbequemer Drehpartner sei.
So auch am Set des 1996er Sci-Fi-Horrorfilms „D.N.A. – Experiment des Wahnsinns“. Die Romanverfilmung, in der der von Marlon Brando gespielte Wissenschaftler Dr. Moreau auf einer einsamen Insel monströse Gestalten kreiert, ist heutzutage weitgehend in Vergessenheit geraten. Einzig Kilmer, der im Film den Assistenten des Doktors verkörpert, sorgt mit seinen damaligen Eskapaden bis heute für Gesprächsstoff: Nicht nur verkrachte sich der Schauspieler mit gleich zwei Regisseuren – er soll einem der Kameramänner sogar eine brennende Zigarette ins Gesicht gedrückt haben.
Val Kilmer verursachte einen Regie-Wechsel
Bereits bevor es zu dem berüchtigten Zigaretten-Vorfall kam, verscherzte es sich Kilmer laut Berichten von ScreenRant mit einigen seiner Kollegen am „D.N.A.“-Set. So fiel er mehrfach negativ auf, weil er etwa seine Umkleide nicht verließ oder Regieanweisungen missachtete. Zurückzuführen war dieses Verhalten aller Wahrscheinlichkeit nach auf die kurz vor Drehbeginn zerbrochene Ehe mit seiner damaligen Frau Joanne Whalley, mit der er zuvor gemeinsam für den Fantasy-Hit „Willow“ vor der Kamera gestanden hatte.
Unter Kilmers Launen musste gleich zum Drehstart auch der ursprüngliche Regisseur des Films leiden, der damals noch unerfahrene Richard Stanley („Die Farbe aus dem All“). Dieser hatte bereits jahrelang Herzblut in das Drehbuch und die Vorbereitungen des Films gesteckt, wurde aber bereits nach wenigen Drehtagen vom Studio gefeuert – wohl mitunter deshalb, weil er Kilmers unvorhersehbares Verhalten nicht im Zaum halten konnte.
Das ist nicht der echte Val Kilmer! Seht hier den Trailer für den Film, in dem der verstorbene Star mit KI "wiederbelebt" wirdDoch auch Stanleys Ersatz konnte die Situation nicht bessern: Das Studio stellte den etablierten Regisseur John Frankenheimer („Ronin“) ein, um am Set für Ordnung zu sorgen – ein strikter Filmemacher der alten Schule, der seinen Darstellern kaum Spielraum für Improvisationen ließ. Kein Wunder also, dass die Gemüter zwischen ihm und dem eigensinnigen Kilmer regelmäßig hochkochten.
Einmal filmte Kilmer eines ihrer vielen Wortgefechte sogar auf Videoband mit – ein Mitschnitt davon ist in der Doku „Val Kilmer - Ein Leben zwischen ‚Top Gun‘ und ‚The Doors‘“ zu sehen. Darin befiehlt ihm Frankenheimer immer wieder scharf: „Mach die Kamera aus!“, was der Schauspieler jedoch trotzig verweigert. Zum Drehende war das Verhältnis zwischen den beiden so zerrüttet, dass der Regisseur nach Kilmers letzter Szene laut IMDb gerufen haben soll: „Cut! Jetzt schafft mir diesen Mistkerl vom Set!“ Direkt im Anschluss habe er den Star sogar durch die Security vom Gelände eskortieren lassen.
Der Zigaretten-Vorfall
Kilmers schlimmste Ausschreitung während des „D.N.A.“-Drehs bekam allerdings kein Regisseur zu spüren, sondern einer der Kameramänner. Um wen genau es sich dabei handelte, wurde nie bestätigt. Über den Vorfall selbst berichtete jedoch Filmproduzent Tim Zinnemann: „Val neckte den Kerl gewissermaßen mit der Spitze seiner Zigarette und brannte ihm den Kotelettenbart ab.“
Kilmer selbst behauptete nachträglich, es habe sich dabei lediglich um einen Streich gehandelt, der mächtig schiefgelaufen war. Ein anonymer Zeuge des Vorfalls erklärte laut Far Out Magazine jedoch, Kilmer habe genau gewusst, was er tue: „Er hat nicht herumgescherzt. Es war Absicht. Immerhin hat er sich später bei der Crew entschuldigt.“
All das Drama hinter den Kulissen resultierte wenig überraschend in einem Film, der sowohl an der Kinokasse als auch bei der Kritik gnadenlos durchfiel (für den Anti-Preis „Goldene Himbeere“ gab es gleich sechs Nominierungen). Immerhin: Während zwischen Kilmer und Frankenheimer bis an ihr Lebensende böses Blut herrschte, versöhnte sich der Schauspieler direkt im Anschluss an die Dreharbeiten wieder mit dem ursprünglichen „D.N.A.“-Regisseur Stanley.
Übrigens sorgte auch Tom Hanks während des Drehs einer Hit-Komödie dafür, dass der Regisseur gefeuert wurde – und das nur wegen eines vermeintlich harmlosen Witzes:
"Die Dogge hat sich mit mir angefreundet, der Star nicht": Regisseur packt über Streit mit Tom Hanks aus, der ihm seinen Job kosteteUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.