"Wir haben uns lange Zeit gehasst": Vor 40 Jahren brauchte Jeremy Irons eine Weile, um sich mit dieser Kino-Legende zu verstehen
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Im Jahr 1986 kam das Historien-Epos „Mission“ ins Kino – mit Jeremy Irons und einer Hollywood-Ikone in den Hauptrollen. Dabei krachte es nicht nur im Film, sondern auch hinter den Kulissen...

Vor ziemlich genau 40 Jahren brachte Regisseur Roland Joffé seinen Film „Mission“ auf die Leinwand. Das bildgewaltige Historien-Abenteuer floppte an den Kinokassen, konnte aber sieben Oscar-Nominierungen einheimsen (eine Goldstatue gab es für die Kamera), und beim Cannes Filmfestival gewann es die Goldene Palme. Mittlerweile gilt „Mission“ als Klassiker.

Im Zentrum des Films steht der Konflikt zwischen dem ehemaligen Sklavenhändler und Söldner Rodrigo Mendoza (Robert De Niro) und dem Jesuitenpater Gabriel (Jeremy Irons). Während Mendoza nach persönlicher Erlösung sucht, will Gabriel die indigene Bevölkerung Südamerikas missionieren.

Mission
Mission
Starttermin 8. Januar 1987 | 2 Std. 05 Min.
Von Roland Joffé
Mit Robert De Niro, Jeremy Irons, Ray McAnally
User-Wertung
3,1

Auch hinter den Kulissen kam es dabei zu Spannungen zwischen den beiden Stars. „Wir haben uns lange Zeit gehasst“, verriet Irons einmal in einem Fernsehinterview (via AlloCiné). „Naja, eigentlich hat eher er mich gehasst, glaube ich. Er wollte jemand völlig anderen für [meine Rolle], jemand älteren [...] Er wollte wirklich nicht, dass ich dabei bin, und das war mir bewusst.“

Der heute 77-Jährige erläuterte im Anschluss etwas genauer, woran er merkte, dass er nicht sonderlich hoch in der Gunst seines berühmten Co-Stars stand: „In der ersten Drehwoche haben wir kaum miteinander gesprochen, obwohl wir gemeinsame Szenen hatten. [...] Aber ich denke, Bob [De Niro] hat das genutzt, denn unsere Figuren hassten sich tatsächlich oder verstanden sich zumindest nicht. Er arbeitet nach der Method-Acting-Methode, und er hat diese Spannung bewusst eingesetzt. Und Roland Joffé, der Regisseur, ließ ihn gewähren.“

Ein Streit und eine gute Portion Pasta sorgten für Frieden zwischen Irons und De Niro

Dem Film mag De Niros offen zur Schau gestellte Abneigung zugutegekommen sein – doch irgendwann hatte sich so viel schlechte Stimmung angestaut, dass ein großer Knall unvermeidlich war. „Etwa zur Hälfte der Dreharbeiten hatten wir einen riesigen Streit“, berichtet Irons. „Ich erinnere mich: Das war in einem Bus. Wir haben uns angeschrien, beleidigt und uns gegenseitig die Wahrheit gesagt. Danach war die Spannung verschwunden.“

Der Brite fuhr fort: „Als wir später ins Basislager zurückkehrten – wir drehten damals in Kolumbien –, hatten unsere Partnerinnen davon erfahren und beschlossen: ‚Okay, wir brauchen Pasta, Pasta, ganz viel Pasta.‘ Sie kochten ein unglaubliches Essen. Bob und ich kamen abends zurück, und wir verbrachten einen fantastischen Abend zusammen, der unsere Beziehung endgültig gefestigt hat.“

Das anschließende Resümee des Schauspielers: „Ich habe immer gedacht, dass man jemanden erst wirklich kennt, wenn man einmal einen heftigen Streit mit ihm hatte und gemeinsam darüber hinweggekommen ist. Vorher fühle ich mich mit Menschen nie ganz wohl.“

Ob es auch zwischen Joaquin Phoenix und Robert De Niro später zur großen Aussprache gekommen ist? Beim „Joker“-Dreh flogen zwischen den beiden nämlich ebenfalls die Fetzen. Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Anspannung hinter den "Joker"-Kulissen: Darum gab es Ärger zwischen Robert De Niro und Joaquin Phoenix

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Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.

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