Im Januar feierte „I Want Your Sex“ seine Weltpremiere auf dem Filmfestival in Sundance und schlug direkt wie eine Bombe ein. Nicht nur wir, sondern Cinephile aus aller Welt warten seitdem gespannt auf den Film. Bald gibt es ihn zumindest in den USA regulär zu sehen. „I Want Your Sex“ startet dort am 31. Juli 2026 in den Kinos. Einen deutschen Termin gibt es aktuell aber noch nicht.
Mit dem ersten Teaser-Trailer wird die Vorfreude jetzt trotzdem schon einmal weiter angestachelt. Doch warum freuen wir uns so sehr auf diesen Film? Das liegt zum einen daran, dass es das Comeback von Kult-Regisseur Gregg Araki nach über zehn Jahren Kino-Pause ist. Zum anderen sind die Stimmen bisher stark.
"Sexy, hinterhältig, grausam": Das sagt die Kritik zu "I Want Your Sex"
Sensationelle 89 Prozent der bisher veröffentlichten Kritiken auf Rotten Tomatoes sind positiv. Gelobt wird unter anderem das Schauspielduo in den Hauptrollen. Olivia Wilde („Tron: Legacy“) sei großartig als eine dominante, manipulative Künstlerin: „Sexy, hinterhältig, grausam, aber auch betörend – es ist die Art von Rolle, die jemand wie Sharon Stone in den Neunzigern gespielt hätte“, schreibt Chris Bumbray bei JoBlo. Die Schauspielerin sei „ein Volltreffer in einer der schlüpfristen Rollen, die sie je spielen durfte“.
Cooper Hoffman („The Long Walk - Todesmarsch“) überzeuge daneben als unschuldige, fast verloren wirkende Muse. Das Duo habe eine großartige Chemie, dazu bereichert den Cast, dem auch Chase Sui Wonders, Pop-Superstar Charli XCX sowie Daveed Diggs („Hamilton“) als Szenendieb angehören.
„I Want Your Sex“ sei deswegen eine großartige Satire auf die Gen Z (die von 1995 bis 2010 Geborenen) und ihren Sex-Unwillen: Als „Aufruf an die heutige Jugend, von ihren Bildschirmen wegzukommen, das Haus zu verlassen und flachgelegt zu werden“, beschreibt Robert Daniels bei RogerEbert.com den Film in seiner Kritik und hat es damit auch direkt auf das jetzt gemeinsam mit dem kurzen Teaser-Trailer veröffentlichte und am Ende dieses Artikels eingebundene Poster zum Film geschafft.
(Alb-)Traumjob Sex-Spielzeug: Das ist die Story von "I Want Your Sex"
Der kurze Teaser-Trailer verrät kaum etwas über die Story, doch dank der Kritiken wissen wir natürlich schon eine Menge dazu. Im Mittelpunkt steht der junge, ziellos durch sein Leben treibende Elliot (Cooper Hoffman). Überraschend ergattert er einen Job bei der berühmten und provokanten Künstlerin Erika Tracy (Olivia Wilde). Als die rund 20 Jahre ältere Frau ihn bittet, ihre „sexuelle Muse“ zu werden, ist er sofort begeistert – auch wenn sie von ihm totale Unterwerfung verlangt.
Doch nur zu Beginn glaubt Elliot, als menschliches Spielzeug in den ständigen erotischen Abenteuern mit seiner gutaussehenden Chefin einen Traum zu leben. Bald wird er immer tiefer in Erikas Welt aus Machtspielen, Obsession und künstlerischer Manipulation hineingezogen. Was als sexuelles Abenteuer beginnt, entwickelt sich zu einem gefährlichen Spiel um Kontrolle, Verrat und – möglicherweise – Mord.
Der Meist der Dayglo-Farben: Das ist Gregg Araki
Dass sich der Autor dieser Zeilen wie viele Filmfans in aller Welt so auf die Mischung aus Erotik-Thriller, Screwball-Komödie und Satire auf die Kunstwelt freut, hat wie gesagt auch viel mit dem Filmemacher dahinter zu tun: Gregg Araki. Seit über zehn Jahren war es auf der Leinwand sehr still um einen der prägendsten Pioniere des New Queer Cinema der 1990er Jahre. Der Filmemacher, der wie kein zweiter einen kompromisslosen, oft nihilistischen Stil und Pop-Art-Ästhetik verbindet, dabei von Themen wie jugendlicher Entfremdung, Sexualität und gesellschaftlicher Ausgrenzung erzählt, machte nämlich über ein Jahrzehnt nur TV-Arbeiten, nachdem 2014 sein Werk „Wie ein weißer Vogel im Schneesturm“ floppte.
Für Netflix-Hits wie „Tote Mädchen lügen nicht“ oder zuletzt „Monster“ inszenierte er in den vergangenen Jahren als Auftragsregisseur Episoden, konnte da aber natürlich nicht seine ikonische Inszenierung mit Bildern in knalligen sogenannten „Dayglo“-Farben einbringen. Eine Ausnahme bildete die komplett von ihm selbst verantwortete, in Deutschland bei Starzplay 2019 ziemlich unter dem Radar gelaufene Serie „Now Apocalypse“.
Viele Kinofans bedauern es, dass Araki der Leinwand so lang fernblieb – auch der Autor dieser Zeilen, für den das Drama „Mysterious Skin“ (4,5 Sterne auf FILMSTARTS.de) mit Joseph Gordon-Levitt immer noch einer der besten und berührendsten Filme der vergangenen 25 Jahre ist. Mit dem bewies Araki zudem nach seiner chaotisch-überdrehten sogenannten „Teenage Apocalypse Trilogy“, dass er auch große emotionale und ernsthafte Themen beherrscht. Jetzt ist der Indie-Filmemacher endlich zurück im Kino. Hoffen wir mal, dass „I Want Your Sex“ bald auch seinen Weg nach Deutschland findet. Zum Abschluss gibt es wie versprochen noch das Poster:
Magnolia Pictures
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