Zwischen all den zahlreichen Neuerscheinungen, die sich bei den gängigen Streaming-Anbietern tummeln, finden sich auch immer wieder cineastische Evergreens. Vor allem Amazon Prime Video holt sich gerne zeitlose Klassiker ins Portfolio, die trotz mehrerer Dekaden auf dem Buckel nichts von ihrer Bedeutsamkeit verloren haben.
Grund genug, um dieses Mal mit unserem wöchentlichen Filmtipp-Dreierpack ebenjene Werke zu ehren und euch für eine (wiederholte) Sichtung zu empfehlen. Jeder der folgenden drei Kultstreifen ist über 55 Jahre alt und lässt sich mit einem Prime-Abo aktuell ohne Aufpreis streamen. Viel Spaß bei der filmischen Zeitreise!
"Das Appartement" (1960)
Fünf Oscars gewann Billy Wilders Tragikomödie „Das Appartement“ im Jahr 1961 (u. a. als bester Film) und wenn man dieses clever-charmante Werk sieht, weiß man auch sofort, warum. Leichtfüßig und schwungvoll führt die Regielegende durch die Geschichte des gutherzigen Angestellten C.C. Baxter (Jack Lemmon), der sich Hals über Kopf in die Fahrstuhldame Fran Kubelik (Shirley MacLaine) verliebt – die aber ausgerechnet eine Affäre mit seinem Chef hat, für dessen Schäferstündchen Baxter sein titelgebendes Appartement zur Verfügung stellt.
Der Schwarzweiß-Film gibt sich jedoch nicht damit zufrieden, bloß als pointenreiche Screwball-Comedy zu funktionieren. „Das Appartement“ ist zugleich auch eine sozialkritische Satire auf die US-Klassengesellschaft, die von bittersüßer Melancholie und unterschwelliger Dramatik durchzogen ist.
Der grandiose Jack Lemmon („Manche mögen’s heiß“) liefert als liebestoller Außenseiter eine gleichermaßen urkomische wie zu Herzen gehende Performance ab. Ihm gegenüber steht die absolut zauberhafte Shirley MacLaine („Zeit der Zärtlichkeit“), die hinter dem verschmitzten Charisma ihres Charakters eine zutiefst labile Persönlichkeit sichtbar macht. Gerade Wilders Verzicht auf kitschige Liebesszenen lässt die ambivalente Beziehung der beiden Figuren umso romantischer wirken. Ein fabelhafter Film!
"Wege zum Ruhm" (1957)
Im Schaffen von Meisterregisseur Stanley Kubrick („Uhrwerk Orange“) finden sich derart viele visionäre Meilensteine, dass eines seiner besten Frühwerke manchmal hinten herunterfällt: Die Rede ist von „Wege zum Ruhm“, einem Anti-Kriegsdrama, dessen markerschütternde Wirkung bis heute nicht nachgelassen hat.
Es geht darin um den französischen Kommandanten Dax (Kirk Douglas), der drei seiner Soldaten vor einem Kriegsgericht verteidigt, die als Sündenböcke für ein an der Front verweigertes Selbstmordkommando dienen und hingerichtet werden sollen. Mit aller Macht kämpft der Colonel in einem aussichtslosen Schauprozess um das Leben der unschuldigen Männer – und erfährt dabei eine skrupellose Unmenschlichkeit im Gerichtssaal, die der auf dem Schlachtfeld in kaum etwas nachsteht.
„Wege zum Ruhm“ ist ein enorm fesselndes und prägnant gefilmtes Plädoyer für Humanismus, das den Schrecken des Ersten Weltkrieges in verschiedenen Facetten einfängt: So stellt Kubrick den eindringlichen und geradezu klaustrophobisch anmutenden Szenen in den Schützengräben das opulente Setting der Schlossanlage gegenüber, in dem die empathielosen Befehlshaber über das Schicksal ihrer Soldaten verhandeln. Ein schockierender Kontrast, der sich ins Gedächtnis brennt und den späteren inszenatorischen Perfektionismus des Regisseurs bereits erahnen lässt.
"Asphalt-Cowboy" (1969)
Als einer der markantesten Vertreter der New-Hollywood-Ära veränderte „Asphalt-Cowboy“ die Traumfabrik nachhaltig. Der Archetyp des klassischen Helden hatte ausgedient und wurde durch ambivalente und verletzliche Protagonisten ersetzt. Das mit drei Oscars prämiertes Großstadt-Drama von John Schlesinger („Der Marathon-Mann“) ist ein Musterbeispiel für diese filmhistorische Periode, rückt er doch zwei Männer in den Fokus, die gnadenlos am American Dream zerschellen.
Dabei handelt es sich um den verwahrlosten Kleinganoven Rizzo (Dustin Hoffman) und den hoffnungslos naiven Möchtegern-Gigolo Buck (Jon Voight), die trotz ihrer Ungleichheit Freundschaft schließen und sich planlos durch New York treiben lassen. Das ist in manchen Momenten absurd komisch, oftmals tieftraurig und desillusionierend, aber zu jeder Zeit faszinierend anzusehen.
Wenn die beiden kaputten Seelen zu den Klängen des ikonischen Songs „Everybody’s Talkin’“ von Harry Nilsson durch die Straßen des Big Apple streifen, kann man die komplexe Gefühlsmischung aus Schwermut und Sehnsucht regelrecht nachempfinden. Was Voight und vor allem Hoffman darüber hinaus darstellerisch leisten, ist einfach nur famos und zeigt, weshalb die beiden später zu den größten Filmstars Hollywoods gehörten.
Was euch außerdem diesen Monat an Neuheiten im Prime-Video-Abo erwartet, erfahrt ihr in unserer großen Übersicht:
Neu auf Amazon Prime Video im Juni 2026: Ein Tarantino-Meisterwerk, Sci-Fi-Bombast & Action mit Tom Cruise, Liam Neeson und Brad PittUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
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