Christopher Nolan, John Huston, Brian De Palma: Nur eine kleine Auswahl jener großer Filmemacher, mit denen Schauspiel-Ikone Michael Caine zusammengearbeitet hat. Der zweifache britische Oscar-Preisträger drehte mit diesen legendären Regisseuren sowohl kleinere, anspruchsvolle Arthouse-Perlen („Rita will es wissen“) als auch Mainstream-Produktionen für ein Massenpublikum („Batman Begins“).
Zu erstgenannten Werken gehört fraglos die Theaterverfilmung „Mord mit kleinen Fehlern“ (OT: „Sleuth“). Der Kammerspiel-artige, schwarzhumorige Thriller von 1972 zählt zu den unbekannteren Arbeiten im Schaffen Caines und ist heute weitestgehend vergessen – trotz zahlreicher Filmpreise und einhelliger Kritiker-Zustimmung (90 Prozent bei Rotten Tomatoes). Bei Caine selbst ist „Mord mit kleinen Fehlern“ hingegen in besonderer Erinnerung geblieben. Und das liegt in erster Linie an der Brillanz und besonderen Art des Regisseurs.
Darum geht's in "Mord mit kleinen Fehlern"
Der Film basiert auf dem gleichnamigen, mit dem Tony-Award prämierten Theaterstück von Anthony Shaffer. Darin lädt der alternde, exzentrische Krimiautor Andrew Wyke (Laurence Olivier) den Friseur Milo Tindle (Michael Caine) in sein abgelegenes, mit skurrilen Automaten und technischen Spielzeugen vollgestopftes Herrenhaus ein. Heikel: Der junge, attraktive Tindle ist der Liebhaber von Wykes Frau. Dieser bietet seinem Konkurrenten seine Frau an – wenn er als Gegenzug bei ihm einbricht und teuer versicherten Schmuck stiehlt. Wykes Ziel: Das Versicherungsgeld soll ihm und seiner Mätresse einen unbeschwerten Lebensabend sichern.
„Mord mit kleinen Fehlern“ ist ein außergewöhnlicher Zwei-Personen-Theaterkrimi, in dem sich Caine und der unsterbliche Laurence Olivier („Hamlet“, „Stolz und Vorurteil“) ein intensives – psychologisches – Schauspielduell liefern. Regie führte der für seine Gesellschaftssatiren und Dramedys bekannte Joseph L. Mankiewicz.
Dem zweifach oscarprämierten Regisseur („Ein Brief an drei Frauen“, „Alles über Eva“) gelang es, zwei ebenso herausragende wie eigenwillige britische Charakterdarsteller zu Höchstleistungen anzutreiben. Caine betonte, dass Mankiewicz ihm geholfen habe, neben der Theater-Legende Laurence Olivier zu „bestehen“ – und auf Augenhöhe mit dem vierfachen Oscar-Gewinner zu spielen.
Selbst wenn Mankiewicz' Art und seine hohen Anforderungen herausfordernd waren. Caine: „Er gehört zu den Regisseuren, die nichts sagen, wenn sie mit einer Szene zufrieden sind. Aber wenn er anfängt, Fragen zu stellen ist Vorsicht geboten – dann weißt du, dass es noch nicht gut genug war“ (via Far Out Magazine).
Dennoch habe Mankiewicz ihm derart unterstützend zur Seite gestanden, dass er sich neben Olivier nicht im Geringsten eingeschüchtert fühlte. „Er hilft dir so lange, bis du deinen kreativen Rhythmus wieder gefunden hast“, sagte Caine. Der Regisseur habe von seinen Darstellern aber gleichzeitig stete Offenheit eingefordert. „Mankiewicz verlangte diese Wandlungsfähigkeit, um die darstellerischen Fähigkeiten immer wieder neu anzupassen – bis zur letzten Aufnahme. Er ist verdammt großartig.“ Übrigens: 2007 spielte Michael Caine neben Jude Law auch im Remake „1 Mord für 2“ mit, wobei er diesmal die Rolle des Andrew Wyke übernahm.
Michael Caine durfte in seiner langen Laufbahn nicht nur mit den besten Regisseuren aller Zeiten arbeiten – er stand auch mit etlichen Schauspiel-Ikonen vor der Kamera. In einem seiner bekanntesten Kassenhits aus den 70er-Jahren spielte er an der Seite der größten Stars jener Zeit:
Dieses mit haufenweise Superstars besetzte 3-Stunden-Kriegsfilm-Epos war ein gewaltiges Risiko: Die Produktion dauerte 2 Jahre*Bei dem Link handelt es sich um einen sogenannte Affiliate-Link. Beim Kauf über diesen Link oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.