"Es wäre die Rolle meiner Karriere gewesen": Uma Thurman trauert bis heute einem potenziellen Kriegsfilm-Meisterwerk hinterher – sie hatte schon unterschrieben!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Anfang der 1990er-Jahre hatte Uma Thurman die Chance, mit einem der größten Regisseure aller Zeiten zu arbeiten. Doch ein Meisterwerk von Steven Spielberg kam ihr in die Quere...

Studiocanal

Wer an Uma Thurman denkt, hat natürlich vor allem ihre beiden legendären Zusammenarbeiten mit Quentin Tarantino im Kopf: „Pulp Fiction“ und „Kill Bill“. Doch die heute 56-Jährige hat darüber hinaus noch mit einer ganzen Reihe weiterer namhafter Regisseure zusammengearbeitet. Eine Auswahl: Stephen Frears („Gefährliche Liebschaften“), Terry Gilliam („Die Abenteuer des Baron Münchhausen“), Gus Van Sant („Even Cowgirls Get The Blues“), Richard Linklater („Tape“), John Woo („Paycheck – Die Abrechnung“), Lars von Trier („The House That Jack Built“).

Wie bei jedem Hollywood-Star findet sich allerdings auch in der Karriere von Uma Thurman so manche verpasste Chance wieder. So lehnte sie bekanntermaßen eine Rolle in Peter Jacksons monumentaler „Herr der Ringe“-Trilogie ab – und bereute diese Entscheidung später öffentlich. Zudem stand Thurman auch einmal kurz davor, in einem Film des 1999 verstorbenen Regie-Giganten Stanley Kubrick („2001: Odyssee im Weltraum“, „Shining“) mitzuwirken. Dass es nicht dazu kam, war anders als bei der Mittelerde-Saga allerdings nicht ihre Schuld...

Uma Thurman sollte in Kriegsfilm von Stanley Kubrick mitspielen

„Ich sollte einen Film mit [Kubrick] drehen. Lange Zeit war ich dafür eingeplant“, gab die „Batman & Robin“-Darstellerin in einem Interview mit MTV zu Protokoll (via Far Out Magazine). „Ich hatte bereits einen Vertrag unterschrieben, aber dann kam einiges dazwischen, und er legte das Projekt auf Eis. Den Film hat er nie gemacht.“

Anfang der 1990er-Jahre plante Kubrick, den Weltkriegs-Roman „Wartime Lies“ von Louis Begley auf die Leinwand zu bringen. Im Mittelpunkt des Buches stehen ein jüdischer Junge und seiner Tante, die sich als Katholiken ausgeben, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entkommen.

Kubrick stellte das Projekt ein – und schuld war Steven Spielberg!

Die Pläne für den Film, der den Titel „Aryan Papers“ tragen sollte, waren schon recht weit fortgeschritten – doch dann erfuhr Kubrick, dass gerade die Produktion zu einem weiteren Großprojekt über den Holocaust begonnen hatte: Steven SpielbergsSchindlers Liste“. Vor diesem Hintergrund stellte der „Uhrwerk Orange“-Macher seine Arbeit an dem Werk ein und widmete sich stattdessen einem völlig anderen Stoff: einer Adaption von Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“. Das daraus entstandene Erotikdrama „Eyes Wide Shut“ sollte seine letzte Regiearbeit bleiben.

Für Thurman, die damals noch am Anfang ihrer Karriere stand, war das Scheitern von „Aryan Papers“ eine besonders herbe Enttäuschung – schließlich handelte es sich bei Kubrick um eine lebende Legende, mit der trotz ihres berüchtigten Perfektionismus wohl jeder Schauspieler beziehungsweise jede Schauspielerin gern einmal zusammengearbeitet hätte. Zudem schien es sich bei der Literaturverfilmung um ein besonders vielversprechendes Projekt gehandelt zu haben.

„Es war niederschmetternd, weil es eine unglaubliche Rolle war“, so Thurman. „Es wäre die Rolle meiner Karriere gewesen – die beste Rolle, die mir jemals angeboten wurde, die jemals für mich geschrieben wurde oder überhaupt denkbar war.“

Den Film und Thurmans Performance hätten wir natürlich nur zu gern gesehen! Genau wie ein regelrechtes Mammutwerk mit Arnold Schwarzenegger, das ebenfalls nie zustandekam:

"Es sollte der größte Film aller Zeiten werden": Dieses 100-Millionen-Dollar-Epos mit Arnold Schwarzenegger werden wir niemals sehen

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