Liebt sie oder hasst sie: Heute Abend läuft die Rückkehr einer legendären Kultfigur im TV!
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Es ist die Paraderolle schlechthin für das britische Comedy-Talent Rowan Atkinson: Mr. Bean ist ein Missgeschick auf zwei Beinen und machte eine kurzlebige Slapstick-Serie zu einem globalen Phänomen. Heute läuft Beans letzter Kinofilm im Free-TV!

Wenn eine oftmals Kauderwelsch brabbelnde Figur obendrein ein unberechenbarer, ungeschickter Kindskopf ist, lässt es sich nicht vermeiden: Sie ist „Lieb' sie oder hass' sie“-Material – aber das macht sie auf jeden Fall denkwürdig! Und wohl keine Figur aus den 1990ern passt so perfekt in diese Sparte wie Mr. Bean: Rowan Atkinsons Paraderolle ruft entweder einen ungesunden Puls hervor, oder aber sie sorgt für gewaltige Lachkrämpfe.

Dass die ursprüngliche „Mr. Bean“-Serie bloß 15 Folgen umfasst, mag man angesichts dessen, wie enorm die Strahlkraft dieses globalen TV-Phänomens bis heute ist, kaum glauben. Auch nicht, dass der zweite und finale Kinoauftritt des Chaoten bereits 19 Jahre zurückliegt. Und der spaltete wohl ähnlich wie die Figur an sich:

Mr. Bean macht Ferien“ ist wahlweise eine gewaltige Enttäuschung, die es nicht schafft „an die Grandesse der TV-Serie anzuknüpfen“, wie FILMSTARTS-Autorin Alina Bacher in ihrer Kritik urteilte, oder aber eine von Beans größten Stunden, wie es der Verfasser dieses TV-Tipps sieht. Falls ihr noch entscheiden müsst, wo ihr euch in dieser Debatte einreiht: Der rbb zeigt „Mr. Bean macht Ferien“ heute, am 2. Juli 2026, ab 20.15 Uhr. Zudem ist der Film unter anderem bei Amazon Prime Video als VOD verfügbar.

Falls ihr ALLSTARS als Prime Video Channel* abonniert habt, könnt ihr „Mr. Bean macht Ferien“ sogar ohne Zusatzkosten abrufen.

Darum geht es in "Mr. Bean macht Ferien"

Mister Bean (Rowan Atkinson) hat das große Los gezogen und darf mit einer neuen Videokamera nach Cannes reisen. Während seiner Zugfahrt in den Süden Frankreichs stößt der Tollpatsch und Allround-Laie wiederholt mit der lokalen Kultur zusammen. Noch dazu sorgt Bean versehentlich dafür, dass der russische Filmemacher Emil (Karel Roden), der zur Jury beim Filmfestival von Cannes gehört, seinen Zug verpasst und von seinem Sohn Stepan (Max Baldry) getrennt wird.

Beans Versuche, Stepan mit seinem Vater wieder zu vereinen, schlagen immer wieder fehl – und letztlich wird auch Bean von Stepan getrennt. Und dann sabotiert Bean obendrein unbeabsichtigt den pompösen, neuen Werbespot des angesehenen Regisseurs Carson Clay (Willem Dafoe). Kann das geduldige Starlet Sabine (Emma de Caunes) dem glücklosen Urlauber helfen – oder wird Bean nur noch mehr Trubel stiften?

Ganz famos verantwortungslos

Die BBFC, das britische Pendant zur FSK, erläuterte ihren Entschluss, „Mr. Bean macht Ferien“ Kindern nicht uneingeschränkt freizugeben, mit einem Jugendschutzurteil für die Ewigkeit: Sie legte elterliche Begleitung nahe, weil der Film „verantwortungsloses Verhalten beinhaltet“. Besser lässt sich die beherzte Blödelei von „Little Britain“-Regisseur Steve Bendelack kaum zusammenfassen:

Bean bekommt eine widerlich anmutende Portion Meeresfrüchte aufgetischt, traut sich nicht, die vermeintliche Delikatesse zurückgehen zu lassen, und schüttet sie einer Fremden in die Handtasche. Aus den Augen, aus dem Sinn. Er will rasch seine Videokamera laden, also nutzt er, was herumliegt – nicht seine Aufgabe, sicherzustellen, dass dies keine Explosion verursacht! Eine freundliche Französin ist während einer Film-Weltpremiere geknickt, also macht Bean sich ihr Wohlbefinden zur Herzensaufgabe – cinephiler Event-Ehrenkodex sei verdammt!

Das sind unter Bendelacks kurios-verträumter Regieführung in den Augen enttäuschter „Mr. Bean“-Fans vielleicht harmlos-müde Lacher, in meinen Augen entwickeln sie aber in ihrer Summe eine größere, stärkere Wirkung: Im Gegensatz zu „Bean - Der ultimative Katastrophenfilm“ von 1997, der sich ausgiebig darauf fokussiert, wie sehr Beans Lieblingsopfer-wider-Willen nach Realweltlogik vollauf nachvollziehbaren Zorn auf den Titelhelden entwickelt, hat diese Komödie bloß vagen Bezug zur Realität.

Wie einige der besten „Mr. Bean“-Folgen, so rückt auch dieser kurvige Trip durch ein sommerliches Frankreich näher an die Wahrnehmung seiner Titelfigur – und generiert Witz dadurch, wie sich dies mit den sanften Erinnerungen an die Wirklichkeit reibt. Insofern macht hier nicht nur Mr. Bean Ferien, sondern auch sein Publikum: Mit Zug, Knutschkugel-Auto und Scooter reisen wir in ein Bean-eskes Frankreich, das Film liebt, Gelassenheit (bestmöglich) lebt und intellektuelle Verwunderung atmet. Da will man doch am liebsten absurd-lustige Kunstfilme schauen und anschließend Chansons singend den Strand erstürmen – c'est la vie, et la vie est belle!

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.
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