Heute im TV: Explosives Actionkino aus den 1990ern mit gleich drei Oscargewinnern!
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Am Abend läuft ein erstklassig besetzter und gefilmter Terror-Thriller im Free-TV, den viel zu wenige Actionfans kennen. Warum es sich lohnt, für „Explosiv - Blown Away“ einzuschalten, legt euch FILMSTARTS-Autor Oliver Kube nach dem Trailer dar.

Kinofans, die einen 1994 erschienenen, mit großen Stars besetzten Hollywood-Thriller nennen sollen, in dem eine Stadt von einem mit Sprengsätzen hantierenden Psychopathen terrorisiert wird, dürften wohl zu 99 Prozent mit „Speed“ antworten. Doch es gab noch einen zweiten solchen Streifen, der jedoch schnell in Vergessenheit geriet. Das allerdings zu Unrecht, wie ihr zur Primetime im Free-TV feststellen könnt:

Explosiv - Blown Away“ läuft am heutigen 9. Juli 2026 um 20.15 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt noch in derselben Nacht um 2.40 Uhr. Alternativ könnt ihr ihn aktuell ohne Aufpreis im Rahmen eures Flatrate-Abos bei Amazon Prime Video streamen. Wer dort kein Abo hat, kann für ein paar wenige Euro auf ein Video-on-Demand ausweichen:

8.000 zerdepperte Fenster

Den Wettlauf mit „Speed“ hat „Explosiv - Blown Away“ im Sommer 1994 klar verloren. Denn nicht nur kam der kultige Kracher mit Keanu Reeves und Sandra Bullock bereits drei Wochen früher in die US-Kinos, er spielte dort auch weit mehr Geld ein als der Thriller von „Der Geist und die Dunkelheit“-Regisseur Stephen Hopkins.

Ein geringeres Box-Office-Ergebnis heißt natürlich nicht automatisch, dass der Film deshalb schlechter gewesen wäre – er war nur deutlich anders. Das fing schon damit an, dass der Cast von „Explosiv“ anstelle der damals ein klar jüngeres Publikum ansprechenden Reeves und Bullock von den doch etwas gesetzteren Jeff Bridges („Crazy Heart“) und Tommy Lee Jones („Auf der Flucht“) angeführt wird.

Dazu kommt, dass es hier auch in Bezug auf die Handlung ernster und psychologischer zugeht. Klar, ein Irrer, der mitten in einer Großstadt einen Bus in die Luft jagen will, ist nicht wirklich witzig. Aber „Speed“ weist dennoch einen höheren Popcorn-Faktor als sein „kleiner Bruder“ auf, der eher charakterbezogen und tiefsinniger zur Sache geht. Und das, obwohl auch letzterer jede Menge Action in Form von Explosionen und Spannung beim Aufbau sowie der Auflösung seiner Story zu bieten hat.

Explosiv - Blown Away
Explosiv - Blown Away
Starttermin 8. September 1994 | 2 Std. 01 Min.
Von Stephen Hopkins
Mit Jeff Bridges, Tommy Lee Jones, Lloyd Bridges
User-Wertung
3,5
Im Stream

Die effektive Inszenierung bietet Tempo und reichlich Schauwerte. Die Explosion auf einem Schiffswrack im Bostoner Hafen beispielsweise wurde nicht mit Hilfe von Spezialeffekt-Magie gedreht, sondern war echt und gilt als eine der größten, die je für einen Hollywood-Film durchgeführt wurden. Die dabei entstandene Druckwelle war so gewaltig, dass Berichten zufolge in der Stadt mehr als 8.000 Fensterscheiben zu Bruch gingen.

Und doch ist der größte Trumpf des Films seine Besetzung. Die beiden Oscarpreisträger Bridges und Jones liefern sich ein wahrlich sehenswertes Duell auf mehreren Ebenen. Beide Figuren sind absolut glaubwürdig als ehemalige Freunde, die sich nun als erbitterte Feinde gegenüberstehen. Unterstützung erhalten die Stars dabei von einem dritten Academy-Award-Gewinner, dem immer zuverlässigen Forest Whitaker („Der letzte König von Schottland“), und Bridges’ Vater Lloyd („Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“), der vor dem Drehstart für den kurzfristig unpässlichen Richard Harris einsprang. Ebenfalls noch mit dabei sind Suzy Amis („Fandango“) und TV-Veteran John Finn („Cold Case“, „Akte X“). Mit dem nur wenige Jahre später für seinen großartigen Auftritt in „Jerry Maguire“ ausgezeichneten Cuba Gooding Jr. in einer kleinen Nebenrolle stand sogar noch ein vierter Oscargewinner vor der Kamera.

Für alle, die auf clever konstruierte und glaubhaft intensiv gespielte Thriller stehen, sollte es sich also durchaus lohnen, „Explosiv - Blown Away“ einzuschalten.

"Explosiv - Blown Away": Das ist die Story

Lange Zeit war Jimmy Dove (Jeff Bridges) der beste Mann des Bombenkommandos der Bostoner Polizei. Immer wenn es besonders brenzlig wurde, übernahm er den Fall. Denn sein Erfahrungsschatz über das Bauen von Sprengsätzen und damit auch deren Entschärfung sucht noch immer seinesgleichen. Was bis auf seinen Onkel, den Ex-Cop Max O’Bannon (Lloyd Bridges), niemand ahnt: Jimmy heißt eigentlich Liam McGivney – bevor er aus Nordirland in die USA kam, kämpfte er jahrelang als IRA-Terrorist mit Bomben gegen die Briten.

Da er kurz vor der Pensionierung steht, ist Jimmy mittlerweile dazu übergegangen, seine jüngeren Kolleg*innen auszubilden. Eines Tages wird dann aber sein ehemaliger Partner bei einer Explosion getötet. Bei der Untersuchung der Spuren beginnt Jimmy zu vermuten, dass die ausgesprochen kompliziert gebaute Bombe von seinem ehemaligen Freund Ryan Gaerity (Tommy Lee Jones) stammen könnte, dem sein damaliger Ausstieg bei der IRA überhaupt nicht gefallen hatte …

Falls ihr Lust auf noch mehr Tommy Lee Jones aus den 1990ern habt, schaut unbedingt noch in den folgenden Artikel rein:

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.
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