Auf der großen Leinwand sind Zendaya und Robert Pattinson bald als Teil von Christopher Nolans „Die Odyssee“ zu sehen – und Ende das Jahres melden sie sich sogleich in „Dune: Part Three“ zurück. Falls ihr euch auf die Bombastproduktionen mit den beliebten Hollywood-Größen einstimmen möchtet, ruft zudem das Heimkino nach euch.
Dort lässt sich nämlich ein Film erleben, der ihnen dank doppelbödiger Szenen und nuancierter Charakterzeichnungen viel Raum gibt, um ihr Schauspieltalent unterhaltsam unter Beweis zu stellen: Ab dem 17. Juli 2026 ist „Das Drama – Noch mal auf Anfang“ im Heimkino erhältlich – und somit einer der besten Filme des bisherigen Jahres!
Sowohl auf der DVD* als auch auf der Blu-ray gibt es zwei Extras zu entdecken: Einen Audiokommentar sowie eine Featurette. Falls ihr auf das Bonusmaterial sowie auf die physische Komponente verzichten könnt, besteht die Möglichkeit, den Hit der Indie-Filmschmiede A24 schon jetzt via VOD zu beziehen – beispielsweise bei Prime Video*.
Darum geht es in "Das Drama"
Zwei Jahre, nachdem sie sich kennengelernt haben, befinden sich Emma (Zendaya) und Charlie (Robert Pattinson) in den letzten Vorbereitungen für ihre Hochzeit. Der Hochzeitstanz will einstudiert werden, die Ehegelübde sind nicht finalisiert, und gemeinsam mit Trauzeugin Rachel (Alana Haim) und Trauzeuge Mike (Mamoudou Athie) steht noch ein Probedinner aus. Dabei wird in redseliger Weinlaune ein unbequemes Thema angesprochen:
Rachel und Mike bringen Emma und Charlie dazu, ihre jeweils schlimmste Tat offenzulegen. Das soll durch das Loswerden bisheriger Geheimnisse für einen einfacheren Einstand in die Ehe sorgen. Aber zweifelsfrei steckt auch durch Blutpromille angetriebene, boshafte Neugier dahinter. Mike und Rachel können nicht ahnen, welche Krise sie auslösen...
Aufmerksam ins Schwarze getroffen
Regisseur und Drehbuchautor Kristoffer Borgli beschäftigt sich gern mit Menschen, die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen: Seine norwegische Komödie „Sick Of Myself“ dreht sich voller Abscheu um eine Person, die absurde Wege geht, um in den sozialen Medien aufzufallen. Sein Nicolas-Cage-Vehikel „Dream Scenario“ erzählt derweil mit einem übernatürlichen Kniff vom Ruhm-wider-Willen und dem Drang der Öffentlichkeit, alles und jeden mittels Superlative einzuordnen.
„Das Drama“ setzt Borglis Interesse am Thema Aufmerksamkeit fort – allein schon dadurch, dass er seiner neusten, rabenschwarzen Komödie (die zwischendurch zum hysterisch-finsteren Beziehungsdrama wird) ein Hochzeits-Setting verleiht: Zwei Menschen machen mit Brimborium ihre Beziehung zueinander zur Gruppenangelegenheit, wodurch die Frage „Liebt ihr euch?“ brutal an Fallhöhe gewinnt. Die Frage der Aufmerksamkeit sickert aber viel tiefer in die zudem Selbstreflexion, Außenwahrnehmung, die (Un-)Fähigkeit zur Veränderung und (Vor-)Verurteilung behandelnde Erzählung.
Borglis zuweilen halb-assoziativ umherschweifende Inszenierung und der vom Regisseur mit Joshua Raymond Lee verantwortete, die Grenze zwischen Gegenwart, faktisch fundierter sowie subjektiver Erinnerung und Tagtraum verwischende Schnitt zwingen das Publikum, seine eigene Aufmerksamkeit zu hinterfragen – ebenso wie Charlies: Bedeutete Emmas Tonfall in diesem und jenen Moment das, was wir spontan daraus gemacht haben, oder waren wir zu unaufmerksam, um wichtige Signale wahrzunehmen? Lassen wir unser Urteil etwa davon beeinflussen, dass Charlies Sinnkrise um unsere Aufmerksamkeit feilscht?
Thematisch überaus relevant ist die Frage der Aufmerksamkeit zudem, wenn es um Emmas Geheimnis geht – und darum, wer wie darauf reagiert: „Das Drama“ blickt auf einen erschütternden Schrei nach Aufmerksamkeit, schneidet gesellschaftliche Unterschiede im Umgang damit auf, und zeigt zudem mit viel Galgenhumor und Fremdschamkomik, wie sich Emmas Umfeld auf ihre Vergangenheit stürzt, um bloß nicht zuzulassen, dass wer auf seine eigenen Vergehen und Schwächen aufmerksam macht.
All das wirkt nie moralisierend, sondern ist dank des hervorragend aufspielenden Ensembles und zielgenau eingeleiteten, schwarzhumorigen Pointen beißend komisch. Jedenfalls, solange man auf Zugang zur Wellenlänge von „Das Drama“ findet. Denn wie FILMSTARTS-Autor Michael Bendix bezeugen kann, wirkt „Das Drama“ sehr unterschiedlich, je nachdem, mit welcher Einstellung man sich den Film anschaut:
Ich habe den neuen Film mit Robert Pattinson und Zendaya ein zweites Mal gesehen – und meine Meinung komplett geändert!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.