1994 führte die Anerkennung für einen herzzerreißenden, dramatischen Film zur Entstehung eines leichtfüßigen, energetischen Komödien-Kulthits: Als Tom Hanks den Oscar für seine Leistung im AIDS-Drama „Philadelphia“ entgegennahm, bedankte er sich bei seinem früheren Lehrer Rawley Farnsworth sowie seinem ehemaligen Klassenkameraden John Gilkerson – und sprach dabei öffentlich über ihre Homosexualität. Zwar wurde diese Dankesrede, wie von Hanks beabsichtigt, als herzlich und gütig verstanden, dennoch brachte sie Drehbuchautor Paul Rudnick auf eine Idee: Was, wenn ein Kleinstadtlehrer unvorbereitet mitansehen muss, wie bei der Oscar-Verleihung über seine Sexualität gesprochen wird?
So entstand das Skript zu „In & Out – Rosa wie die Liebe“, einer Komödie von Yoda-Darsteller Frank Oz, der üblicherweise für trockenen, pechschwarzen Humor steht, hier aber seine warmherzigere, leichtgängigere Seite auslebt. In den USA war „In & Out“ ein stattlicher Kassenschlager und mit 1,98 Millionen verkauften Eintrittskarten war er 1998 auch in Deutschland ein echter Hit, der sich zudem trotz so manchem, nicht mehr zeitgemäßem 90er-Kolorit Kultstatus im queeren Kanon erarbeitet hat.
Dennoch fristete die Komödie im hiesigen Heimkino bisher ein Nischendasein, aber das ändert sich demnächst: Am 4. September 2026 feiert „In & Out“ endlich seine deutsche Blu-ray-Premiere!
Darum geht es in "In & Out"
Das beschauliche Greenleaf, Indiana ist voller Stolz: Cameron Drake (Matt Dillon), der wohl berühmteste Sohn der Stadt, gewinnt den Oscar. Der ganze Ort ist aus dem Häuschen, aber der Moment der Freude wird für Englischlehrer Howard Brackett (Kevin Kline) schlagartig unangenehm. Denn Drake nennt in seiner Dankesrede Brackett als wichtige Inspirationsquelle – und outet ihn ganz beiläufig als schwul.
Dumm nur, dass die ganze Kleinstadt davon nichts weiß, inklusive Howards Verlobter Emily (Joan Cusack). Auch Howard selbst will nichts davon wissen! Doch das hält die Presse nicht davon ab, in den Ort einzufallen und die Story aufzublasen. Howard fühlt sich zunehmend in die Ecke gedrängt. Die Wahrheit wird zwangsweise ans Licht gelangen – aber was ist eigentlich die Wahrheit?!
„In & Out“ schwächelt ein wenig, wann immer der Film abrupt von schrägem, knalligem Humor zu feinfühligem Gesellschaftskommentar wechselt. Doch allein schon die engagierte, liebenswerte und facettenreiche Performance von Kevin Kline in der Hauptrolle macht „In & Out“ zu einem 90er-Jahre-Comedy-Juwel.
Die Herangehensweise an LGBTQ+-Themen würde man in vereinzelten, spezifischen Details heute sicherlich anders regeln. Schlicht auch deshalb, weil ein neues „In & Out“ 2026 auf eine geänderte Gesellschaft reagieren müsste und sich queere Subkultur seither geändert hat. Doch in seiner Essenz ist Oz' Film eine schillernde Feier queerer Identität, temporeiche Abrechnung mit Bigotterie und spaßig-leichtfüßige Liebesgeschichte in einem.
Einen ernsteren und kontroverser besprochenen Film mit queeren Themen haben wir euch unterdessen im folgenden Heimkinotipp vorgestellt:
Er erntete Hass seitens der Kritik und löste sogar Streiks aus – jetzt erscheint der berühmte Skandalfilm mit Al Pacino erstmals auf Blu-ray*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.