Jacques Audiard zählt zu den bedeutendsten Regisseuren des internationalen Kinos, das belegen nicht zuletzt die zahlreichen Auszeichnungen, die der Franzose im Laufe seiner Karriere erhalten hat. Für „Ein Prophet“ wurde er 2009 in Cannes mit dem Großen Preis der Jury geehrt, 2015 folgte für „Dämonen und Wunder“ die Goldene Palme, ehe er 2024 mit „Emilia Perez“ erneut den Preis der Jury in Cannes gewann. Das gleichermaßen gefeierte wie kontrovers diskutierte Krimi-Musical ging zudem mit 13 Oscar-Nominierungen ins Rennen und konnte schließlich zwei der begehrten Goldjungen mit nach Hause nehmen – für den besten Song sowie für die beste Nebendarstellerin (Zoe Saldana).
Nun berichtet Variety exklusiv darüber, welchem Projekt sich Audiard nach „Emilia Perez“ widmen wird: „La Nuit ravagée“. Dabei handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jean-Baptiste Del Amo. Netflix hat sich die Rechte an dem Buch gesichert, weshalb Audiard den Film folgerichtig für den Streamingdienst mit dem großen roten N im Logo realisieren wird. Bereits bei „Emilia Perez“ hatte sich Netflix die Vertriebsrechte für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich gesichert.
Darum geht's in "La Nuit ravagée"
Die Handlung von „La Nuit ravagée“ spielt in den frühen 1990er-Jahren in Saint-Auch, einem fiktiven Vorort von Toulouse. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe Jugendlicher, die von einem verlassenen Haus geradezu magisch angezogen wird. Nachdem einer ihrer Freunde unter verstörenden Umständen ums Leben kommt, beschließen sie, das Gebäude zu betreten – und müssen schon bald feststellen, dass dort etwas Übersinnliches auf sie lauert.
Klingt ein wenig nach „ES“, oder? Kein Wunder, schließlich verstand Jean-Baptiste Del Amo seinen Roman ausdrücklich als liebevolle Hommage an das Werk von Stephen King. Auch in „La Nuit ravagée“ nährt sich ein übernatürliches Wesen von den Ängsten und Sehnsüchten seiner Opfer. Darüber hinaus greift der Roman gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Homophobie und häusliche Gewalt auf, während die Geschichte zugleich den klassischen Mustern eines Coming-of-Age-Romans folgt.
Wer vor der Kamera zu sehen sein wird, wann der Film erscheinen und ob dieser zusätzlich einen Kinostart erhalten soll, bleibt vorerst abzuwarten. Spannend ist das Projekt jedoch schon jetzt – nicht zuletzt deshalb, weil Jacques Audiard mit „La Nuit ravagée“ Neuland betritt und sich erstmals an einem Horrorfilm versucht.
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