Nach übereinstimmenden Medienberichten starb der Sänger, Songwriter und Schauspieler Glen Hansard am frühen Mittwochmorgen, dem 29. Juli 2026, bei einem Motorradunfall in Dublin. Laut einer Mitteilung soll sich der Alleinunfall kurz vor 4.30 Uhr zugetragen haben. Die genauen Umstände werden noch untersucht. Auch Hansards Management bestätigte den Tod des Musikers in einer Erklärung.
Mit "Once" schrieb Glen Hansard Filmgeschichte
Auch wenn Glen Hansard in erster Linie ein fester Bestandteil der irischen Musikszene war, kennen ihn viele von euch sicher in erster Linie als Schauspieler aus dem Film, mit welchem ihm 2007 auch der internationale Durchbruch gelang. In John Carneys berührendem Musikdrama „Once“ spielte er einen namenlosen Straßenmusiker, der in Dublin auf eine junge tschechische Pianistin trifft. Die beiden verbindet schnell mehr als nur ihre Liebe zur Musik: Während sie gemeinsam Songs schreiben und aufnehmen, entwickelt sich eine zarte Romanze.
Den kompletten Film „Once“ gibt es übrigens aktuell kostenlos auf YouTube.
Dass „Once“ nicht auf große romantische Gesten, sondern auf kleine Momente und vor allem die Musik setzt, die all jene Gefühle ausdrückt, für die den Figuren die passenden Worte fehlen, machte den Film zum berührenden Kino-Highlight. Das schlug weltweit ein. Realisiert mit einem Mini-Budget von 150.000 Dollar und kleiner Crew spielte „Once“ mit 20 Millionen Dollar ein Vielfaches ein. Später wurde die Geschichte sogar als Bühnenmusical adaptiert, wobei die Broadway-Produktion mit acht Tony Awards, den Theater-Oscars, ausgezeichnet wurde.
Ein Goldjunge für "Falling Slowly"
Auch einen Oscar selbst gab es für das Werk und sogar für Hansard persönlich. Das musikalische Herzstück des Films ist der von Hansard und seiner Co-Darstellerin Markéta Irglová geschriebene und gesungene Song „Falling Slowly“. Die beiden erhielten dafür 2008 den Goldjungen in der Kategorie Bester Filmsong. Sensationell schlugen sie dabei das gleich drei Mal mit verschiedenen Liedern in der Kategorie nominierte Disney-Fantasy-Musical „Verwünscht“.
Schon 15 Jahre vor „Once“ war Hansard übrigens in einem oscarnominierten Kinofilm zu sehen. Bereits 1991 hatte er in Alan Parkers Musikfilm „Die Commitments“ eine Nebenrolle. Er spielte dort eines der Mitglieder der im Mittelpunkt der Erzählung stehenden Band. Es war seine einzige größere Schauspielerfahrung vor „Once“, und auch nach diesem Erfolg konzentrierte er sich wieder weitgehend auf seine Musik. Den Hype um seine Person nach dem Oscar-Erfolg nahm er noch kurz mit, um eine Gastrolle bei „Die Simpsons“ zu sprechen. Vor die Kinokamera trat er erstmals wieder 15 Jahre später, als er in „Cyrano“ von Joe Wright eine kleine, aber wichtige Rolle bekleidete.
Aber auch als Musiker blieb er dem Kino zumindest ein wenig verbunden. So steuerte er unter anderem jeweils einen Song zum Soundtrack von „Die Tribute von Panem“ sowie für „Can a Song Save Your Life?“ von „Once“-Regisseur John Carney bei. Daneben schrieb er gleich mehrere Lieder für Sean Penns Drama „Flag Day“.
Glen Hansards Leben: Parallelen zu "Once"
Hansards eigene Biografie erinnerte übrigens an seine Figur aus „Once“. Schon als Jugendlicher brach er die Schule ab und verdiente sein Geld als Straßenmusiker in Dublin. 1990 gründete er die Rockband The Frames, mit der er in Irland große Erfolge feierte. Bassist der Band war John Carney, der ihn später in „Once“ dann als Regisseur inszenierte. Schon während der Produktion des Dramas bildete er gemeinsam mit „Once“-Co-Star Markéta Irglová, mit der er auch privat eine Weile liiert war, das Duo The Swell Season. Darüber hinaus veröffentlichte er mehrere Soloalben. Das jüngste erschien erst im Frühjahr 2026.
Hansard hinterlässt seine Frau, die finnische Dichterin Maire Saaritsa, und einen gemeinsamen Sohn, der 2022 zur Welt kam.