Heute im TV: In diesem knallharten Bürgerkriegs-Western sieht ein verzweifelter Vater rot

Ein Mann muss inmitten einer extrem feindlichen Wildwest-Umgebung darum kämpfen, seine Kinder zu retten. Wer Lust auf ein solches Szenario hat, kann zur Primetime „Hostile Territory: Durch feindliches Gebiet“ im Free-TV sehen.

Neben routinemäßig durchgeführten Massakern an den verschiedenen Ureinwohnerstämmen während der Pionierphase sowie der brutalen Verschleppung und Versklavung von unzähligen Afrikaner*innen war der Bürgerkrieg zwischen den Nord- und den Südstaaten von 1861 bis 1865 sicher die blutigste Ära in Nordamerika. Mit „Hostile Territory: Durch feindliches Gebiet“ gibt es zur Primetime einen noch recht neuen (2022) sowie relativ unbekannten Western über diese Zeit im Free-TV. Wie der Film dem Verfasser dieses Artikels gefiel, erfahrt ihr etwas weiter unten. Ihr könnt aber natürlich auch einfach mal einschalten und euch selbst ein Bild machen:

„Hostile Territory“ läuft am heutigen 8. August 2026 um 20.15 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt am 9. August um 18.30 Uhr. Zudem steht der Film nach Ende der ersten Ausstrahlung bis zum 7. September als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Wer all diese Termine verpasst und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auf Blu-ray, DVD oder Video-on-Demand ausweichen:

Falls ihr ein Abo von Amazon Prime Video haben solltet, könnt ihr „Hostile Territory“ dort übrigens ganz ohne Aufpreis streamen*. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des FilmTotal-Channels* anmelden. Sofern ihr vor Ablauf des Probezeitraums nicht wieder stornieren wollt, werden im Anschluss daran 3,99 Euro pro Monat fällig.

"Hostile Territory": Das ist die Story

1865, kurz nach dem offiziellen Ende des nordamerikanischen Bürgerkriegs: Der aus der Kriegsgefangenschaft entlassene Nordstaaten-Offizier Calgrove (Brian Presley) will ohne Umwege zurück zu seiner Familie. Bei seiner Ankunft in der Heimat erwartet ihn statt herzlicher Wiedersehensfreude allerdings ein Schock: Seine Frau ist qualvoll verstorben. Weil die Behörden annahmen, dass er ebenfalls tot sei, schickten sie seine Kinder (Emma Presley, Ruby Presley und Jackson Presley) durch die teilweise noch immer existierenden, feindlichen Linien hinweg tief in den Westen des Landes, wo ihr älterer Bruder Phil (Cooper North) auf sie wartet.

Calgrove hat starke Bedenken, ob seine Kinder dort lebend ankommen werden. Weil er den Zug nur knapp verpasst hat, schließt er sich spontan mit einer Gruppe, bestehend aus schwer bewaffneten Ureinwohnern, dem befreiten Ex-Sklaven Desmond (Craig Tate) und einer jungen Mutter (Natalie Whittle), die ebenfalls nach ihrem Nachwuchs sucht, zusammen. Gemeinsam wollen sie den Transport mit den Kindern einholen …

Hostile Territory - Durch Feindliches Gebiet
Hostile Territory - Durch Feindliches Gebiet
Starttermin 3. März 2023 | 1 Std. 34 Min.
Von Brian Presley
Mit Matt McCoy, Brad Leland, Lew Temple
User-Wertung
2,6

Lohnt sich das Einschalten?

Wer bei „Hostile Territory“ epische Bürgerkriegsschlachten im Stile von „Glory“ oder „Gettysburg“ und seinem Prequel „Gods And Generals“ erwartet, wird sich schnell wie im falschen Film fühlen. Das mit vergleichsweise geringem Budget realisierte Indie-Werk ist vielmehr auf (fiktive!) Einzelschicksale fokussiert und liefert eher Drama als Action. Trotzdem ist die Lage der Charaktere in diesem Szenario über weite Strecken natürlich verzweifelt und wird auch entsprechend hart und brutal dargestellt.

Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller Brian Presley („The Great Alaskan Race“) ist es mithilfe seines ansonsten eher an trashigen Mockbustern wie „Immortal Combat“ oder „Alien Disclosure Day“ arbeitenden Chef-Kameramanns Mark David gelungen, die zahlreichen Außenaufnahmen weit „teurer“ ausschauen zu lassen, als sie gewesen sein können. Die winterliche Prärie sowie die Rocky Mountains sehen ebenso majestätisch wie rau und tatsächlich lebensgefährlich aus. Zudem dürften Freund*innen alter Eisenbahnen dank diverser gelungener Aufnahmen eines historischen Zugs hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen.

Leider ist die von den damals tatsächlich existierenden „Orphan Trains“ inspirierte Story ziemlich berechenbar und die meisten der sich darin bewegenden Figuren sind viel zu eindimensional geschrieben. Obendrein wirkt der Streifen immer mal wieder recht holprig geschnitten – was gerade wegen der eben beschriebenen visuellen Qualitäten besonders schade ist. Ein Meisterwerk solltet ihr also nicht erwarten. Wer aber generell auf Wildwest-Geschichten steht und die Bilder der wunderbaren nordamerikanischen Landschaft genießen möchte, kann ruhig mal in „Hostile Territory: Durch feindliches Gebiet“ reinschauen.

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.
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