Als unseren heutigen Streaming-Tipp möchte ich euch die in den USA von 2004 bis 2006 auf dem Pay-TV-Sender HBO („Die Sopranos“, „Game Of Thrones“, „The Last Of Us“) gezeigte Serie „Deadwood“ empfehlen. Darin ist das Leben im Wilden Westen der 1870er brutal authentisch abgebildet. Aufgrund der vielseitigen Charaktere, fantastisch geschriebener Dialoge und der ganze Seasons umspannenden Handlungsstränge ist das Ganze dabei enorm unterhaltsam.
Alle 36 Episoden von „Deadwood“ sind aktuell Teil des Flatrate-Programms von Paramount+*. Falls ihr ein Abo von Amazon Prime Video haben solltet, könnt ihr die drei Staffeln dort übrigens ebenfalls ohne Aufpreis streamen, aber nur, wenn ihr schnell seid. Dazu müsst ihr euch für den siebentägigen Gratis-Test des Paramount+-Channels* anmelden. Sofern ihr nicht wieder stornieren wollt, werden nach dem Probezeitraum – je nach Abo-Modell – ab 5,99 Euro pro Monat fällig.
Ohne Abo sind die Episoden für jeweils ein paar Euro unter dem obigen Link auch einzeln als Video-on-Demand zu haben.
Reale Figuren in epischen Storys
Während seiner Laufzeit konnte „Deadwood“ zahlreiche Preise einheimsen, darunter einen Golden Globe, den Peabody-Award und insgesamt acht Emmys – so etwas wie die Oscars für TV-Produktionen. Erfunden, geschrieben und produziert hat die Serie David Milch, der zuvor schon als Co-Autor der Crime-Show „New York Cops - NYPD Blue“ einen Welthit landen konnte.
In Interviews äußerte sich David Milch dazu, was er mit der Western-Serie darstellen wollte, nämlich wie aus Chaos eine Zivilisation entstehen kann, indem sie sich um ein Symbol herum organisiert – im Falle von „Deadwood“ handelt es sich dabei um Gold. Dazu werden in diesem Zusammenhang aber noch eine Vielzahl von weiteren Themen wie Verbrechen und Gewalt, Rassismus, Süchte, Politik sowie Prostitution aufgegriffen. Diese Storys nehmen teilweise epische Ausmaße an, indem sie sich über viele Episoden, teilweise sogar die komplette Serie, erstrecken. Besonders spannend ist dabei, zu sehen, wie manche Ereignisse und Entwicklungen sogar noch bis in unsere Gegenwart nachhallen.
Das einstige Goldgräber-Mekka Deadwood gibt es übrigens noch immer. Die Stadt befindet sich im US-Bundesstaat South Dakota und hat heute ca. 1.300 Einwohner. Einzelne Handlungsteile sind von wahren Geschichten aus der Historie der zu Hochzeiten von bis zu 25.000 Goldsuchern bevölkerten Stadt inspiriert. Auch viele der sich in „Deadwood“ bewegenden Figuren basieren auf echten Menschen, die zumindest zeitweise dort gelebt haben. Unter ihnen findet sich so berühmt-berüchtigtes Wildwest-Personal wie etwa Wild Bill Hickok, Calamity Jane oder Wyatt Earp.
Die beiden Protagonisten der Serie dürften der breiten Masse nicht ganz so geläufig sein, existierten aber ebenfalls in der Realität: Deadwoods ehrenhafter Sheriff Seth Bullock und der moralisch deutlich ambivalentere Saloon-Betreiber, Zuhälter und Gangster Al Swearengen – virtuos verkörpert von Timothy Olyphant („Justified“, „Damages“) beziehungsweise Ian McShane aus der „John Wick“-Reihe. Durch die Augen von Bullock und Swearengen erleben wir die harsche Welt der damaligen Zeit – voller Intrigen und Brutalität, aber auch Freundschaft und Liebe. Dabei ist allerdings keine Figur vor dem Serientod sicher – was dem Ablauf einiges an Spannung verleiht.
Der Cast der Serie ist ebenso groß, wie er großartig ist. Alle bekannten Stars, die in festen oder wiederkehrenden Rollen sowie in Gastparts auftraten, hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Deshalb seien hier neben Timothy Olyphant und Ian McShane nur diese genannt: Brian Cox („Succession“),Molly Parker („House Of Cards“), Powers Boothe („U-Turn“), John Hawkes („Winter’s Bone“), Brad Dourif („Einer flog über das Kuckucksnest“), Kim Dickens („Gone Girl“), Garret Dillahunt („12 Years A Slave“), Timothy Omundson („Psych“), Dayton Callie („Sons Of Anarchy“), Titus Welliver („Bosch“), Anna Gunn aus „Breaking Bad“ und „Supernatural“-Fan-Favorit Jim Beaver.
Schaut doch einfach mal in die erste Episode von „Deadwood“ rein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ihr danach dringend weitergucken wollt. So ging es schon Millionen von Fans, die lange nach dem Ende der Serie immer wieder lautstark nach mehr verlangten. 13 Jahre nach der finalen Episode kam es deshalb zu dem gelungenen „Deadwood - The Movie“, in dem viele der beliebten Charaktere zurückkehrten.
Darum geht es in "Deadwood"
1876 in den Black Hills von South Dakota: Eigentlich hatte die US-Regierung in einem Abkommen den gesamten Landstrich den lokalen Ureinwohnern zugesichert. Doch dann wird dort unfassbar viel Gold gefunden, und es kommt erneut zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Armee und den dort ansässigen Stämmen.
Derweil strömen abertausende von Abenteurern und Glücksrittern auf der Suche nach schnellem Reichtum in die Gegend, wodurch eine improvisierte Siedlung Form annimmt: Deadwood. Natürlich lassen die unterschiedlichsten Arten von Kriminalität dort nicht lange auf sich warten. Wie gut, dass der Ladenbesitzer Seth Bullock (Timothy Olyphant) früher schon einmal Sheriff in Montana war. Schließlich braucht eine neu entstehende Stadt jemanden, der für Recht und Ordnung sorgt…
Eine andere, ebenfalls exzellente Serie vor historischem Hintergrund empfehlen wir euch im folgenden Artikel:
Streaming-Tipp: Ein brillantes Gangster-Epos von dem Mann, der das Genre in den letzten 50 Jahren geprägt hat wie kein anderer*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.