Jahrzehntelang vergessen, plötzlich von einer neuen Generation gefeiert: Willem Dafoe im Trailer zu "Late Fame"

Sein vor Ewigkeiten veröffentlichter Gedichtband beschert einem älteren New Yorker in „Late Fame“ unerwartet Ruhm, neue Künstlerfreunde, Ambitionen, aber auch nachhaltigen Erfolg? Hier könnt ihr euch den Trailer zur Tragikomödie anschauen:

Vom Filmkritiker zum Regisseur: Während der Nouvelle Vague in Frankreich war das die Laufbahn vieler Filmemacher, etwa der Regie-Ikonen Jean-Luc Godard und François Truffaut, die beide vor ihren gefeierten Meisterwerken Kritiken für die Cahiers du Cinéma schrieben. Auch in der Gegenwart lassen sich diverse Regisseure finden, die lange Zeit über Filme schrieben, wie Paul Schrader, Olivier Assayas und der als YouTube-Filmkritiker bekannt gewordene Chris Stuckmann.

Aus dieser Riege stammt auch Regisseur Kent Jones, der sich als bekannter amerikanischer Filmkritiker etabliert hatte, bevor er nach einigen filmbezogenen Dokus 2018 sein Spielfilmdebüt „Diane“ vorlegte. Mit „Late Fame“ präsentiert er sein auf einer Novelle von Arthur Schnitzler beruhendes Drama, das mit „Spider-Man“-Bösewicht Willem Dafoe und „Past Lives“-Star Greta Lee hochkarätig besetzt ist.

Ed (Willem Dafoe) genießt die Bewunderung der Künstler-Clique. Magnolia Pictures
Ed (Willem Dafoe) genießt die Bewunderung der Künstler-Clique.

Einst Poet, nun Postbeamter

Im Mittelpunkt von „Late Fame“ steht der ältere Ed Saxberger (Willem Dafoe), der in New York lebt und als Postbeamter arbeitet. Seine Kollegen wissen nicht, dass Ed vor Jahrzehnten einen Gedichtband veröffentlicht hat, der aber damals kaum Beachtung fand. Auch Ed selbst scheint mit den kreativen Ambitionen von einst abgeschlossen zu haben – bis plötzlich der junge Meyers (Edmund Donovan) vor seiner Tür steht.

Meyers erklärt dem verdutzten Ed, dass sein kleiner junger Künstlerkreis diese vor Jahrzehnten erschienenen Gedichte grandios findet. Bald schon ist Ed fester Bestandteil dieses Kreises junger, wohlhabender Männer, den die exzentrische Theater-Schauspielerin Gloria (Greta Lee) immer wieder aufwirbelt. Sein eigentliches Leben als bescheidener Postangestellter scheint durch die Verheißungen seines prätentiösen Freundeskreises plötzlich in die Ferne zu rücken.

Begeisterung in Venedig

Schon 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig, wo „Late Fame“ in der Sektion Orizzonti seine Premiere feierte, war die Resonanz fast durchweg positiv: So lobte Branchenmagazin Variety Kent Jones als „zutiefst und außerordentlich neugierigen“ Filmemacher und feierte das Drehbuch von Samy Burch, die schon am Skript zum Drama „May December“ mitgewirkt hatte. Seit seinem US-Start im August 2026 konnte „Late Fame“ einen starken Wert von derzeit 92 Prozent positiven Kritiken beim Review-Aggregator Rotten Tomatoes erreichen (Stand: 19. August 2026).

Wann „Late Fame“ in den deutschen Kinos zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. In der Zwischenzeit lässt sich Greta Lee in einem neuen Sci-Fi-Thriller auf Netflix entdecken:

Alle Welt wartet auf seinen "Fast & Furious 11", doch jetzt gibt's erst einmal seinen neuen Sci-Fi-Thriller – exklusiv bei Netflix

Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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