Auch über 15 Jahre nach dem Kinostart von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ ist diese Szene vielen Fans der Erfolgsreihe noch bestens im Gedächtnis: Nachdem Dobby Harry (Daniel Radcliffe) und seine Freunde aus den Fängen der Malfoys gerettet hat, wird der Hauself von Bellatrix Lestrange (Helena Bonham Carter) tödlich verletzt. Am Strand vor Shell Cottage stirbt er schließlich in Harrys Armen und wird dort begraben.
Gedreht wurden die entsprechenden Szenen am Strand Freshwater West im walisischen Pembrokeshire. Das für die Dreharbeiten aufgebaute Shell Cottage ist längst wieder verschwunden, doch Fans haben an derselben Stelle über die Jahre ein inoffizielles Dobby-Grab errichtet. Sie hinterlassen dort Steine, Botschaften und immer wieder auch Socken, womit sie auf eine berühmte Szene in der Filmreihe anspielen, in der eine solche eingesetzt wird, um Dobby mit einer List aus der Knechtschaft der Malfoys zu befreien.
Dass die Fans diese Gedenkstätte so verehren, hatte jetzt sogar ganz reale Auswirkungen auf ein gewaltiges Infrastrukturprojekt. Denn ausgerechnet durch den Bereich des Strandes, an dem Fans Dobby gedenken, sollte ein neues unterirdisches Stromkabel verlaufen. Doch die Planer hatten nicht mit den „Harry Potter“-Fans gerechnet.
Neuplanung, nachdem sich Hunderte "Harry Potter"-Fans meldeten
Eine rund 190 Kilometer lange Stromverbindung wurde von 2022 bis 2025 zwischen Großbritannien und Irland errichtet. Das dafür nötige Kabel kommt auf der britischen Seite ausgerechnet bei Freshwater West an Land. Ursprünglich sollte die Kabelroute an dem Strand durch genau jenen Bereich verlaufen, den „Harry Potter“-Fans mittlerweile als Dobbys Grabstätte betrachten.
Wie Greenlink-Projektmanager Simon Ludlam jetzt im Podcast „Energy Revolution“ erzählte, war ihm die Bedeutung des Ortes überhaupt nicht bewusst. Doch nachdem er bei einem BBC-Interview gezeigt hatte, wo das Kabel unter dem Strand verlaufen sollte, wurde das Unternehmen mit Reaktionen überhäuft. Ludlam spricht von Hunderten Anrufen. Fans hätten darauf aufmerksam gemacht, dass die geplante Route direkt durch Dobbys Grabstätte führen würde.
Das Unternehmen nahm die Beschwerden schließlich ernst. Obwohl es sich um ein 430 Millionen Pfund, also umgerechnet etwa eine halbe Milliarde Euro teures Projekt handelt, ließ man die Planer nach einer Alternative suchen. Am Ende wurde das 500-Millionen-Euro-Projekt natürlich nicht gestoppt, wie teilweise zugespitzt gerade berichtet wird. Geändert wurde lediglich der Verlauf des Kabels, damit die Gedenkstätte unangetastet bleiben konnte.
Um ein anderes populäres Franchise geht es derweil im folgenden Artikel:
15 Jahre später: Fortsetzung eines Disney-Megahits bringt überraschend einen alten Fan-Liebling zurück!