Nach dem Slender Man ist Jeff The Killer wohl die zweitbekannteste Creepypasta-Figur, die das Internet je hervorgebracht hat. Mit seinem unnatürlich weißen Gesicht, den tiefschwarzen Augen und dem viel zu breiten Grinsen bescherte er einer ganzen Generation Albträume. Und wie es sich für eine waschechte Creepypasta, also eine moderne, rasant per „Copy & Paste“ geteilte urbane Netz-Legende, gehört, brauchte er dafür kein millionenschweres Horror-Franchise im Kino. Ein einziges verstörendes Bild, gerne auch mal in Kombination mit makabren Kurzgeschichten, genügte, um sich wie ein Lauffeuer über Foren, YouTube-Videos und Reddit-Threads zu verbreiten.
Doch was nicht ist, kann noch werden. Denn ein Kino-Franchise für die Internet-Horrorlegende soll jetzt folgen. Der Erfolg von „Backrooms“ macht es möglich. Seit dem Mega-Hit, der bereits fast 400 Millionen Dollar eingespielt hat, schauen sich alle Hollywood-Entscheider nach weiteren großen Internet-Horrorphänomenen um, die bereits eine riesige Fangemeinde besitzen und so erfolgversprechend adaptiert werden können. Nachdem wir euch kürzlich bereits berichten konnten, dass zum Beispiel Sony sich Cartoon Cat sicherte, enthüllte TheWrap jetzt, dass sich eine „Jeff The Killer“-Verfilmung in Entwicklung befindet. Dabei hat man sich eine weitere Sache von „Backrooms“ abgeschaut.
TikTokerin Savanah Moss macht "Jeff The Killer" – mit Hilfe der Fans
Der A24-Kinofilm „Backrooms“ mit Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve wurde bekanntlich von Kane Parsons im Alter von gerade einmal 20 Jahren inszeniert. Dieser hatte zuvor die Idee eines scheinbar endlosen Labyrinths aus leerstehenden, gelblichen Büroräumen noch als Minderjähriger mit seinen YouTube-Videos populär gemacht. Auch bei „Jeff The Killer“ setzt man nun auf einen jungen Internet-Star in der Verantwortung.
Die auf surreale und makabre Horrorvideos, selbstdeklarierte „Fieberträume“, spezialisierte TikTok-Creatorin Savanah Moss wird die Umsetzung als Produzentin leiten. Moss erreicht auf TikTok mehr als elf Millionen Follower, hat dort bereits Musikvideos gedreht und mit „Funny Bunny“ zuletzt auch einen ganzen Horrorkurzfilm umgesetzt, in dem sie die Hauptrolle spielt. Ob sie auch in „Jeff The Killer“ vor die Kamera tritt oder sich auf eine Rolle dahinter beschränkt, ist noch unbekannt.
Viele Details gibt es ohnehin noch nicht. Bekannt ist aber, dass man auf die Hilfe der Fans setzen will. So wird auf einer Internet-Seite dazu aufgerufen, Konzepte einzuschicken, was Jeff ticken ... äh ... töten lässt. Man solle Ideen für seine Motivation, seinen Vibe und seine Kill-Techniken einschicken. Schließlich hat man bei der Umsetzung große Freiheiten, kursieren doch im Netz bereits zahlreiche Ursprungsgeschichten um Jeff.
Wer ist eigentlich Jeff The Killer?
Eine ganz eindeutige Antwort auf die Frage, wer sich hinter dem berüchtigten, bleichen Gesicht verbirgt, gibt es nämlich nicht. Wie bei vielen Creepypasta-Phänomenen gibt es nicht den einen Film oder Roman, mit dem alles anfing. Stattdessen kursierte ab Mitte der 2000er-Jahre plötzlich dieses Bild im Internet. Nach und nach verbreiteten sich Geschichten und Videos über einen jugendlichen Mörder, wobei im Laufe der folgenden Jahre immer neue Varianten seiner Herkunft kursierten.
Tongal
In der bekanntesten Version verwandelt sich ein Teenager nach einer Reihe traumatischer und gewalttätiger Ereignisse, bei denen ihm unter anderem von Bullies das Gesicht entstellt wird, in einen Killer. Die oft mit seinen Morden verbundene Aufforderung „Go To Sleep“ wurde im Laufe der Zeit auch zu einem so festen Bestandteil des Internet-Mythos, dass wir davon ausgehen, sie im Film zu hören.
Furchterregender Horror, der Jeffs Ursprüngen treu bleibt
Moss ist laut eigener Aussage wie ein Großteil ihres Publikums mit Jeff aufgewachsen und hat zahlreiche Horror-Geschichten mit ihm im Netz gelesen. Sie hat die Figur sogar bereits in einigen ihrer Fiebertraum-Videos genutzt. Aufgrund ihres eigenen Hintergrunds macht sie daher auch den anderen Fans ein Versprechen. Gegenüber TheWrap erklärte sie im Rahmen der Ankündigung des Projekts:
„Was ich an Jeff schon immer geliebt habe, ist, wie sehr diese Figur durch das Internet geformt wurde. Jeff ist den Leuten im Gedächtnis geblieben und zu einer Internet-Ikone geworden. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Versionen seiner Geschichte, weil die Leute über die Jahre immer wieder neue Details hinzugefügt und sie neu interpretiert haben. Wir haben nun die einzigartige Chance, diese Figur, die jeder kennt und liebt, zu nehmen und einen wirklich furchterregenden, geerdeten Horrorfilm zu erschaffen – während wir gleichzeitig Jeffs Ursprüngen treu bleiben. Ich will die Creepypasta nicht einfach nur nacherzählen – ich will, dass sich Jeff beängstigend real anfühlt.“
Und was „Backrooms“ angeht, wird nach dem riesigen Erfolg aktuell natürlich schon über eine Fortsetzung diskutiert. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Nach dem Erfolg von "Backrooms": So steht es um die Fortsetzung zum Horror-Hit