Wer "Sieben" mag, wird diesen Film lieben: Das Regiedebüt des "Knives Out"-Schöpfers ist einer der besten Thriller aller Zeiten

Lange bevor er „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ drehte, schaffte Rian Johnson mit einem Low-Budget-Krimi den Durchbruch in Hollywood. In der Hauptrolle: Ein „Inception“-Star in Höchstform. Hier kommt jeder Fan von Mystery-Thrillern auf seine Kosten!

Ein guter Film braucht kein hohes Budget. Das haben auch schon „Die Odyssee“-Regisseur Christopher Nolan mit „Following“ oder „Spider-Man“-Regisseur Sam Raimi mit „Tanz der Teufel“ bewiesen. In die Liste großer Regisseure mit kleinen Debütfilmen reihte sich auch Rian Johnson ein.

Ich finde: Sein Erstlingswerk „Brick“ ist im Vergleich sogar noch (!) besser. Wer sich davon ebenfalls überzeugen will, hat aktuell unter anderem bei Amazon Prime Video die Möglichkeit, wo der Film als Video-on-Demand verfügbar ist:

Und darum geht's: Brendan Frye, gespielt von Joseph Gordon-Levitt („Inception“, „The Dark Knight Rises“), fristet auf der Highschool ein Leben als Außenseiter. Als seine Ex-Freundin Emily (Emilie de Ravin, „Lost“) spurlos verschwindet, macht er sich auf die Suche nach ihr. Schließlich hat sie zwei Tage zuvor Brendan noch verzweifelt angerufen und ihm erzählt, dass sie etwas vermasselt habe. Er möchte nun sichergehen, dass es ihr gut geht. Dass dem nicht so ist, stellt bereits die Eröffnungsszene klar...

"Brick": Mini-Budget, kurze Drehzeit und trotzdem genial!

Anders als bei seinen späteren Filmen wie „Star Wars: Die letzten Jedi“ oder der „Knives-Out“-Reihe, musste Johnson das Budget für „Brick“ selbst zusammenkratzen. Sieben Jahre lang versuchten er und sein Kameramann, Steve Yedlin („Knives Out“, „San Andreas“), das Geld für den Film zu beschaffen. Ursprünglich wollten sie 2,5 Millionen US-Dollar, beim Dreh hatten sie nicht einmal ein Fünftel davon zur Verfügung.

In 20 Tagen drehte die Crew den gesamten Film. Drehort war mitunter Johnsons eigene Schule: die San Clemente Highschool in Südkalifornien. Dem fertigen Kunstwerk sieht man die Einschränkungen allerdings nicht an – ganz im Gegenteil.

Ein Krimi mit Mord und Gangstern an der Highschool

„Brick“ hat natürlich die Rohheit eines Debütfilms und ist durch die bescheidenen Produktionsbedingungen in der Action und den Schauplätzen limitiert. Aber genau darin liegt sein Charme. Als Mystery-Thriller, der seinen Fokus ohnehin auf eine spannende Handlung und gute Dialoge legen muss, funktioniert „Brick“ perfekt.

Für die Figuren und den Plot ließ sich Johnson von einem der größten Krimiautoren aller Zeiten inspirieren. In einem Interview mit dem Independent verriet er: „Es ist im Grunde eine Geschichte von Dashiell Hammet, die in einer Highschool spielt“. Hammet schrieb Klassiker wie „Der Malteser Falke“ oder „Der dünne Mann“. Seinen Einflüsse auf „Brick“ sind deutlich.

Ein düsterer Mystery-Thriller à la "Chinatown"

Brendan Frye ist der einsame Detektiv, der auf verwirrende Spuren, Schlägertypen, mysteriöse Frauen und einen mächtigen Drogenbaron stößt. Jeder spielt ein doppeltes Spiel. Brendan muss seine Intelligenz nutzen, um die anderen gegeneinander auszuspielen. Nur so hat er eine Chance, den „Fall“ – zunächst zu Emilys Verschwinden, dann zu ihrem Tod – aufzuklären.

„Brick“ ist durch und durch ein Neo-Noir-Film und ein „Whodunnit“. Also ein düsterer Krimi wie „Sieben“ oder „Chinatown“, in dem es um die Suche nach der Identität eines Täters geht. Johnson beweist bereits hier, dass er komplexe Handlungsstränge und undurchsichtige Charaktere entwerfen und daraus eine spannende Geschichte basteln kann. Besonders sein Talent als Regisseur kommt hier zum Vorschein: Jede Szene im Film sitzt. Schon hier zeigt sich die Johnson-typische Erzählweise, die sich durch alle seine Filme zieht: Immer wieder wechselt er so etwa Nahaufnahmen mit weiten Einstellungen ab und erzeugt so eine besondere Bilddynamik.

Jede Menge Auszeichnungen

Trotz der vielen Ähnlichkeiten zu Krimi-Klassikern schafft es Johnson, nicht einfach nur Altbekanntes zu wiederholen. Ein entscheidender Kniff ist dabei, dass er die Handlung an die Highschool verfrachtet. Ein gewagter Spagat, indem er Genres vermischt, die auf den ersten Blick nur wenig zusammenpassen.

Doch wohl nicht zuletzt deswegen wurde „Brick“ bei seiner Erstaufführung beim renommierten Sundance Film Festival 2005 ausgezeichnet. Die Jury verlieh ihm den Spezialpreis in der Kategorie Originalität. Anschließend wurde „Brick“ bei zahlreichen weiteren Festivals gezeigt und insgesamt mit elf Auszeichnungen prämiert, darunter mit dem Preis als bester Debütfilm von der Austin Film Critics Association.

Einen weiteren meisterhaften Thriller, in der ein Mörder gejagt wird, empfiehlt euch FILMSTARTS-Redakteur Pascal Reis im nachfolgenden Artikel.

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Dominik Thoma
Dominik Thoma
-Hospitant
Mit James Bond fing seine Leidenschaft für Filme richtig an. Dominik Thoma sah zuerst die Craig-Filme, dann alle anderen. Als er in kürzester Zeit mit der DVD-Box durch war, schaute er immer weiter ...
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