Jeder kennt dieses Wort – doch kaum jemand weiß, dass es aus einem Thriller-Meisterwerk stammt!

Woher kommt eigentlich der Begriff „Gaslighting“? In den sozialen Medien zählt er zu den meistdiskutierten psychologischen Ausdrücken überhaupt. Dass er auf einen alten Filmklassiker zurückgeht, ist jedoch nur den wenigsten bekannt.

Immer wieder kommt es vor, dass ein Film einen Begriff prägt, der sich in unserem alltäglichen Sprachgebrauch verankert. Beste Beispiele sind die rote Wahrheitspille aus „Matrix“ oder der „Butterfly Effect“, der durch den gleichnamigen Thriller bekannt wurde. Was viele allerdings nicht wissen: Auch das in den vergangenen Jahren zum riesigen Internetwort avancierte „Gaslighting“ entstammt einem Filmklassiker.

Das Phänomen beschreibt eine Form psychologischen Missbrauchs, bei dem die Wahrnehmung des Opfers gezielt verzerrt wird, um es unter Kontrolle zu bringen. Viele jüngere Horrorfilme nutzten diese Thematik zuletzt, um über toxische Beziehungen zu erzählen, wie etwa „Midsommar“ oder „Der Unsichtbare“. Der Vorreiter all dieser Filme war aber der 1944 erschienene Psycho-Thriller „Das Haus der Lady Alquist“ – oder auf Englisch: „Gaslight“.

Das Haus der Lady Alquist
Das Haus der Lady Alquist
1 Std. 54 Min.
Von George Cukor
Mit Charles Boyer, Ingrid Bergman, Joseph Cotten
User-Wertung
3,4

In "Gaslight" treibt ein Ehemann seine Frau in den Wahnsinn

Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück und handelt von einem frisch vermählten Ehepaar, gespielt von den damaligen Weltstars Charles Boyer und Ingrid Bergman. Als die beiden neu in ein Londoner Anwesen ziehen, bemerkt Bergmans Figur zunehmend seltsame Vorkommnisse: Gegenstände wie ihre Brosche verschwinden, vom Dachboden dringen nachts Stimmen und immer wieder fängt das Licht an zu flackern.

Hinter all dem steckt jedoch heimlich ihr Gatte, der sie mit seinem perfiden Spiel kontrollieren und in den Wahnsinn treiben will. So dimmt er immer wieder die Gaslampen im Haus und erzählt seiner Frau anschließend, sie würde sich dies nur einbilden. Genau deshalb sprechen wir heute von „Gaslighting“.

Das Vermächtnis des gefeierten Klassikers ist aber noch weitreichender als nur dieses eine Wort: Damals gewann Ingrid Bergman für ihre famose Performance, für die sie sogar einige Zeit in einer echten Nervenheilanstalt verbrachte, den Darsteller-Oscar. Das Szenenbild wurde ebenfalls mit einem Goldjungen geehrt, und in Kategorien wie „Bester Film“ oder „Bestes Drehbuch“ gab es immerhin Nominierungen.

Auch heute funktioniert der Film in seiner klaustrophobischen Atmosphäre noch hervorragend und ist nach wie vor einen Blick wert – und sei es nur, um zum Ursprung eines Begriffs zurückzukehren, der uns und die Filmwelt aktuell mehr denn je beschäftigt!

Übrigens: Ein weiteres Wort, das wir besonders in Zusammenhang mit Hollywoodstars tagtäglich zu hören bekommen, stammt ebenfalls aus einem Film – der von Regielegenden wie Martin Scorsese und Francis Ford Coppola als absolutes Meisterwerk verehrt wird:

Jeder hat dieses Wort schon mal benutzt, doch kaum jemand weiß, dass es aus einem Film stammt: Martin Scorsese und Francis Ford Coppola verehren das Meisterwerk!

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Louis Verheyen
Louis Verheyen
-Freier Autor
Genießt alle Facetten des Kinos und lässt sich von „Mulholland Drive“ ebenso gern verstören wie von „Call Me By Your Name“ verzaubern. Hofft immer noch wehmütig darauf, dass Richard Kelly mal wieder einen Film dreht.
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