Hayden Panettiere stirbt mit 36 Jahren: "Scream"-Star prangerte mächtige Männer in Hollywood und das Versagen der Branche beim Schutz junger Frauen an

Am Sonntag ist „Scream“- und „Heroes“-Schauspielerin Hayden Panettiere im Alter von nur 36 Jahren verstorben. Ihre Biografie erschien erst vor rund drei Monaten – und erhielt zahlreiche erschütternde Berichte über ihre frühe Zeit in Hollywood.

NBC

Hollywood trauert um Hayden Panettiere: Die aus „Heroes“, „Nashville“ und „Scream 4“ bekannte Schauspielerin ist am Sonntag, den 16. August, im Alter von nur 36 Jahren verstorben. Die Polizei untersucht den Fall gemeinsam mit dem zuständigen Gerichtsmediziner, eine Todesursache wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es jedoch „keine Hinweise auf ein Verbrechen oder verdächtige Umstände“ – den Notruf habe ein Bekannter Panettieres abgesetzt.

„Mit tiefer Trauer teilen wir den tragischen Tod unserer geliebten Hayden mit“, erklärte ihr Vater Skip Panettiere in einem Statement gegenüber ABC News. „Sie war ein unglaubliches Licht und eine Naturgewalt, die allen, die sie kannten – und den Millionen, die sie auf dem Bildschirm sahen –, unermesslich viel Liebe und Freude brachte.“ Auch zahlreiche Weggefährt*innen nahmen in den sozialen Medien Abschied von der „I Love You, Beth Cooper“-Darstellerin – darunter Oscar-Preisträgerin Viola Davis und Talkmasterin Rosie O'Donnell.

Hayden Panettiere stand schon mit 5 Jahren im Rampenlicht

Panettiere stand bereits als kleines Kind vor der Kamera: Mit fünf Jahren übernahm sie eine Rolle in der ABC-Seifenoper „Liebe, Lüge, Leidenschaft“. Wie viele ehemalige Kinderdarsteller*innen hat auch die gebürtige New Yorkerin stark mit dem frühen Ruhm gehadert. Erst im Mai 2026 ist ihre Autobiografie „This Is Me: A Reckoning*“ erschienen, in der sie offen über ihre langjährigen Probleme mit Drogen, Alkohol und Depressionen sprach (via AdoroCinema).

„All der Schmerz, den ich erlebt habe, hat es mir ermöglicht, einen Punkt zu erreichen, an dem ich Empathie und Verständnis für all das entwickeln konnte, was meine Liebsten durchgemacht haben – und, was am wichtigsten ist, für mich selbst“, schreibt Panettiere da unter anderem. „All das hat mir außerdem Entschlossenheit gegeben. Ich bin wie Dorie, der widerstandsfähige kleine Fisch aus ‚Findet Nemo‘, der ‚einfach weiterschwimmt‘, selbst wenn er einem Haufen Haie begegnet.“

Mit der Hai-Analogie dürfte Panettiere auch auf ihre Erfahrungen als junge Frau in Hollywood angespielt haben, denn in dem Buch finden sich auch zahlreiche Berichte über sexuelle Übergriffe. So schrieb sie etwa von einem „hochrangigen NBC-Manager“, der sie 2008 auf einer Party ungefragt auf den Mund geküsst habe.

Ein weiterer erschütternder Vorfall ereignete sich, als sie 19 Jahre alt war. Ein namentlich nicht genannter „oscarprämierter Schauspieler und Regisseur“ bedrängt sie auf einer Party kurz vor ihrem Aufbruch. Unter dem Vorwand, an seiner Hose klebe ein Kaugummi, habe er Panettiere dazu gebracht, nach unten zu schauen – und dabei seine Genitalien entblößt.

„Ich schaute nach unten und erschrak“, heißt es in ihrem Buch. „Die Hoden dieses angesehenen, preisgekrönten Schauspielers waren zu sehen und ragten aus dem Reißverschluss seiner Hose. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Männer in Hollywood immer freundlich und respektvoll mit mir umgegangen. Vielleicht hatte es hier und da einen Kuss auf die Lippen oder einen unangemessenen Kommentar gegeben, aber nichts hatte diese Grenze überschritten.“

Laut Panettiere handelte es sich dabei um den drastischsten Fall dieser Art, den sie in ihrer Karriere erleben musste. Allerdings spricht es schon Bände, dass ungewollte Küsse und übergriffige Kommentare in ihren Schilderungen beinahe als selbstverständliche Begleiterscheinungen des Hollywood-Alltags erscheinen.

Umso wichtiger war es Panettiere, diese Erfahrungen öffentlich zu machen – nicht nur, um mit der eigenen Vergangenheit abzurechnen, sondern auch, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, denen gerade junge Frauen in der Filmbranche bis heute ausgesetzt sein können. Dass ihre Autobiografie nur wenige Monate vor ihrem viel zu frühen Tod erschienen ist, verleiht ihren Worten eine besondere Tragweite.

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer brasilianischen Schwesternseite AdoroCinema erschienen.

Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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