Mit weltweiten Einnahmen in der Höhe von 350 Millionen Dollar stellte die Romanverfilmung „Nur noch ein einziges Mal – It Ends With Us“ einen veritablen Hit dar. Doch dieser Erfolg wurde von hitzigen Debatten begleitet, ob der Film und seine Buchvorlage häusliche Gewalt verharmlosen. Noch dazu kam ein lang anhaltender Schwall an Business- und Klatsch-Schlagzeilen, der den Film überschattete.
Das führte dazu, dass Autorin Colleen Hoover neu über ihr Werk nachdenkt: „Es ist mir fast peinlich zu sagen, dass ich es geschrieben habe“, gab sie zu Protokoll. Derartiges musste Hoover über ein anderes Drama auf Basis eines ihrer Bücher, „All das Ungesagte zwischen uns – Regretting You“, indes nicht festhalten. Dafür nahm es allerdings auch deutlich weniger an den Kinokassen ein (nämlich 90,5 Millionen Dollar weltweit). Vielleicht erhält es jetzt mehr Aufmerksamkeit: „All das Ungesagte zwischen uns“ ist ab sofort bei Netflix abrufbar.
Und wenn ihr die Literaturadaption mit ihrer Bestseller-Vorlage vergleichen möchtet, findet ihr den Colleen-Hoover-Roman bei Amazon* und vielen weiteren Händlern.
Das ist"All das Ungesagte zwischen uns"
Morgan Grant (Allison Williams) und ihre 16-jährige Tochter Clara (Mckenna Grace) sind nach einem verheerenden Unfall nicht bloß aufgrund dieses Schicksalsschlags erschüttert. Mindestens genauso sehr wühlen ein schockierendes Familiengeheimnis und Claras Beziehung zu ihrem Mitschüler Miller (Mason Thames) ihre Leben auf. Zwischen Trauer, Geheimnissen und neuen Gefühlen müssen sie lernen, Fehler zu verzeihen und mit mehr Geduld füreinander zu kommunizieren...
An Starpower mangelt es diesem Coming-Of-Age-, Liebes- und Trauerbewältigungsdrama nicht. Denn in weiteren Rollen sind „Fast & Furious 8“-Star Scott Eastwood, „Die Unfassbaren 3“-Mime Dave Franco sowie Willa Fitzgerald („Der Untergang des Hauses Usher“) zu sehen. Was der Film zudem in Hülle und Fülle bietet, sind die Eigenheiten der ebenso erfolgreichen wie viel kritisierten Schriftstellerin Colleen Hoover. So heißt es in der FILMSTARTS-Kritik von Kamil Moll, dass sich der Film „in einem kaum überschaubaren Netz aus Liebesdreiecken, Schicksalsschlägen und moralischen Lebensweisheiten“ verliert.
Allerdings werden die unplausibel geschriebenen, sich türmenden Konflikte von einer kompetenten Hand zum Filmleben erweckt. Denn „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“-Regisseur Josh Boone „inszeniert das seifenoperhafte Chaos mit gewohnt viel Routine und Tempo.“ Daher ist „All das Ungesagte zwischen uns“ ein zwar makelbehafteter (und zudem mit dreister Produktplatzierung zugekleisterter) Film, aber zugleich einer, der immerhin interessant ist – und den vor allem Grace und Franco mit darstellerischem Engagement aufwerten.
Ob man das nun frustrierend findet (weil diese Talente an diesen Stoff verschwendet wurden) oder tröstend (weil sie den Film davor bewahren, einen völligen Fehlschlag abzugeben), das müsst ihr entscheiden. Und wenn ihr eindrucksvolleres Streaming-Futter auf Netflix sucht, solltet ihr euch für unsere folgenden Tipps entscheiden, selbst wenn das Wochenende schon hinter uns liegt:
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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.