Dank der ersten beiden „Stirb langsam“-Filme zählte Bruce Willis zu Beginn der 1990er-Jahre zu den größten Action-Stars des Planeten. An diesen Erfolg versuchte er 1991 mit zwei Filmen anzuknüpfen, die sich trotz grundsätzlicher Genre-Zugehörigkeit stark von den beiden John-McClane-Krachern abhoben: „Hudson Hawk – Der Meisterdieb“ irritierte das Publikum unter anderem mit spontanen Gesangseinlagen, während „Last Boy Scout – Das Ziel ist Überleben“ mit drastischer Gewalt, einem zynischen Grundton und derber Sprache für Aufsehen sorgte.
Genau das war auch der Grund, weshalb sich selbst einer der Verantwortlichen von dem Film distanzierte: Die Rede ist von Musikmogul David Geffen, der später gemeinsam mit Steven Spielberg und Jeffrey Katzenberg DreamWorks gründete und mit seiner eigenen Produktionsfirma auch „Last Boy Scout“ mitfinanzierte.
In einem Interview mit David Sheff danach gefragt, ob es einen Film gäbe, den er bereue, musste der heute 83-Jährige nicht lange überlegen – und nannte den von Shane Black („Lethal Weapon“) geschriebenen und von Tony Scott („Top Gun“) inszenierten Action-Thriller, in dem Bruce Willis und Damon Wayans als ungleiches Ermittler-Duo einem Korruptionsskandal im Profi-Football auf die Spur kommen.
„Es ist mir irgendwie peinlich, dass mein Name darauf steht“, so Geffen. „Wegen der Gewalt und des schlechten Geschmacks. Das ist nicht die Art von Film, die ich machen möchte.“ Tatsächlich blieb „Last Boy Scout“ eine Anomalie im Katalog von The Geffen Film Company – zu den bekanntesten Titeln der Firma zählen „Der kleine Horrorladen“, „Beetlejuice“ und „Interview mit einem Vampir“.
Ob Geffen den Film nun aber mochte oder nicht: An den Kinokassen war „Last Boy Scout“ im Gegensatz zu „Hudson Hawk“ ein voller Erfolg. Und in der offiziellen FILMSTARTS-Rezension gab es starke vier Sterne – wobei in der Kritik durchaus jene Aspekte anklingen, die Geffen damals so sauer aufgestoßen sein dürften: „‚Last Boy Scout‘ wird nachgesagt, frauenfeindlich und nicht gerade schwulenfreundlich zu sein. Zynismus und Brutalität ganz im Sinne amerikanischer Selbstjustizfilme stehen an der Tagesordnung. Mit ätzenden Sprüchen prügelt, schießt und nörgelt sich Bruce Willis durch den Film. Political correctness ist etwas anderes...“
Bruce Willis verteidigte "Last Boy Scout"
Willis selbst verteidigte den Film übrigens: „Das trifft einen ganz bestimmten Geschmack, aber dafür gibt es ein Publikum“, erklärte der „The Sixth Sense“-Star im Gespräch mit dem Playboy. „Und der Film hatte einige interessante Dinge zu bieten. Letztlich hat er nicht ganz eingelöst, was die Geschichte versprach, aber ich mochte die Figur. Ich weiß, dass sich einige Leute angegriffen fühlten – nicht nur von der Gewalt, sondern auch davon, wie das Kind [Anm.: er meint seine von Danielle Harris gespielte Filmtochter] mit seinem Vater sprach. Tut mir leid, Tante Irene. Es war anstößig, aber es hatte einen Sinn.“
Für einen anderen Film hat sich Bruce Willis allerdings tatsächlich bei seinen Fans entschuldigt. Um welchen 90er-Jahre-Actioner es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Der Film war wirklich schlecht, wirklich erbärmlich": Bruce Willis hat sich für diesen Action-Thriller öffentlich entschuldigt*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.