Die Zeit der großen Horror-Ikonen ist weitgehend vorbei. Freddy Krueger („Nightmare on Elm Street“), Jason Voorhees („Freitag, der 13.“) und Michael Myers („Halloween“) fehlt es doch an Nachfolgern, die die stilprägenden Fußstapfen ebenso eindrucksvoll ausfüllen. Der Creeper aus „Jeepers Creepers“, der heute, 30. August ab 23.45 Uhr bei Tele 5 ausgestrahlt wird, kann sicherlich nicht mit Freddy und Co. mithalten. Trotzdem ist die geflügelte Bestie für mich das beste und gruseligste Horror-Monster seit Beginn der 2000er-Jahre.
Darum geht’s in "Jeepers Creepers"
Bevor ich weiter auf den Film und den Creeper eingehe, hier erst einmal die Inhaltsangabe: Das Geschwisterpaar Trish (Gina Philips) und Darryl (Justin Long) befindet sich auf einem einsamen Highway auf dem langen Weg vom College nach Hause. Als die beiden plötzlich von einem gruseligen Truck bedrängt werden, können sie nur mit großer Mühe einen Unfall verhindern. Kurze Zeit später sehen sie den Truck am Wegesrand neben einer verfallene Kirche wieder. Sie beobachten, wie der Fahrer auffällige, offenbar mit Blut befleckte Bündel in eine Erdröhre wirft – und dann exakt in ihre Richtung blickt.
Erneut werden sie von dem Unbekannten beinahe von der Straße gedrängt, können den wütenden Attacken des alten Trucks aber knapp entgegen. Da es ihnen keine Ruhe lässt, was sich in den Bündeln denn nun wirklich befindet, kehren Trish und Darryl zu der alten, verfallenen Kirche zurück. Als sie die Erdröhre untersuchen, verliert Darryl den Halt und stürzt in ein düsteres Gewölbe. Was er dort entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Vermutungen. Doch der Horror hat gerade erst begonnen...
Eine furchteinflößende Monster-Ikone auf Menschenjagd
Gerade in der ersten Hälfte ist „Jeepers Creepers“ ein wirklich packender Horrorfilm, der durch seine atmosphärische Dichte punkten kann. Regisseur Victor Salva beweist hier, wie wichtig es ist, sich die nötige Zeit zu nehmen, um ein Spannungsszenario gewissenhaft aufzubauen und den (übernatürlichen) Terror so richtig wirken zu lassen. Der tritt dann in Form des Creepers auf, den wir in voller monströser Pracht erst nach etwas mehr als 45 Minuten zu Gesicht bekommen.
Wenn der Creeper in der zweiten Hälfte immer mehr Screentime bekommt, verfällt „Jeepers Creepers“ einer gewissen Formelhaftigkeit, die das blutige Geschehen relativ vorhersehbar macht. Dass der Film aber immer noch mindestens sehenswert ist, liegt tatsächlich am Creeper selbst. Das geflügelte Ungeheuer aus der Hölle, welches sich ein Haus der Qualen errichtet hat, ist für mich die beste originäre Horror-Ikone der jüngeren Filmgeschichte.
„Jeepers Creepers“ spricht dem Antagonisten eine eigene Mythologie zu, die zwar nicht neu ist, aber für mich ungemein stimmungsvoll ausfällt. Wo die Hintergründe dieser Figur in der Fortsetzung „Jeepers Creepers 2“ sowie dem Prequel „Jeepers Creepers 3“ immer weiter ausgebaut und damit auch ein Stück weit verwässert werden, gibt es in „Jeepers Creepers“ nur bedrohliche Ansätze zu sehen. Es handelt sich um eine Höllengestalt, die alle 23 Jahre für 23 Tage auf Menschenjagd geht.
Das erinnert ein wenig an Stephen Kings Horrorclown Pennywise aus „Es“, der alle 27 Jahre in Erscheinung tritt und für Angst und Schrecken sorgt. Darüber hinaus ist das Design (vor allem die Maskenarbeit!) des Creepers absolut grandios. Das bestialische Unwesen, dessen furchterregende Erscheinung einem zähnefletschenden Dämon gleichkommt, wird in „Jeepers Creepers“ auch glücklicherweise zum Großteil mit handgemachten Effekten in Szene gesetzt. Dadurch ist der Horror umso greifbarer.
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Heute Abend streamen: Das geniale Finale einer der besten Horror-Trilogien aller ZeitenDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.