Dieser Klassiker hat das Abenteuer-Kino für immer verändert: Steven Spielberg liebt ihn, er hat "Star Wars" beeinflusst und 100 Prozent auf Rotten Tomatoes!

Ein Abenteuer-Klassiker prägte das Kino nachhaltig. Steven Spielberg verehrt den Film, George Lucas übernahm Ideen für „Star Wars“ und bei Rotten Tomatoes steht er bis heute bei unglaublichen 100 Prozent. Kurz: Ein Meilenstein!

Star Wars“ (1977) hatte viele Inspirationen. George Lucas orientierte sich unter anderem an den „Flash Gordon“-Serials aus den 1930er-Jahren und an den klassischen Western von Regisseur John Ford („Der schwarze Falke“). Doch auch ein anderer Film spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Lucas' Weltraum-Saga: ein Abenteuer-Klassiker aus dem Jahr 1938, der bis heute zu den großen Hollywood-Produktionen seiner Zeit zählt. Die Rede ist von „Robin Hood – König der Vagabunden“ (1938).

Robin Hood, König der Vagabunden
Robin Hood, König der Vagabunden
Starttermin 19. September 1950 | 1 Std. 42 Min.
Von Michael Curtiz, William Keighley
Mit Errol Flynn, Olivia de Havilland, Basil Rathbone
Pressekritiken
4,5
User-Wertung
4,1
Filmstarts
5,0

Errol Flynn („Unter Piratenflagge“) verkörpert darin den Titelhelden, der sich mit Charme, Humor und einem Schwert gegen seine Widersacher behauptet. Die Geschichte verbindet spektakuläre Kämpfe, Romantik und eine gehörige Portion Humor. Genau diese Mischung machte den Film zu einem Vorbild für spätere Generationen von Filmemachern. Bei Rotten Tomatoes steht der Klassiker bis heute bei 100 Prozent – und auch Steven Spielberg zählt ihn zu seinen persönlichen Favoriten.

Ein Klassiker, der "Star Wars" prägte

Der Film von „Casablanca“-Regisseur Michael Curtiz und William Keighley („Die Freibeuter“) erzählt von einem England, in dem Prinz John während der Abwesenheit von König Richard die Macht an sich reißen will. Robin Hood stellt sich gemeinsam mit seinen Gefährten gegen den selbsternannten Herrscher und kämpft für die Rückkehr des rechtmäßigen Königs.

Was heute wie ein klassischer Mantel-und-Degen-Film klingt, war für Hollywood damals ein echtes Großereignis. Die aufwändige Produktion setzte auf prächtige Technicolor-Bilder, große Kulissen und spektakuläre Action. Vor allem Errol Flynn wurde mit seiner Darstellung zum Idealbild des charismatischen Abenteuerhelden.

Sein Einfluss reicht bis zu Han Solo. Harrison Fords Figur in „Star Wars“ besitzt ebenfalls diese Mischung aus Selbstbewusstsein, Humor und einer gewissen Unbekümmertheit. Beide Helden sind keine klassischen Ritter ohne Fehler, sondern charmante Draufgänger, die sich auch dann einen lockeren Spruch erlauben, wenn es eigentlich brenzlig wird.

Auch zwischen den weiblichen Figuren gibt es Parallelen. Olivia de Havillands Maid Marian ist selbstbewusst und lässt sich von Robin Hood keineswegs einfach beeindrucken. Ihre Dynamik mit dem Helden erinnert an die Beziehung zwischen Prinzessin Leia und Han Solo. Lucas übernahm zudem weitere Elemente aus dem klassischen Abenteuerkino, darunter den Einsatz von einführenden Texttafeln, die das Publikum direkt in die Handlung versetzen.

Steven Spielberg war ebenfalls begeistert

George Lucas war allerdings nicht der einzige spätere Hollywood-Gigant, der sich von dem Film inspirieren ließ. Auch Steven Spielberg schwärmt seit Jahrzehnten von „Robin Hood – König der Vagabunden“. Besonders eine Szene blieb ihm im Gedächtnis: Robin Hood und sein Gegenspieler Sir Guy of Gisbourne verlassen das Bild, während ihre großen Schatten noch zu sehen sind.

Spielberg griff diese visuelle Idee später selbst auf. In „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) findet sich eine auffällige Parallele, wenn Indiana Jones und die Bundeslade als große Schatten zu sehen sind. Aus einem Moment des klassischen Hollywood-Abenteuerkinos wurde damit ein Bild, das Spielberg in einem seiner eigenen großen Filme neu interpretierte.

Nicht nur die Bilder wirkten nach. Auch die Musik des Films war wegweisend. Erich Wolfgang Korngold komponierte die opulente Filmmusik und gewann dafür einen Oscar. Sein bombastischer Orchestersound wurde zu einem wichtigen Vorbild für die Filmmusik späterer Blockbuster. Auch John Williams, der die berühmte „Star Wars“-Musik schrieb, ließ sich von Komponisten dieser Ära inspirieren und wurde zum festen Begleiter von Lucas und vor allem Spielberg. Auch wenn dieser nicht immer sofort verstand, wie genial Williams war:

"Ich dachte, er macht einen Scherz": Vor 50 Jahren begriff Steven Spielberg nicht, dass er gerade eine der größten Filmmusiken aller Zeiten hört

„Robin Hood – König der Vagabunden“ beweist, wie stark das Kino der 1930er-Jahre spätere Generationen geprägt hat. Wer verstehen möchte, woher ein Teil des modernen Abenteuerkinos stammt, kommt an diesem Film deshalb kaum vorbei. Auch wir von FILMSTARTS haben den Film bereits mit einer 5-Sterne-Kritik sowie mit einer hohen Platzierung bei den besten Abenteuerfilmen aller Zeiten gewürdigt.

„Star Wars“ ist und bleibt eine Goldgrube für Entdeckungen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass eine der größten Hollywood-Legenden aller Zeiten einen bis heute selbst unter Fans oft vergessenen Gastauftritt absolvierte? Mehr dazu im folgenden FILMSTARTS-Artikel:

Dieser legendäre Hollywood-Megastar versteckt sich in "Star Wars" – und ihr habt es garantiert nicht bemerkt!

*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren