Kaum ein Regisseur kann auf eine derart umfangreiche, prägende Filmografie zurückblicken wie Ridley Scott. Bereits nach der ersten Hälfte seiner mittlerweile knapp 50-jährigen Karriere konnte der britische Filmemacher den Sci-Fi-Klassiker „Blade Runner”, den feministischen Meilenstein „Thelma & Louise” (der dieses Jahr das offizielle Cannes-Poster zierte), „Gladiator” und „Black Hawk Down” vorweisen, der kürzlich von Quentin Tarantino zum besten Films des Jahrhunderts erklärt wurde.
Neben zahlreichen herausragenden Einzelfilmen gilt Scott zudem als Schöpfer des „Alien”-Franchises, legte er doch mit seinem 1979 erschienenen Film den Grundstein für eine der erfolgreichsten Science-Fiction-Reihen der Filmgeschichte. Nachdem James Cameron und David Fincher die ersten Fortsetzungen inszenierten, kehrte Ridley Scott mit den Prequels „Prometheus - Dunkle Zeichen” und „Alien: Covenant” in das unheimliche Universum zurück. Der 88-jährige Regisseur, der derzeit seinen neuesten Streifen bewirbt, das Weltuntergangs-Drama „Das Ende der Sterne”, äußerte sich nun zum wiederholten Mal zur Zukunft des Franchises.
Scott revidiert sein Lob für "Alien: Romulus"
2024 erschien mit „Alien: Romulus” der bislang jüngste Teil der Reihe, der zeitlich zwischen den ersten beiden Filmen angesiedelt ist. Regisseur Fede Álvarez gelang es, erfolgreich an das Erbe des Franchise anzuknüpfen und rund 351 Millionen US-Dollar an den weltweiten Kinokassen einzuspielen. Auch die Kritiken fielen überwiegend positiv aus, einhellig gelobt wurde Hauptdarsteller David Jonsson (der erst vor wenigen Wochen zum neuen „Black Panther” erklärt wurde).
2023 beschrieb Scott „Alien: Romulus” noch als „verdammt großartig”, in einem aktuellen Interview mit unserer französischen Schwesterseite Allocine, fiel sein Urteil deutlich gemäßigter aus. „Er war okay. Ich denke, da braucht es noch etwas Hilfe. Deshalb habe ich mich noch einmal drangesetzt,” so der Brite und erklärte, dass er derzeit das Drehbuch des neuen „Alien”-Films überarbeite.
Obwohl zunächst von einer direkten Fortsetzung von „Alien: Romulus” mit erneuter Beteiligung von David Jonsson und Fede Álvarez die Rede war, gab es in den letzten Monaten immer wieder Spekulationen über kreative Differenzen und Uneinigkeit darüber, in welche Richtung sich das Franchise künftig entwickeln soll. Nur wenige Wochen vor dem geplanten Drehbeginn verließ Álvarez das Projekt, woraufhin das Vorhaben wieder in die Entwicklungsphase zurückkehrte.
Die Tatsache, dass Scott nun davon spricht, da anzuknüpfen, wo „Alien: Covenant” aufhörte, nämlich „mit Michael Fassbender[s Figur], der inzwischen glaubt, er sei Ozymandias”, scheint die Kursänderung endgültig zu besiegeln.
Ein dritter "Prometheus" anstatt "Alien: Romulus 2"
Ridley Scott äußerte sich im Interview nicht konkret zum Regisseur des neuen Films. Auf die Frage des französischen Journalisten, ob es sich dabei um „Evil Dead Burn”-Macher Sébastien Vaniček handele, antwortete er mit einem „kann sein”.
Zum Inhalt des Films gab er jedoch preis, dass er den Gedanken spannend findet, wenn eine KI völlig außer Kontrolle gerät. „In dem Moment, in dem wir erkennen, dass eine KI aus dem Ruder läuft, wäre es bereits zu spät. KI könnte sämtliche digitalen Systeme auf der Welt abschalten. Es wäre absolutes Chaos,” so Scott.
Mit der Rückkehr von Michael Fassbender ins „Alien”-Franchise dürfte also zu rechnen sein. In nur wenigen Wochen ist der deutsch-irische Schauspieler darüber hinaus bereits im nächsten Film mit Außerirdischen zu sehen:
Sci-Fi-Monster, Zerstörungs-Action & Superstars: Neuer deutscher Trailer zu "Hope" – eine "absolute Blockbuster-Sensation"!