Quentin Tarantino hält diesen Film für den besten des Jahrhunderts – dessen Regisseur fragt: "Was hat er genommen?"

Für viele wäre es sicher eine besondere Ehre, wenn ihr eigener Film von Quentin Tarantino zum besten Werk des 21. Jahrhunderts gekrönte würde. Ridley Scott zählt nicht dazu. Er kann mit diesem gewaltigen Lob sogar überraschend wenig anfangen.

Als Quentin Tarantino Ende 2025 in einem Podcast von Skandal-Autor Bret Easton Ellis („American Psycho“) seine persönliche Rangliste der besten Filme des bisherigen 21. Jahrhunderts präsentierte, sorgte das für reichlich Wirbel. Okay, wir müssen zugeben, dass vor allem die beleidigenden Aussagen des Kult-Regisseurs gegenüber einigen Schauspielern wie Paul Dano und Matthew Lillard für das Gros der Schlagzeilen verantwortlich waren. Doch auch über die Liste selbst haben manche angeregt diskutiert.

Wie wir euch damals bereits ausführlich berichtet haben, landete das kompromisslose Kriegsdrama „Black Hawk Down“ vor Filmen wie „Toy Story 3“, „Lost In Translation“, „Dunkirk“, „There Will Be Blood“ und „Mad Max: Fury Road“ auf dem ersten Platz von Tarantinos Liste. Anlässlich des Kinostarts seines aktuellen Films „Das Ende der Sterne“ wurde Scott selbst von der Sunday Times mit der Auszeichnung konfrontiert. Seine Reaktion fällt allerdings anders aus, als man vielleicht erwarten würde.

Quentin Tarantino: "Black Hawk Down" ist ein Meisterwerk

Tarantino erklärte „Black Hawk Down“ zum Meisterwerk. Sei der Film bei der ersten Sichtung fast noch zu intensiv gewesen, beeindrucke genau das ihn mittlerweile. Für ihn sei „Black Hawk Down“ der seltene Film, der tatsächlich ein ähnliches Gefühl wie Francis Ford Coppolas Klassiker „Apocalypse Now“ erzeuge. „Als ich ihn neulich wiedersah, raste mein Herz durch den gesamten Film; er packte mich und ließ mich nicht los“, schwärmt der „Pulp Fiction“-Macher und lobt die Regieleistung des Kollegen Scott als „außergewöhnlich“.

Dieser selbst sieht die Sache allerdings etwas anders. Auf die Frage der Sunday Times zu dem Lob antwortete Ridley Scott mit einem Lachen und erklärte dann: „Ich frage mich, was hat er genommen? Denn was auch immer es ist, ich will auch etwas davon.“ Auf die Nachfrage, ob er Tarantinos Einschätzung denn zustimme und „Black Hawk Down“ für den besten Film des 21. Jahrhunderts halte, fiel seine Antwort denkbar knapp aus: „Nein!“

Trotz der neuen Aussagen: Auch Ridley Scott ist begeistert von "Black Hawk Down"

Wer jetzt glaubt, dass Scott mit „Black Hawk Down“ etwa unzufrieden ist und sich von dem eigenen Werk distanzieren will, sieht sich getäuscht. Das ist ganz und gar nicht der Fall. Vor einiger Zeit verriet der Regisseur, dass er angesichts der seiner Meinung nach zunehmenden Mittelmäßigkeit des heutigen Kinos einfach begonnen habe, einige seiner eigenen Filme noch einmal anzuschauen. Schließlich seien diese ziemlich gut. Dabei hob er „Black Hawk Down“ besonders hervor.

Das 2001 erschienene Kriegsdrama schildert die Schlacht von Mogadischu im Jahr 1993 und wartet mit einem hochkarätigen Ensemble um Josh Hartnett, Ewan McGregor, Eric Bana, William Fichtner und Tom Hardy auf. Scott erhielt für das Werk eine Oscar-Nominierung für die beste Regie, zwei Academy Awards gab es schließlich für Schnitt und Ton. Auch bei FILMSTARTS steht „Black Hawk Down“ mit 4 von 5 Sternen ziemlich hoch im Kurs. Es ist ein starker Film, aber auch für uns eindeutig nicht der beste des bisherigen Jahrhunderts.

Einen anderen tollen Film empfehlen wir euch im folgenden Artikel:

Einen der besten Fantasyfilme der 80er heute Abend streamen: Sean Connery im Zweikampf mit dem Minotaurus

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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