Diese Fantasy-Fortsetzung kam 54 (!) Jahre nach dem bahnbrechenden Original ins Kino – heute Abend läuft sie im TV

Das Original ist ein Meilenstein des Musical- und Familienkinos, über 50 Jahre später legte Disney einen zweiten Teil nach: „Mary Poppins' Rückkehr“ hat enorme Fußstapfen zu füllen. Heute könnt ihr im Free-TV überprüfen, ob es dem Sequel gelingt.

Unvergessliche Melodien, wunderschöne Bilder und eine unterhaltsame, zugleich anrührende Geschichte: Das fantasievolle Musical-Vergnügen „Mary Poppins“ ist einer der größten Triumphe des einflussreichen Erfolgsproduzenten Walt Disney! Eine Fortsetzung des vielfach ausgezeichneten Klassikers war jahrzehntelang angedacht, doch erst stattliche 54 Jahre nach dem Kinostart von „Mary Poppins“ flimmerte ein Sequel zu diesem Meilenstein über die Leinwände:

Mary Poppins' Rückkehr“ feierte 2018 Weltpremiere – und spaltete die Gemüter. Von Liebe über wohlwollendem Schulterzucken bis hin zu Verachtung: Konsens über das Fantasy-Musical wollte sich nicht so recht bilden. Das American Film Institute zumindest wählte ihn zu einem der zehn besten Filme des Jahres und bei den Oscars reichte es für vier Nominierungen. Und der Staub der Entrüstung, dass man es gewagt hat, einen neuen „Mary Poppins“-Film in die Kinos zu bringen, dürfte sich auf der Gegenseite mittlerweile gelegt haben.

Wie gut sich Emily Blunt als Nachfolge der ikonischen Julie Andrews macht, könnt ihr heute Abend ganz leicht überprüfen. Denn heute, am 10. September 2026, läuft „Mary Poppins' Rückkehr“ ab 20.15 Uhr im Disney Channel. Außerdem könnt ihr den Film, genauso wie den ersten „Mary Poppins“*, zeitlich flexibel bei Disney+ abrufen:

Darum geht es in "Mary Poppins' Rückkehr"

London während der Großen Depression: Der Witwer Michael Banks (Ben Whishaw) findet einzig bei seiner Schwester Jane (Emily Mortimer) emotionalen Halt. Während die Geschwister verzweifelt zu verhindern versuchen, dass sich die Bank ihr altes Elternhaus unter den Nagel reißt, begegnen Michaels Kinder John (Nathanael Saleh), Annabel (Pixie Davies) und Georgie (Joel Dawson) im Park dem magischen Kindermädchen Mary Poppins (Emily Blunt).

Nachdem sie schon Jane und Michael hütete, bietet sie nun der neuen Banks-Generation ihre Dienste an. Im Zuge dessen stolpert die Familie in musikalische Abenteuer. Und sie lernt den Laternenanzünder Jack (Lin-Manuel Miranda) sowie Mary Poppins' schräge Cousine Topsy (Meryl Streep) kennen – doch bleibt bei all dem Spaß Zeit, um das geliebte Haus im Kirschbaumweg zu retten?

Mary Poppins mit einem kleinen Hauch von "Chicago"

Die zentrale Personalie sollte über jeden Zweifel erhaben sein: Emily Blunt macht ihre Sache außerordentlich gut! Sie kann Andrews' Performance zwar nicht in den Schatten stellen, würdigt ihre Fußstapfen aber auf sehenswerte Weise und macht sich die Rolle zugleich behutsam zu eigen. Das kommt insbesondere in der Musicaleinlage „Der Einband kann täuschend sein“ (im Original: „A Cover Is Not The Book“) zur Geltung, in der Blunt aus Poppins mit Pfiff eine neckisch Doppeldeutigkeiten trällernde Vaudeville-Performerin macht – inklusive Bob im Stil von Catherine Zeta-Jones' famoser Rolle der mörderischen Sängerin und Tänzerin Velma Kelly aus „Chicago“.

In derselben Szene punktet diese Musical-Fortsetzung mit hübsch-stilisierten, liebevollen Zeichentrickelementen nach alter, handgemachter Schule: Der Realfilm und Animation vereinende Zauber des Originals wird somit kurz eingefangen. Durch einen zackigeren Zeichenstil, der sich vom rundlich-niedlichen Look der Tricktiere aus „Mary Poppins“ abhebt, gewinnt die Fortsetzung hier gleichzeitig eine eigene Identität.

Doch viel zu oft erweisen sich andere Szenen als kaum umgekrempelte, gelacktere Neuauflagen von Passagen des überragenden Disney-Meilensteins – und viel zu selten drücken „Chicago“-Regisseur Rob Marshall oder sein Cast dem Sequel ihren Stempel auf. Unterm Strich bleibt somit ein Stück Wohlfühl-Familienkino, das mit großem Aufwand, altmodischem Charme und sanfter Modernisierung zwar unterhält, das aber nicht mal im Ansatz so lange und schön nachhallt wie sein Vorgänger.

Zwei Familienfilme, die sich einen höheren popkulturellen Stellenwert erkämpft haben als „Mary Poppins' Rückkehr“, stellen wir euch unterdessen im folgenden Artikel vor:

Bei Disney+ könnt ihr jetzt zwei der besten Fantasy-Abenteuer der letzten 15 Jahre streamen – sogar Nicolas Cage liebt diese Filme

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Sidneys Lieblingsfigur ist Donald Duck, sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“ und bereits in der Grundschule las er eine Walt-Disney-Biografie. Wenn er könnte, würde er ins Disneyland auswandern, aber da das nicht geht, muss ihn seine Disney-Sammlung bei Laune halten.
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