"Maxton Hall" wird nachträglich mit KI verändert – dieses Problem will Amazon damit lösen

Das Finale von „Maxton Hall“ nähert sich mit großen Schritten. Im Vorfeld von Staffel 3 sorgt aber eine überraschende Meldung zu einem KI-Einsatz für Aufsehen, mit dem Amazon Prime Video den deutschen Serien-Hit vermeintlich aufpoliert hat.

Die Bestseller-Adaption „Maxton Hall - Die Welt zwischen uns“ ist die erfolgreichste nicht-englischsprachige Serie von Amazon Prime Video. Dass die deutsche Young-Adult-Romanze überhaupt auch international so hohe Wellen schlagen kann, ist natürlich in erster Linie der weltweiten Verfügbarkeit bei Amazon Prime Video geschuldet – und nicht zuletzt auch der damit einhergehenden Synchronisierung in verschiedenen Sprachen.

Und genau diese will Amazon mittels KI nun weiter optimieren. Damit ist aber nicht etwa gemeint, dass eine Synchronfassung komplett mit Künstlicher Intelligenz erstellt wird. Zwar kam das bei Prime Video durchaus schon vor – in diesem Jahr sorgte etwa die grauenvolle KI-Synchro zum Thriller „Deadly Patient“ für so viel Empörung, dass der Film hierzulande wieder entfernt wurde –, doch nun ist der Ansatz ein anderer.

Hier kommt nämlich eine neuartige KI-Technologie zum Einsatz, mit der die Lippenbewegungen von Schauspielern und Schauspielerinnen an eine von Menschen eingesprochene Synchronisation angepasst werden.

KI-Anpassung für alle drei Staffeln von "Maxton Hall"

Das gab Amazon selbst nun offiziell in einem Blog-Post bekannt, in dem es heißt: „Haben Sie schon einmal einen synchronisierten Film gesehen und bemerkt, dass sich die Lippen der Schauspieler weiterbewegen, obwohl der Dialog längst beendet ist – was Sie komplett aus der Handlung reißt? Prime Video geht dieses Problem mit einer Funktion an, die entwickelt wurde, um unseren weltweiten Kunden ein angenehmeres und zugänglicheres Seherlebnis zu bieten.“

„Maxton Hall“ ist der erste Amazon-Titel, bei dem diese Technologie zum Einsatz kommt, erst einmal aber nur bei der englischen Sprachversion. Die ersten beiden Staffeln sollen laut Amazon jetzt nachträglich bereits mit der entsprechenden KI-Modifikation versehen worden sein (auch wenn wir bei einem Test bislang noch keine bessere Synchronisierung von Lippenbewegung und englischer Tonspur feststellen konnten).

Bei der am 9. Dezember 2026 startenden dritten und letzten Staffel soll die mutmaßliche Optimierung direkt von Anfang an zum Einsatz kommen.

KI-Lippenbewegungen auch bei weiteren Amazon-Serien geplant

Und „Maxton Hall“ soll dabei nur der Anfang sein. Wie Prime-Video-Technik-Führungskraft Raf Soltanovich in einem Statement erklärte, sollen künftig auch weitere Serien beim Anbieter diese KI-Behandlung bekommen, um „den Kunden eine nahtlosere und immersivere Möglichkeit zu bieten, globale Inhalte zu genießen und es Kreativen zu erleichtern, mit ihren Geschichten ein breiteres Publikum zu erreichen.“

All das soll unter kreativer Aufsicht geschehen, um sicherzustellen, dass die Integrität der künstlerischen Vision gewahrt bleibt. Ob das allerdings mit dieser Methode wirklich zu 100 Prozent möglich ist, bleibt fraglich. Schließlich stellen selbst kleine Veränderungen im Gesicht von Darsteller*innen einen Eingriff in ihre Darbietung dar, der im schlimmsten Fall gar gewisse Nuancen der Mimik zerstören könnte. Wie stark die Änderung letztlich wirklich ausfällt und sich im Endergebnis niederschlägt, müssen jetzt aber erst einmal die ersten Fallbeispiele wie eben „Maxton Hall“ zeigen. Je nach Akzeptanz des Publikums dürfte Amazon das KI-Feature bei der Synchro-Optimierung in absehbarer Zukunft dann aber tatsächlich flächendeckend verwenden.

Für Empörung sorgt aktuell übrigens auch ein KI-Einsatz im neuen Film von „28 Years Later“-Macher Danny Boyle. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Bei gefeiertem neuen Film: "28 Days Later"-Macher Danny Boyle gibt KI-Nutzung zu – und erntet Empörung

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Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Vom Spurenverwischen mit Dexter bis zu Weltraum-Abenteuern mit Picard. Markus hat ein Herz für Serien aller Art – und schüttet es gern in Artikeln aus.
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