Nach dem Ende von „Game Of Thrones“ im Jahr 2019 schien HBO nicht genug von der Fantasy-Welt von George R.R. Martin zu bekommen. Reihenweise wurden direkt neue Ableger entwickelt, sodass teilweise rund ein halbes Dutzend möglicher Projekte in der Pipeline war. Jon Snow (Kit Harington) und Arya Stark (Maisie Williams) sollten zeitweise eigene Serien bekommen, während mit „Zehntausend Schiffe“ und „9 Reisen“ Abenteuergeschichten geplant waren. Sogar Projekte über „Das Goldene Reich von Yi Ti“, den Fall von Valyria („Das Imperium aus Asche“) oder die allererste Invasion der Weißen Wanderer („Blutmond“) waren geplant. Von letzterer wurde sogar eine Pilotfolge mit Hollywood-Star Naomi Watts in einer Hauptrolle gedreht.
All diese Serien sind aber nie erschienen und werden es womöglich auch nie. Tatsächlich auf die Bildschirme geschafft haben es bislang nur „House Of The Dragon“ und „A Knight Of The Seven Kingdoms“, wobei es vorerst auch bleiben dürfte. Damit ist wohl auch eines der faszinierendsten Serienprojekte über die Eroberung von Westeros durch Aegon Targaryen zumindest im TV Geschichte.
HBO-Chef bestätigt: Nichts mehr zusätzlich geplant bei "Game Of Thrones"
Am Rande der Emmy Awards wurde HBO- und HBO-Max-Chef Casey Bloys jetzt von Deadline gefragt, ob es derzeit Bewegung bei weiteren „Game Of Thrones“-Spin-offs gebe. Seine Antwort fiel überraschend eindeutig aus. Neben „A Knight Of The Seven Kingdoms“, das 2027 mit seiner zweiten Staffel zurückkehren soll, und „House Of The Dragon“ gebe es demnach aktuell „nichts anderes“.
Der Senderchef bestätigte damit also, dass alle anderen Projekte vorerst zur Seite geschoben wurden. Schon in der Vergangenheit stellte er klar, dass nur wenige der Ideen am Ende auch tatsächlich umgesetzt werden. Schließlich ging es HBO vor allem darum, mögliche Optionen auszuloten und sich dann die besten Ideen herauszusuchen. Jetzt scheint man aber sogar das aufgegeben zu haben. Womöglich hat man intern erkannt, dass eine „Game Of Thrones“-Serie pro Jahr völlig ausreicht. Mit den beiden aktuellen Spin-offs, die man im Wechsel herausbringen kann, ist man in dieser Hinsicht erst einmal versorgt. Eine groß angelegte Expansion des Franchise, die viele einst erwarteten, scheint also zumindest im Serienbereich vorerst nicht mehr vorgesehen zu sein.
Die Serie über Aegons Eroberung dürfte damit Geschichte sein
Vor allem für einen Ableger dürfte die neue Aussage schlechte Nachrichten bedeuten. Schon seit einigen Jahren wurde an einer Serie über Aegon den Eroberer gearbeitet. Die Geschichte sollte eines der zentralen Ereignisse der gesamten „Game Of Thrones“-Mythologie behandeln: Wie Aegon Targaryen gemeinsam mit seinen Schwestern Visenya und Rhaenys sowie ihren Drachen große Teile von Westeros unterwarf, die sieben Königreiche einte und schließlich den Eisernen Thron begründete.
2024 wurde Mattson Tomlin, unter anderem Co-Autor von „The Batman“, mit der Entwicklung beauftragt. Allerdings kamen zuletzt ohnehin Zweifel an dem Projekt auf, weil HBO-Mutterkonzern Warner plötzlich andere Pläne für Aegons Eroberung offenbarte. Bereits im Frühjahr 2026 kündigte Warner Arbeiten an dem Kinofilm „Game Of Thrones: Aegon's Conquest“ an. Das Drehbuch stammt hier von Beau Willimon, der unter anderem an „Star Wars: Andor“ und „House Of Cards“ gearbeitet hat.
Hat der "Game Of Thrones"-Kinofilm gewonnen?
Schon die Ankündigung des Kinofilms hatte Zweifel daran geweckt, ob HBO parallel tatsächlich noch eine Serie über exakt denselben Stoff entwickeln würde. Lange Zeit berichteten Brancheninsider, dass intern erst einmal beide Projekte vorangetrieben würden und man abwarten wolle, welches in der Umsetzung am meisten Sinn ergibt. Bloys' neue Aussage ist nun ein starkes Indiz, dass dieses Rennen entschieden ist. Da keine weiteren Serienprojekte vorangetrieben werden, sieht es für die geplante Aegon-Serie ziemlich düster aus. Womöglich ist bei Warner die Entscheidung bereits gefallen, sich komplett auf den Kinofilm zu fokussieren. Wann der kommen könnte, ist noch nicht bekannt.
Wichtig ist aber: Auch wenn die erwähnten Spin-offs vorerst auf Eis liegen, sind sie damit nicht zwingend endgültig tot. Sobald bei „A Knight Of The Seven Kingdoms“ und „House Of The Dragon“ das Ende ansteht, könnte HBO wieder andere Projekte anschieben und sich dabei auch auf vorherige Ideen besinnen. Die alten Konzepte können theoretisch dann auch Jahre später wieder aufgegriffen werden.
Bei einem ganz anderen Serien-Hit wissen wir dagegen sehr konkret, wie es weitergeht. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
Horror und einer der besten "Reacher"-Geschichten: Das erwartet euch in der 5. Staffel des Action-Hits bei Amazon Prime Video