Der Erfolg eines Films lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise messen: an den Kritiken, an der Reaktion des Publikums, an gewonnenen Preisen oder natürlich an den Einspielergebnissen. Allerdings gehen diese Faktoren längst nicht immer Hand in Hand. Immer wieder gibt es Filme, die von der Fachpresse gefeiert werden und trotzdem während ihrer Kinolaufzeit nur ein überschaubares Publikum erreichen.
Ein gutes Beispiel dafür ist „Die Fabelmans“ aus dem Jahr 2022. Steven Spielbergs autobiografisch geprägtes Drama erhielt hervorragende Kritiken – übrigens auch 4,5 von 5 Sternen bei FILMSTARTS – und wurde für insgesamt sieben Oscars nominiert. An den Kinokassen blieb der große Erfolg jedoch aus: Weltweit spielte der Film lediglich rund 45 Millionen Dollar ein – bei einem Produktionsbudget von etwa 40 Millionen Dollar. Damit zeigt sich, dass selbst der Name Steven Spielberg längst kein Garant mehr für einen kommerziellen Kinohit ist. Bereits sein Remake von „West Side Story“ lockte ein Jahr zuvor vergleichsweise wenige Menschen in die Kinos und spielte weltweit lediglich rund 76 Millionen Dollar ein.
Allerdings sagt das Einspielergebnis in Zeiten von Streaming längst nicht mehr so viel über den Erfolg eines Films aus wie früher. Gerade nach der Corona-Pandemie haben die Studios ihre Kinofenster deutlich verkürzt, um Filme schneller auf den eigenen Streaming-Plattformen anbieten zu können. Gleichzeitig haben sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer daran gewöhnt, auf die Heimkino-Auswertung zu warten, anstatt für einen Film ins Kino zu gehen.
Die Macht des Kinos in "Die Fabelmans"
Dass „Die Fabelmans“ trotz seines überschaubaren Einspielergebnisses einen besonderen Stellenwert innerhalb der Filmbranche genießt, zeigt auch das Lob eines bekannten Regiekollegen. Denis Villeneuve nahm Spielbergs Film 2023 in eine Liste seiner persönlichen Lieblingsfilme auf. Der „Dune“- und „Blade Runner 2049“-Regisseur bezeichnete „Die Fabelmans“ gegenüber IndieWire sogar als „den besten Film, der je über die Macht des Kinos gedreht wurde“.
Villeneuve äußerte sich im Rahmen einer Ehrung Spielbergs bei den DGA Awards und fand noch deutlich persönlichere Worte für das Werk: „Es ist ein Wunder. Zu sagen, dass mich dieser Film tief berührt hat, ist eine Untertreibung.“ „Die Fabelmans“ sei für ihn ein „aktiver Beweis reiner künstlerischer Großzügigkeit“, geschaffen von „einem der größten Filmemacher unserer Zeit“.
Und tatsächlich dreht sich in „Die Fabelmans“ alles um die besondere Kraft des Kinos. Spielberg erzählt darin, wenn auch fiktionalisiert, seine eigene Geschichte und zeigt, wie seine Leidenschaft für das Filmemachen bereits in seiner Jugend entstand. Im Mittelpunkt steht der junge Sammy Fabelman (Gabriel LaBelle), der durch das Medium Film seine Umwelt immer besser zu verstehen beginnt und schließlich seine eigene Stimme als Geschichtenerzähler entdeckt.
Auch die Figuren basieren auf realen Menschen aus Spielbergs Leben. Michelle Williams spielt Sammys Mutter Mitzi, während Paul Dano seinen Vater Burt verkörpert. Beide Figuren sind deutlich an Spielbergs tatsächliche Eltern angelehnt.
Dass „Die Fabelmans“ in Hollywood auf große Anerkennung stieß, zeigt schließlich auch der Blick auf die Oscar-Nominierungen. Das Drama war in den Kategorien Bester Film, Beste Regie für Spielberg, Beste Hauptdarstellerin für Michelle Williams, Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild und Bester Nebendarsteller für Judd Hirsch nominiert. Zwar ging der Film bei der Verleihung leer aus, an seiner Bedeutung für Spielberg und seiner Wertschätzung innerhalb der Branche änderte das jedoch wenig.
Übrigens: Welchen amerikanischen Film Steven Spielberg als seinen Favoriten bezeichnet, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Das ist der beste amerikanische Film aller Zeiten – laut Regie-Legende Steven SpielbergEin ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.
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