Ohne Werbung im TV: 6,5 Millionen sahen Deutschlands beliebtesten Komiker mit seinem "neuen" Film im Kino
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Zur Primetime könnt ihr heute einen der größten Kinohits der 1980er im Free-TV anschauen: „Otto - Der neue Film“. Macht euch dafür auf einige haarsträubend absurde Situationen sowie den eigenwilligen Charme des Ostfriesen gefasst.

Von Oliver Kube

Klar, so läuft das Geschäft: Wenn ein Film ein Erfolg an den Kinokassen ist, beginnt in der Regel sofort die Arbeit an einem Sequel. So passierte es natürlich auch, als der bis heute immens populäre Comedy-Superstar Otto Waalkes („7 Zwerge - Männer allein im Wald“) im Jahre 1985 mit seinem Kinodebüt „Otto - Der Film“ sensationelle 8,8 Millionen Menschen in die westdeutschen Lichtspielhäuser lockte. Da musste natürlich flott ein zweites Werk her. Und genau das könnt ihr am Abend ganz ohne Werbung im TV sehen.

„Otto - Der neue Film“ läuft am heutigen 2. Oktober 2026 um 20.15 Uhr auf ZDFneo. Eine Wiederholung folgt am 3. Oktober um 10.50 Uhr. Wer beide Termine verpasst und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auf ein Video-on-Demand ausweichen:

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Ein Hit trotz Kritikerschelte

„Otto - Der Film“ war 1985 ein Superhit, der mit 8,8 Millionen verkauften Tickets nicht nur in Westdeutschland grandios abräumte. Ein Jahr später strömten nämlich auch in der DDR wahre Massen in die Kinos. 5,7 Millionen Ostdeutsche sahen Otto Waalkes damals auf den Leinwänden des Arbeiter- und Bauernstaates seinen Schabernack treiben. Addiert man beide Zahlen miteinander, ist „Otto - Der Film“ tatsächlich der hierzulande erfolgreichste deutschsprachige Kinofilm aller Zeiten. Denn der offizielle Spitzenreiter „Der Schuh des Manitu“ bringt es „lediglich“ auf 11,7 Millionen Besucher*innen.

Als 1987 „Otto - Der neue Film“ herauskam, fielen die Kritiken größtenteils negativ bis geradezu vernichtend aus. Die Gags wurden als „altbacken, ärmlich und bieder“ klassifiziert. Was vielen Rezensent*innen jedoch noch saurer aufstieß, war das dreiste Product-Placement. Von Bier und Zigaretten über Putzmittel bis hin zu Jeans, Waschmaschinen oder Versandhäusern machte Otto in dem von ihm und Xaver Schwarzenberger („Beim nächsten Mann wird alles anders“) gemeinsam inszenierten Werk schamlos für alle Marken (Schleich-)Werbung, die ausreichend D-Mark überwiesen hatten.

Die schlechte Presse hielt das Publikum aber keineswegs davon ab, erneut die Kinos zu stürmen. Ganz so viele Karten wie für den Vorgänger wurden zwar nicht abgesetzt. Mit fast 6,5 Millionen Besucher*innen (dieses Mal allein in Westdeutschland) war „Otto - Der neue Film“ aber dennoch wieder ein Mega-Erfolg. Kein Wunder also, dass Waalkes und sein Team mit „Otto - Der Außerfriesische“, „Otto - Der Liebesfilm“ und „Otto - Der Katastrophenfilm“ in den Folgejahren fröhlich weitermachten.

Aber ist „Otto - Der neue Film“ wirklich so mies, wie er damals besprochen wurde? Ja und nein. Während es stimmt, dass die Story arg fadenscheinig daherkommt und einige der Kalauer ziemlich abgestanden wirken, ist der liebenswert-alberne Charme des damals noch recht jung aussehenden Herrn Waalkes (beim Erscheinen des Streifens war er 39) bis heute mitreißend. Alte und nachgewachsene Otto-Fans sowie gerade auch 1980er-Nostalgiker*innen sollten also durchaus ihren Spaß an den nur etwas mehr als 80 Minuten haben.

Otto - Der neue Film
Otto - Der neue Film
Starttermin 16. Juli 1987 | 1 Std. 22 Min.
Von Xaver Schwarzenberger, Otto Waalkes
Mit Dieter Landuris, Hans-Martin Stier, Ronald Nitschke
User-Wertung
2,7

"Otto - Der neue Film": Das ist die Story

Otto (Otto Waalkes) lebt im hektischen Berlin und sehnt sich nach der Idylle von Hühneroog, seiner friesischen Inselheimat. Allein die in ihn verliebte Anna (Anja Jaenicke) hält ihn noch in der Großstadt. Allerdings ist mit Annas Vater Hermann Rettich (Dirk Dautzenberg) nicht gerade gut Kirschen essen. Und der ist ausgerechnet auch noch der Hausmeister des Gebäudes, in dem er lebt.

Da Otto bereits mit mehreren Monatsmieten in der Kreide steht, zwingt Rettich ihn, sämtliche Arbeiten für ihn zu erledigen. Dabei trifft er auf den ebenfalls im Haus lebenden Tierpsychologen Professor Edelsen (Friedrich Schoenfelder). Der muss an einer auswärtigen Konferenz teilnehmen und bittet Otto, auf seine suizidale Katze aufzupassen.

Otto nutzt die Gunst der Stunde und zieht einfach in Edelsens Wohnung ein. Bald darauf lernt er die attraktive Gaby (Ute Sander) kennen. Um ihr zu imponieren, schlüpft er in die Rolle des Actionstars Amboss (Georg Blumensaat). Nicht nur, dass der Tolpatsch dabei von einer lebensbedrohlichen Situation in die nächste gerät. Er weckt auch noch Rachegedanken in der eifersüchtigen Anna …

Eine deutlich neuere Komödie aus deutschen Landen stellen wir euch mitsamt ihres Trailers im folgenden Artikel vor:

"Hangover" trifft "Lammbock" und "8 Mile": Trailer zur deutschen Kiffer-Komödie "Nichtsnutze"

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Das deutschsprachige Gegenwartskino ist oft deutlich besser als sein Ruf. Oliver Kube fallen aktuell u. a. "Everytime", "Rose", "Der Heimatlose" und "Vaterland" als Belege dafür ein.
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