Dieser Film mit Tom Hanks ist richtig gut und trotzdem kaum bekannt – jetzt könnt ihr ihn endlich (!) wieder im Heimkino nachholen
von Sidney Schering
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„Lola rennt“- und „Babylon Berlin“-Macher Tom Tykwer macht einen Ausflug ins Wohlfühlkino: „Ein Hologramm für den König“ ist ein oft vergessener Eintrag in Tykwers Vita sowie im Schaffen von Hauptdarsteller Tom Hanks.

2016 verabschiedete sich „Lola rennt“-Regisseur Tom Tykwer vorläufig vom Kino: Seine internationale Komödie „Ein Hologramm für den König“ war seine vorerst letzte Leinwand-Regiearbeit, bevor er sich vollauf in das ambitionierte, gefeierte Serienprojekt „Babylon Berlin“ stürzte.

Vergangenes Jahr fand Tykwer mit „Das Licht“ zwar ins Kino zurück, in der Zwischenzeit geriet aber sein vorheriger Film in Vergessenheit – dabei fand er damals Anklang. Unter anderem gewann er einen Deutschen Filmpreis, wurde in zwei weiteren Kategorien nominiert und holte sich starke vier Sterne in der FILMSTARTS-Kritik!

Falls ihr noch einen letzten Anstoß benötigt, um der mit Tom Hanks besetzten Komödie eine (neue) Chance zu geben: Diese Woche hat „Ein Hologramm für den König“ eine Blu-ray-Neuauflage im deutschen Heimkino erhalten.

Darum geht es in "Ein Hologramm für den König"

Der Manager Alan Clay (Tom Hanks) hat sich in eine Misere gelenkt. Jetzt blickt er schwer verschuldet auf eine ruinierte Ehe und braucht dringend einen gut dotierten Auftrag. Da kommt ihm eine Anfrage des IT-Giganten Reliant gerade recht: Die Firma heuert ihn an, um dem saudischen König ein hochmodernes, holographisches Kommunikationssystem zu verkaufen.

Doch kaum in Saudi-Arabien angekommen, stellt Alan fest, dass der Regent nicht zu fassen ist. Also wird er immer wieder vom Fahrer Yousef (Alexander Black) in die Wüste und zurück kutschiert, macht Bekanntschaft mit der dänischen Geschäftsfrau Hanne (Sidse Babett Knudsen) sowie der Ärztin Zahra (Sarita Choudhury), und stürzt sich in Grübeleien...

Ein Hologramm für den König
Ein Hologramm für den König
Starttermin 28. April 2016 | 1 Std. 38 Min.
Von Tom Tykwer
Mit Tom Hanks, Sarita Choudhury, Alexander Black
Pressekritiken
3,1
User-Wertung
3,1
Filmstarts
4,0

Die von Tykwer inszenierte und verfasste Filmkomödie über Globalisierung, Lebenskrise, Sinnsuche und Rückbesinnung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dave Eggers*. Tykwers Adaption ist dabei romantischer geraten als ihre Vorlage, was durchaus auf Kritik stieß. So urteilte Carsten Baumgardt in der FILMSTARTS-Besprechung des Films:

„Sarita Choudhury […] repräsentiert nicht nur die moderne arabische Frau, sondern ist als Tom Hanks‘ neue Liebe auch der Schlüssel zur Erkenntnis auf seinem Selbstfindungstrip. Der damit verbundene Schlenker ins Romantische, der hier größeren Raum einnimmt als in Dave Eggers‘ Roman, wirkt trotz der guten Schauspieler allerdings doch etwas zu stark idealisiert.“ Dessen ungeachtet lobt Baumgardt den Film als „einen vergnüglichen und doch ernsthaften Blick auf die Kapriolen der Globalisierung.“

Daran trägt Tom Hanks' locker-komödiantisches und zugleich seriöses Charakterspiel wesentlichen Anteil, da es dem „Forrest Gump“-Mimen gelingt, seine Rolle mit einer glaubhaften, Empathie weckenden Traurigkeit anzulegen und ihr dennoch lakonischen Jedermann-Humor zu verleihen. Für eine visuelle Veredelung des Ganzen sorgen Tykwer und sein Stammkameramann Frank Griebe durch äußerst stimmungsvolle Impressionen der Wüstenschauplätze – wobei Marokko und Ägypten als Drehort für den Handlungsort Saudi-Arabien eingesprungen sind.

Und wenn ihr eine weitere Zusammenarbeit zwischen Hanks und Tykwer sehen möchtet, ruft der folgende Heimkino-Tipp nach euch:

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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