Eine Truppe, die zusammengewürfelter nicht sein könnte, ein knallharter Kommandant und schließlich ein Auftrag, der kaum zu überleben ist – das sind die Grundzutaten einiger der ganz großen Kriegsfilm-Klassiker, allen voran Robert Aldrichs „Das dreckige Dutzend“ von 1967.
Nur ein Jahr später schickte Andrew V. McLaglen („Der Weg nach Westen“) in „Die Teufelsbrigade“ ebenfalls einen ziemlich wilden Haufen ins Gefecht – und die Parallelen zu Aldrichs Vorläufer sind nicht zu übersehen: Wieder müssen aus Außenseitern Soldaten werden, wieder sorgen harte Ausbildung, Rivalitäten und Testosteron für Konflikte, ehe die Männer zu einer beinahe unmöglichen Mission aufbrechen..
Diese basiert dabei auf der realen Geschichte der First Special Service Force, einer kanadisch-amerikanischen Spezialeinheit, die im Zweiten Weltkrieg legendär wurde und aufgrund ihrer Guerilla-Taktik und schwarzbemalten Gesichter den Beinamen „Black Devils“ erhielt. „Die Teufelsbrigade“, stark besetzt mit William Holden ( „Die Brücke am Kwai“) und Cliff Robertson („Charly“), bekommt ihr heute Abend um 20.15 Uhr auf TELE 5 zu sehen. Alternativ findet ihr „Die Teufelsbrigade" im MGM+-Channel von Amazon Prime Video:
"Die Teufelsbrigade": Enemies To Comrades
Der unerfahrene Lieutenant Colonel Robert T. Frederick (William Holden) erhält mitten im Zweiten Weltkrieg den denkbar undankbaren Auftrag, eine Spezialeinheit aufzubauen. Das Problem: Die Hälfte seiner Rekruten besteht aus kriminellen US-Strafgefangenen und Rüpeln – während die andere Hälfte aus disziplinierten kanadischen Soldaten besteht.
Entsprechend wenig begeistert sind die Truppen zunächst voneinander. Es wird provoziert, gestritten und geprügelt, während Frederick mit allen Mitteln versucht, aus den Männern eine schlagkräftige Einheit zu formen – was ihm letzten Endes gelingt.
Schließlich wird die Brigade nach Italien geschickt, wo die Männer das Gelernte unter Beweis stellen müssen. Ihr Auftrag: die Eroberung des von den Deutschen besetzten Monte La Difensa – einer Bergstellung, die bislang als uneinnehmbar galt…
Kriegsfilm-Kult mit reichlich Testosteron
„Die Teufelsbrigade“ macht, was Kriegsfilme der 60er- und 70er-Jahre halt so machen: Hier werden Konflikte mit den Fäusten ausgetragen, Männer durch Drill zusammengeschweißt und militärische Erfolge mit reichlich Pathos gefeiert. Für die moralischen Grauzonen des Krieges interessiert sich McLaglen dabei deutlich weniger als für die Frage, wie aus einem wilden Haufen eine kampfstarke Einheit wird.
Die Figuren gehen kaum über ihre Rollen hinaus, Männlichkeit bleibt auf den Holzschnitt des harten Kerls oder Außenseiters reduziert und der Gegner nicht mehr als Futter für die Kanonen. „Die Teufelsbrigade“ ist kein differenzierter Blick auf den Zweiten Weltkrieg oder auf Männlichkeit, dafür aber ein handfestes Stück Genre-Nostalgie.
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