Fantasy-Kultregisseur will ein fast 30 Jahre altes Tabu brechen – und zum düstersten Kapitel seines eigenen Lebens zurückkehren
von Annemarie Havran
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Vor rund 30 Jahren sah sich Guillermo del Toro nach der Entführung seines Vaters genötigt, Mexiko zu verlassen – und hat seitdem nie wieder in seiner Heimat gedreht. Jetzt will er für einen Film, der auf diesem düsteren Kapitel basiert, zurückkehren.

Warner Bros.

„Frankenstein“-Regisseur Guillermo del Toro plant offenbar eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, und das in gleich mehrfacher Weise. Und eine davon ist nicht gerade ungefährlich. Wie der Filmemacher im Interview mit der L.A. Times erklärte, schwebe ihm vor, eine Kidnapping-Geschichte zu drehen – und die dürfte von dem wohl düstersten Kapitel seines eigenen Lebens inspiriert sein: der dramatischen Entführung seines eigenen Vaters in den 1990er Jahren, bei der niemand Geringeres als „Avatar“-Regisseur James Cameron (!) als rettender Engel in Erscheinung trat.

Das alleine klingt schon nach einer Geschichte, wie sie sich nur das Leben ausdenken kann. Doch nicht nur möchte sich del Toro offenbar mit dieser sehr persönlichen Geschichte auseinandersetzen, er scheint dafür sogar ein großes Risiko eingehen zu wollen: Denn seit der Entführung seines Vaters 1998 in Mexiko hatte del Toro seiner Heimat den Rücken gekehrt, um sich und seine Familie zu schützen. Ein für große öffentliche Aufmerksamkeit sorgender Filmdreh in Mexiko war seit diesen Tagen für Guillermo del Toro Tabu, obwohl er immer wieder sein Bedauern darüber ausdrückte.

Dreh in Mexiko, 20 Jahre nach "Pan's Labyrinth" auch wieder auf Spanisch

Ausgerechnet seinen wohl persönlichsten Film will er laut der L.A. Times nun aber in Mexiko drehen – und das auch noch auf Spanisch, womit del Toro mit einer weiteren seiner Wurzeln in Berührung kommen würde: Seit dem Fantasy-Kultfilm „Pan’s Labyrinth“ (siehe Newsbild) aus dem Jahr 2006 hat der Regisseur nicht mehr in seiner Muttersprache gedreht.

Im Interview stellte del Toro sein Projekt als einen Film vor, der aus drei Perspektiven erzählt wird, wobei er offenbar noch eine Überraschung für das Publikum parat hat: „Ich habe eine Idee, die ich sehr gerne verfilmen würde, und es soll ein Drama werden. Ich will keinen Fantasy-Film daraus machen. Ich habe da eine große Geschichte, die ich eines Tages drehen möchte. Es ist eine Entführung aus drei verschiedenen Blickwinkeln: des Opfers, der Leute, die das Lösegeld abholen, und noch einer weiteren Komponente, die ich nicht verraten werde.“

Dient die Entführung von Guillermo del Toros Vater als realer Hintergrund?

Im Artikel verwies die L.A. Times an dieser Stelle auf die berühmte Entführung von del Toros Vater im Jahr 1998 in Guadalajara. Und auch wenn es del Toro nicht direkt ausgesprochen hat, liegt die Vermutung nahe, dass hier die Inspiration für seine Filmidee liegt, die er explizit als Drama bezeichnet und bestimmt nicht zufällig gerne in Mexiko drehen möchte. Wichtig ist jedoch hervorzuheben: Bislang spricht del Toro nur von einer Idee – ob er sein Projekt realisieren wird und wie genau die Details aussehen, bleibt abzuwarten.

Und wenn ihr euch jetzt fragt, was denn nun James Cameron mit der ganzen Angelegenheit zu schaffen hatte: Er war der Mann, der Guillermo del Toro damals die eine Million Dollar Lösegeld zur Verfügung stellte, damit Federico del Toro freikommen konnte – was 72 Tage nach dessen Entführung glücklicherweise auch gelang. Ihr wollt die ganze Geschichte in aller Ausführlichkeit erfahren? In diesem Artikel verraten wir sie euch:

Unfassbare Geschichte: So hat James Cameron den Vater von Guillermo del Toro vor Entführern gerettet!

Annemarie Havran
Annemarie Havran
-Mitglied der Chefredaktion
Film- und Serien-Fan mit Leib und Seele. Immer, wenn im Kinosaal das Licht ausgeht oder der Vorspann einer starken Serie beginnt, kommt die Gänsehaut.
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