Anfang der 2000er-Jahre zählte Josh Hartnett zu den populärsten Jungstars Hollywoods. Durch Filme wie „Pearl Harbor“, „40 Tage und 40 Nächte“ oder „Black Hawk Down“ war der in Minnesota geborene Schauspieler omnipräsent. Doch Mitte des Jahrzehnts zog sich Hartnett zunehmend aus dem Rampenlicht zurück und schlug zahlreiche lukrative Rollenangebote aus. Nach eigenen Angaben konnte er schlecht mit dem Druck umgehen, der mit seinem plötzlichen Ruhm einherging, zudem hatte er Angst davor, in eine Schublade gesteckt zu werden.
Erst seit einigen Jahren übernimmt der heute 48-Jährige wieder größere Engagements – und ist aktuell so gefragt wie lange nicht mehr: Im Kino kann man Hartnett derzeit an der Seite von Dakota Johnson und Anne Hathaway in der Bestseller-Verfilmung „Verity - Dunkle Geheimnisse“ sehen, und auf Netflix feiert er mit der Seemonster-Miniserie „Below“ Erfolge.
Josh Hartnett gab Christopher Nolan einen Korb – und bereute seine Entscheidung bitter!
Auch in Christopher Nolans XXL-Biopic „Oppenheimer“ (2023) war Hartnett bekanntlich mit von der Partie – hier spielte er den US-amerikanischen Atomphysiker und Nobelpreisträger Ernest Lawrence. Nur wenige wissen allerdings, was es wohl für Hartnett bedeutet haben muss, unter der Regie des „Die Odyssee“-Masterminds vor der Kamera zu stehen. Denn vor rund 20 Jahren hatte er die Chance, in gleich zwei Werken des Star-Regisseurs mitzuspielen – und verlor, zumindest glaubt er das selbst, durch eigenes Verschulden am Ende beide. Das hat der „Trap“-Darsteller in einem Interview mit dem Playboy enthüllt (via The Guardian):
„Ich habe definitiv zu einigen der falschen Leute Nein gesagt“, so Hartnett bedauernd. „Niemand bekommt gerne eine Absage. Meine Lektion habe ich gelernt, als ich mit Christopher Nolan über Batman gesprochen habe. Ich entschied, dass das nichts für mich sei. Danach wollte er mich nicht für ‚Prestige - Die Meister der Magie‘ besetzen. Da wurde mir klar, dass während der Dreharbeiten zu diesem ersten Batman-Film Beziehungen entstanden waren und dass ich Teil dieser Zusammenarbeit mit Nolan hätte sein sollen – einem Typen, den ich unglaublich cool und sehr talentiert fand.“
Josh Hartnetts damalige Freundin spielte in "Prestige" mit
Hartnett bemühte sich um den Part des Zauberkünstlers Alfred Borden in „Prestige“ – doch diese Rolle ging letztlich an Christian Bale, der zuvor bereits in Nolans „Batman Begins“ die Titelrolle übernommen hatte.
„Ich war so sehr darauf fixiert, nicht auf einen bestimmten Rollentyp festgelegt zu werden, und hatte solche Angst davor, als Schauspieler nur auf eine einzige Sache reduziert zu werden“, erklärte sich Hartnett. „Dabei hätte ich mir einfach sagen sollen: ‚Na gut, dann streng dich eben mehr an, Mann!‘ Zu sehen, wie Christian Bale anschließend so viele Dinge gemacht hat, war einfach großartig. Ich meine, er hat es geschafft, diese Festlegung auf einen bestimmten Rollentyp zu überwinden. Warum konnte ich das damals nicht erkennen?“
Eine zusätzliche Ironie der Geschichte: Hartnetts damalige Partnerin ergatterte im Gegensatz zu ihm eine Rolle in „Prestige“ – Scarlett Johansson, die er bei den Dreharbeiten zu Brian De Palmas Neo-Noir „Die schwarze Dahlie“ kennengelernt hatte! Aber die Zeit konnte er natürlich nicht mehr zurückdrehen. Umso mehr darf man sich für Hartnett freuen, dass es für ihn (nicht nur) in Sachen Christopher Nolan rund zwei Jahrzehnte später doch noch ein Happy End gab!
2003 drehte Hartnett übrigens mit Hollywood-Legende Harrison Ford – der dem einstigen Newcomer das Leben ziemlich schwer machte. Die ganze Geschichte lest ihr im nachfolgenden Artikel:
"Der Fluch meiner Existenz": Harrison Ford und ein "Oppenheimer"-Star zofften sich beim Dreh eines Action-Flops