Morgan Freeman zählt zu den populärsten und profiliertesten Schauspieler Hollywoods. Der 89-Jährige veredelte Klassiker wie „Erbarmungslos“, „Die Verurteilten“, „Sieben“ oder „The Dark Knight“ mit seinem sanften Charisma und wurde insgesamt fünf Mal für den Oscar nominiert. Für seine Nebenrolle in Clint Eastwoods Sportdrama „Million Dollar Baby“ (2004) durfte er sich die begehrte Trophäe ins Regal stellen.
Seinen Durchbruch feierte er allerdings erst 1989 – im für Hollywood-Verhältnisse ungewöhnlich späten Alter von 52 Jahren! Dabei hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits seit 25 Jahren vor der Kamera gestanden und war noch länger auf Theaterbühnen unterwegs.
Bei dem Film, der ihn schlagartig weltbekannt machte, handelt es sich natürlich um die Tragikomödie „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ – die Freeman übrigens trotzdem für einen „Fehler“ hält, wie wir bereits in einem anderen Artikel berichtet hatten. Deutlich höher in seiner Gunst steht ein anderes Werk, das zwar ein wenig in Vergessenheit geraten ist, für die Karriere des „Bruce allmächtig“-Stars aber nicht weniger wichtig war: das Krimidrama „Glitzernder Asphalt“ (1987).
Das ist "Glitzernder Asphalt"
Der von Jerry Schatzberg („Asphalt-Blüten“) inszenierte Film dreht sich um den ehrgeizigen Journalisten Jonathan Fisher (Christopher „Superman“ Reeve), der für eine Reportage über das New Yorker Rotlichtmilieu recherchiert. Weil er dabei kaum brauchbare Informationen auftreiben kann, denkt er sich kurzerhand die Geschichte eines Zuhälters aus. Doch als sein Artikel zum Sensationserfolg wird, gerät er ins Visier des skrupellosen Gangsters Fast Black (Freeman), der sich in der erfundenen Figur wiedererkennt...
In einem Interview mit CBS danach gefragt, welche Rolle er für seine beste halte, musste Freeman nicht lange überlegen: „Meine Lieblingsrolle war diejenige, die mich gewissermaßen vorangebracht und meiner Filmkarriere den entscheidenden Anstoß gegeben hat“, so der „Outbreak“-Mime. „Es war ein Film namens ‚Glitzernder Asphalt‘, in dem ich einen Zuhälter gespielt habe.“
„Street Smart“, so der englische Originaltitel, floppte zwar an den Kinokassen – dafür wurde Freeman von der Fachpresse mit Lob geradezu überschüttet. Die renommierte Filmkritikerin Pauline Kael stellte sogar die Frage in den Raum, ob Freeman möglicherweise der größte amerikanische Schauspieler seiner Zeit sei.
Seine Leistung brachte ihm sogar seine erste Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller ein, wobei er letztlich gegen Sean Connery („The Untouchables“) den Kürzeren zog. Falls ihr nun übrigens neugierig auf „Glitzernder Asphalt“ geworden seid: Leider ist der Film zurzeit bei keinem deutschen Streamingdienst erhältlich, und eine DVD erschien zuletzt im Jahr 2001 – diese ist natürlich längst vergriffen.
Wenn ihr übrigens wissen wollt, welchen starbesetzten Film Freeman am liebsten aus seiner Karriere streichen würde, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:
"Ein Albtraum": Wenn er könnte, würde Morgan Freeman diesen Film mit Bruce Willis und Tom Hanks gerne ausradieren