"Nein, wir mögen Will Smith nicht": Vor 30 Jahren hätte der Mega-Star beinahe nicht in diesem Sci-Fi-Hit mitgespielt, der in Deutschland 9,2 Millionen Zuschauer hatte
von Michael Bendix
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1996 gelang Will Smith der endgültige Durchbruch als Leinwand-Star – dank dem Alien-Spektakel „Independence Day“. Doch Regisseur Roland Emmerich musste hart dafür kämpfen, dass der spätere Oscar-Preisträger die Rolle bekommt.

1996 eroberten Hits wie „Twister“, „Mission: Impossible“ oder „The Rock“ die Leinwand – doch an einem Film gab es einfach kein Vorbei: „Independence Day“! Mit einem Einspielergebnis von rund 817 Millionen US-Dollar landete die von Roland Emmerich inszenierte Alien-Zerstörungsorgie mit deutlichem Abstand auf Platz 1 der weltweiten Kino-Jahrescharts, allein in Deutschland strömten 9,2 Millionen Zuschauer*innen in die Lichtspielhäuser.

Diesem Erfolg ging eine breit ausgerollte Werbekampagne voran, die „Independence Day“ als globales Großereignis in Stellung brachte – wer allein das ikonische Plakat gesehen hatte, in dem ein gigantisches Raumschiff das Weiße Haus zerstört, musste einfach mit eigenen Augen sehen, was genau dahintersteckt!

Independence Day
Independence Day
Starttermin 19. September 1996 | 2 Std. 25 Min.
Von Roland Emmerich
Mit Will Smith, Bill Pullman, Jeff Goldblum
Pressekritiken
3,8
User-Wertung
3,9
Filmstarts
3,5
Auf Disney+ streamen

Im Mittelpunkt stehen bekanntlich der Kampfpilot Steven Hiller (Will Smith) und der Computerexperte David Levinson (Jeff Goldblum), die gemeinsam mit US-Präsident Thomas Whitmore (Bill Pullman) versuchen, die Erde vor einer außerirdischen Invasion zu retten. Während Goldblum so drei Jahre nach „Jurassic Park“ in einem weiteren bahnbrechenden Mega-Blockbuster zu sehen war, wurde Will Smith endgültig zum internationalen Star. Dabei wollte das Studio ursprünglich überhaupt nichts von dem späteren Oscar-Preisträger („King Richard“) wissen!

Das erzählte Roland Emmerich in einem Interview mit The Hollywood Reporter: „Ethan Hawke stand ebenfalls auf unserer Liste, aber damals hielt ich ihn für zu jung. Es war ziemlich offensichtlich, dass es Will Smith und Jeff Goldblum sein mussten. Das war das Duo, das wir uns vorgestellt hatten. Doch das Studio sagte: ‚Nein, wir mögen Will Smith nicht. Er hat sich noch nicht bewiesen. Er funktioniert auf den internationalen Märkten nicht.‘“

Auch Rassismus spielte eine Rolle

Will Smith hatte seine Karriere mit der Kult-Sitcom „Der Prinz von Bel-Air“ begonnen und 1995 mit der Actionkomödie „Bad Boys“ an der Seite von Martin Lawrence seinen ersten großen Kinoerfolg gelandet. Trotzdem traute ihm die Produktionsfirma offenbar nicht zu, ein millionenschweres Sci-Fi-Spektakel zu tragen. Dass dabei auch rassistische Beweggründe eine Rolle spielten, enthüllte Drehbuchautor Dean Devlin, der das Skript gemeinsam mit Emmerich verfasst hatte, ebenfalls gegenüber dem Hollywood Reporter:

„Sie sagten uns: ‚Wenn ihr einen schwarzen Schauspieler für diese Rolle besetzt, werdet ihr die Einnahmen im Ausland ruinieren‘“, so Devlin. „Unser Gegenargument lautete: ‚In dem Film geht es um Außerirdische. Er wird auch im Ausland erfolgreich sein.‘ Es war ein gewaltiger Kampf, und Roland setzte sich wirklich für Will Smith ein. Am Ende haben wir diesen Kampf gewonnen.“

Das bestätigte Emmerich auch in einem Gespräch mit unserer Schwesternseite AlloCiné: „Wir mussten wirklich kämpfen“, erinnerte sich der „Moonfall“-Macher. „Und irgendwann gefiel mir das sogar, denn wenn man von seiner Besetzungsentscheidung überzeugt ist, muss man dafür kämpfen. Ich habe im Laufe meiner Karriere übrigens mehrfach darum gekämpft, meine Entscheidungen durchzusetzen. Meistens sind die Studios anderer Meinung als man selbst, sie haben immer andere Vorstellungen. Aber das zeigt auch, dass man als Regisseur Mut haben und sich behaupten muss.“

Schaut man sich allein die Zahlen zu „Independence Day“ an, kann man ziemlich sicher sagen, dass sich Emmerichs Einsatz in diesem Fall vollends gelohnt hat. 2016 – also 20 Jahre nach dem Original – brachte der Regisseur dann eine Fortsetzung heraus, die allerdings weder finanziell noch qualitativ mit ihrem Vorgänger mithalten konnte. Während Jeff Goldblum seine Rolle aus dem ersten Teil wieder aufnahm, war Will Smith nicht mehr dabei.

Der bereits erwähnte Ethan Hawke wurde übrigens tatsächlich das Angebot unterbreitet, in „Independence Day“ mitzuspielen – doch er lehnte ab, was er später öffentlich bereute. Seine Gründe, dem Projekt die kalte Schulter zu zeigen, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Das ist völlig bescheuert": Ethan Hawke bereut bis heute, dass er einen der größten Blockbuster der Kinogeschichte abgelehnt hat

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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