Er ist einer der am heißesten erwarteten Blockbuster des kommenden Jahres und die große Hoffnung von „Narnia“-Fans rund um den Globus auf eine würdige Verfilmung: Greta Gerwigs „Das Wunder von Narnia“ kommt am 11. Februar 2027 ins Kino, bevor die Netflix-Produktion dann später beim Streamingdienst verfügbar sein wird. „Barbie“-Regisseurin Gerwig verfilmt damit den titelgebenden Prequel-Band der „Die Chroniken von Narnia“-Reihe von C. S. Lewis. Weitere Adaptionen sollen folgen.
Der erste Trailer zu „Das Wunder von Narnia“ verspricht ein bildgewaltiges und extrem buntes Fantasy-Punkrock-Epos – bei der Autorin dieses Artikels kam er gut an, während sich in den YouTube-Kommentaren unter dem Video doch aber auch Skepsis breitmacht. Viele fühlen sich an den trashigen Space-Opera-Vibe von Taika Waititis „Thor 3: Tag der Entscheidung“ erinnert – und meinen das offenbar nicht als Kompliment. Und die Besorgnis, ob Gerwigs Vision den Kult-Roman gelungen auf die Leinwand bringt, scheint sich auch unter den Netflix-Verantwortlichen auszuweiten.
Mehrere Berichte über Probleme bei "Das Wunder von Narnia"
Das legen zumindest Insider-Berichte nahe. Der gut vernetzte Branchen-Kenner Jeff Sneider schreibt so in seinem Newsletter The InSneider, es gebe Unstimmigkeiten zwischen dem Netflix-Spielfilm-Chef Dan Lin und Greta Gerwig über das 280 Millionen US-Dollar teure „Narnia“-Epos – und dies sei noch eines der harmloseren Dinge, die er aus dem Produktionsumfeld gehört hat.
Von einer seiner Quellen habe Sneider so vernommen, dass einige Personen bei Netflix den Film als „furchtbar“ und „ein echtes Problem“ bezeichnen würden. Eine zweite Quelle habe ihm berichtet, sie habe eine Testvorführung von „Das Wunder von Narnia“ im Sommer gesehen, und verglich den Film mit Ava DuVernays „Das Zeiträtsel“ von 2018, der Disney angeblich einen 100-Millionen-Dollar-Verlust bescherte. Nach dem Screening sei die Stimmung im Raum „im Keller gewesen“, lautet der Bericht. Nach dieser Testvorführung im Sommer 2026 seien Nachdrehs anberaumt worden.
Ein "Narnia"-Film mit zu wenig Narnia?
Auch über einen strukturellen Aspekt der Filmhandlung seien Bedenken geäußert worden. So erreichen die Hauptfiguren Narnia wohl erst im dritten Akt des Films, was man für einen Film, der „Narnia“ heißt, merkwürdig fände. Hier folgt Gerwig aber tatsächlich einfach nur der Vorlage, in der Löwe Aslan erst etwa nach der Hälfte der Geschichte das Land Narnia in die Existenz singt.
Jeff Sneider berichtet außerdem, dass Greta Gerwig sich im Schnittraum Unterstützung geholt haben soll. Ein erfahrener Cutter oder Regisseur, möglicherweise sogar beides, soll im Stillen dabei geholfen haben, den Film in Form zu bringen. Das allein ist aber kein Argument gegen die Qualität eines Films, kann dem Ergebnis ja sogar eher zugutekommen. So wurde es zum Beispiel bei „Barbie“ auch als schlechtes Zeichen gedeutet, dass sich beim Schnitt später noch Pam Abdy und Mike De Luca einschalteten – und am Ende spielte die Satire mehr als 1,4 Milliarden Dollar ein.
Frühe Testvorführungen sind ein Indiz - aber danach kann noch viel passieren
Die besorgniserregenden Berichte von den Testvorführungen im Sommer will übrigens auch die Seite World Of Reel gehört haben, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass damals eine frühe Schnittfassung gezeigt wurde, bei der die Computereffekte noch nicht fertig waren. Die Sorge der Netflix-Verantwortlichen beziehe sich also teilweise auf diese Fassung – was wir im Ende dann im Kino zu sehen bekommen werden, kann sich davon deutlich unterscheiden. Dennoch nehme man auch bei World Of Reel wahr, dass „Narnia“ in der Branche als „problematisch“ beschrieben wird.
Ob die Sorge berechtigt ist oder die Gerüchteküche hier einfach hochkocht, davon können wir uns am 11. Februar 2027 selbst ein Bild machen, wenn „Das Wunder von Narnia“ ins Kino kommt. Auf der Leinwand sind dann neben Daniel Craig, Emma Mackey und Carey Mulligan auch die Kinder-Stars David McKenna und Beatrice Campbell zu sehen.
Auch ein anderer Fantasy-Bestseller soll demnächst eine Neuverfilmung erfahren. Um welchen es sich handelt, erfahrt ihr in diesem Artikel:
6 Jahre nach dem Film-Reinfall: Fantasy-Bestseller wird neu verfilmt – wird dieses Mal alles besser?