Ich muss zugeben, mir geht es ähnlich wie meinem Autorenkollegen und FILMSTARTS-Redakteur Michael Bendix. Er schreibt, ihm würde das Herz bluten, wenn er sieht, welcher Film nach Ansicht des deutschen Publikums auf Rang 1 der „Besten Filme mit Robert Redford“ steht. Ein Mini-Auftritt in einem Marvel-Blockbuster rangiert in euren Augen also über absoluten Meisterwerken der Kinogeschichte wie „Die Unbestechlichen“, „Zwei Banditen - Butch Cassidy And The Sundance Kid“, „Die drei Tage des Condor“ und „Der Clou“, in denen der im September 2025 im Alter von 89 Jahren verstorbene Kalifornier Hauptrollen spielte? Das macht mich irgendwie traurig.
Aber noch ist Zeit, diesen „Missstand“ geradezurücken. Und damit können wir alle zusammen heute beginnen. Denn die fantastisch aussehende, wunderbar stimmungsvolle und noch unterhaltsamere Gaunerkomödie „Der Clou“ steht nur um ein paar mickrige Nachkommastellen distanziert auf Platz 2 des Redford-Rankings. Wenn also genügend Filmfans unter uns den Streifen hier bei FILMSTARTS (laut den offiziellen Zahlen von IVW für das Jahr 2024 die reichweitenstärkste deutschsprachige Seite zum Thema Filme und Serien) mit einer hohen Note bewerten, lässt sich da nämlich etwas machen.
Natürlich soll niemand den Film einfach nur hochwerten, ohne ihn gesehen zu haben. Das wäre unfair. Aber falls ihr noch nicht wisst, was ihr heute Abend streamen sollt, schaut doch „Der Clou“ mit Robert Redford und Paul Newman („Der Unbeugsame“), einer weiteren Hollywood-Legende. Es lohnt sich wirklich, wie unsere 5 von 5 Sternen vergebende FILMSTARTS-Kritik attestiert.
„Der Clou“ können alle Abonnent*innen aktuell bequem im Flatrate-Programm von Netflix sehen. Allerdings nur noch bis zum Ende des 20. Oktober 2026. Dann fliegt der Film dort raus.
Alternativ steht der FSK-12-Titel derzeit übrigens im Flatrate-Abobei Joyn+* zum Streamen bereit. Zudem ist er für ein paar Euro aber auch bei zahlreichen weiteren Anbietern als (4K-)Blu-ray und DVD* oder als Video-on-Demand zu haben:
7 Oscars für "Der Clou"
Ich habe „Der Clou“ (Originaltitel: „The Sting“) erstmals als Kind im Fernsehen geschaut. Obwohl es schon die 1980er waren, hatten wir damals noch ein Schwarzweißgerät. Trotzdem hat mich der Film von George Roy Hill („Schlappschuss“) so begeistert, dass ich ihn auch später immer wieder eingeschaltet habe, wenn er gerade lief – was erfreulicherweise recht häufig passierte. Zudem hatte ich das Glück, ihn als Teenager auch noch zwei Mal in einem Hamburger Programmkino auf großer Leinwand zu erleben.
Das Gespann Redford/Newman hat einfach eine so sympathische Chemie miteinander, dass wir ihm als Publikum sofort vergeben, dass es sich mit Gaunereien durchs Leben hangelt. Die beiden sind so großartig zusammen, dass man gar nicht anders kann, als mit ihnen mitzufiebern und ihnen die Daumen zu drücken. Es ist sehr schade, dass die Superstars nur diesen Film sowie den ebenso exzellenten und auch von Hill inszenierten Action-Western „Zwei Banditen - Butch Cassidy And The Sundance Kid“ zusammen drehen konnten.
Als ich „Der Clou“ zum ersten Mal sah, hatte ich keine Ahnung, dass der Film sieben Oscars (u. a. bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, bester Schnitt und bester Score) gewonnen hatte. Ich wusste damals ja nicht einmal, was diese Academy-Awards überhaupt waren. Trotzdem erkannte ich ganz schnell seine Großartigkeit: Der Streifen zog mich umgehend in seine Handlung und sein Szenario hinein, und ich begann beinahe sofort, mich mit den Protagonisten zu identifizieren beziehungsweise zu hoffen, dass sie mit ihrem Plan Erfolg haben würden.
Es ist absolut erstaunlich, aber genau das funktioniert selbst beim x-ten Anschauen noch immer. Falls ihr „Der Clou“ noch nie gesehen habt, tut euch den Gefallen und gebt ihm eine Chance. Und falls ihr ihn schon kennt, guckt doch einfach mal wieder rein. Ich wette, ihr bleibt in beiden Fällen bis zum Abspann dran. Und vergesst dann bitte nicht, eure Wertung für den Film hier auf FILMSTARTS abzugeben!
"Der Clou": Das ist die Story
1936: Der Kleinkriminelle Johnny Hooker (Robert Redford) und sein Mentor Luther Coleman (Robert Earl Jones aus „Der einzige Zeuge“) schlagen sich mit viel List und jeder Menge Charme mittels Taschendiebstählen und Trickbetrügereien in Chicago durch. Als sie dann aber eines Tages Geld klauen, das dem brutalen Gangsterboss Doyle Lonnegan (Robert Shaw, „Der weiße Hai“) gehört, lässt dieser Coleman eiskalt ermorden.
Um seinen Freund zu rächen und Lonnegan dort zu treffen, wo es ihm am meisten wehtut, nämlich an der Brieftasche, tut sich Johnny mit dem Vollblutgauner Henry Gondorff (Paul Newman) zusammen. Gemeinsam tüftelt das Duo einen brillanten Plan aus, bei dem es Lonnegans nicht wenige persönlichen Schwächen ausnutzen und gegen ihn verwenden will. Doch wird der waghalsige Coup wirklich gelingen?
Ihr habt danach Lust, einen deutlich neueren, unverdienterweise aber fast schon vergessenen Film mit Robert Redford zu schauen? Dann erfahrt ihr im folgenden Artikel, um welchen es sich dreht:
Vor 19 Jahren kam ein packender Kriegsthriller mit gleich 3 (!) Hollywood-Ikonen in die Kinos - doch heute spricht kaum noch jemand über den Film!Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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