2019 war „Parasite“ die erste nicht englischsprachige Produktion, die mit dem Oscar für den Besten Film ausgezeichnet wurde. Seitdem war beinahe jedes Jahr ein Film in einer anderen Sprache für die Königskategorie bei den Academy Awards nominiert – darunter zuletzt „Im Westen nichts Neues“, „The Zone Of Interest“, „Emilia Pérez“ und „Sentimental Value“.
Für die kommende, am 14. März 2027 in Los Angeles abgehaltene Oscarverleihung wird seit Wochen verstärkt das spanische Drama „La Bola Negra“ als heißester Anwärter auf die begehrteste Statue des globalen Filmgeschäfts ins Spiel gebracht. Dies wurde zuletzt noch einmal kräftig untermauert. Denn das Werk des Regie-Duos Javier Calvo und Javier Ambrossi („Holy Camp!“) hat einen wichtigen Preis gewonnen, der traditionell wie kein anderer als Vorbote für die Oscars gilt: den People's Choice Award beim renommierten Toronto International Film Festival (TIFF).
Der Sieg beim TIFF garantiert freilich noch keinen Oscar. Die Bilanz des Preises ist allerdings mehr als beeindruckend. Seit 2012 erhielt mit einer einzigen Ausnahme („The Life Of Chuck“) wirklich jeder Gewinner des Awards mindestens eine Nominierung als Bester Film bei den Oscars. Sollte „La Bola Negra“ letztlich tatsächlich triumphieren, wäre er der erste von Netflix produzierte Streifen, dem diese Ehre zuteilwird – ein Ziel, das die Netflix-Bosse seit vielen Jahren verfolgen. Bevor „La Bola Negra“ beim Streaming-Service mit dem roten N debütiert, kommt das Epos noch weltweit in die Kinos. In Spanien ist es bereits Ende September 2026 landesweit angelaufen. Die USA und Kanada werden am 16. Oktober folgen.
In den deutschen Kinos startet „La Bola Negra“ am 19. November 2026. Wann der Film hierzulande ins Netflix-Programm kommt, ist bisher noch nicht klar. In den USA liegen allerdings 47 Tage zwischen Kino- und Streaming-Start. US-Abonnent*innen können „La Bola Negra“ also ab dem 2. Dezember daheim schauen.
In den Hauptrollen erwarten euch Singer-Songwriter Guitarricadelafuente mit seinem ersten Auftritt in einem Kinofilm, Miguel Bernardeau („Élite“), Carlos González („Jedes Mal, wenn wir uns verliebten“), Milo Quifes, Lola Dueñas („Bird Box: Barcelona“) und Natalia de Molina („Mit eiserner Hand“). In essenziellen Nebenparts sind zudem die Weltstars Glenn Close („Eine verhängnisvolle Affäre“) und Penélope Cruz aus „Vanilla Sky“ dabei. Habt ihr letztere im Trailer mit Uniform und blonder Perücke erkannt?
Wir haben „La Bola Negra“ bereits im Rahmen seiner Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes sehen und für euch besprechen können. Das Fazit der mit den Worten „Pure epische Wucht!“ übertitelten, starke 4 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik lautet: „‚La Bola Negra‘ ist ein wahrhaft episches, manchmal etwas überfrachtetes, aber tief bewegendes queeres Geschichts-Melodram.“
Das sind die in "La Bola Negra" miteinander verwobenen Storys
1932 will der junge Carlos (Milo Quifes) einem elitären Geheimbund beitreten. Mittels weißer und schwarzer Kugeln erfolgt die anonyme Abstimmung der Mitglieder über seine Aufnahme. Obwohl er aus gutem Hause stammt und die Männer seiner Familie bislang immer aufgenommen wurden, werden zu viele schwarze Kugeln abgegeben – schließlich gibt es Gerüchte über Carlos’ angebliche Homosexualität.
1937 stehen der naive Sebastián (Guitarricadelafuente) und der Rest der Bürger seiner Ortschaft auf dem Dorfplatz. Sie wollen die sich nähernde italienische Armee willkommen heißen. Doch die vermeintlichen faschistischen Heilsbringer antworten dem Begrüßungskomitee mit Maschinengewehren und Granaten. Allein Sebastián überlebt das Massaker, schließt sich aber dennoch den lokalen Faschisten an. Seine Aufgabe ist es, den republikanischen Gefangenen Rafael (Miguel Bernardeau) zu bewachen und ihm Informationen zu entlocken. Allerdings dauert es nicht lange, bis er sich in den schwer verwundeten Schauspieler und Fußballstar verliebt.
2017 versucht Alberto (Carlos González), seine Verzweiflung mittels oft sehr harter One-Night-Stands mit anderen Männern zu betäuben. Nebenbei forscht der als Theaterautor gescheiterte Historiker nach queeren Spuren in der Musik und der Kultur der 1920er. Eines Tages erreicht ihn die Nachricht, dass sein ihm unbekannter Großvater verstorben ist und er einer der Erben sei. Obwohl seine Mutter (Lola Dueñas) vehement Einspruch einlegt, macht Alberto sich auf den Weg …
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Einen anderen heißen Oscarkandidaten können wir ebenfalls schon im November auf Leinwänden erleben. Im folgenden Artikel stellen wir euch „I Play Rocky“ näher vor:
Der neue "Rocky"-Film und Sylvester Stallones Nachfolger sind auf einmal heiße Kandidaten für die Oscars 2027 – das steckt dahinter