Besser als "Der Pate" und "Die Verurteilten": Das ist nun laut Fans der beste Film aller Zeiten – in Deutschland ist er noch gar nicht gestartet
von Stefan Geisler
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Über die Frage nach dem besten Film aller Zeiten streiten sich die Geister. Glaubt man den Wertungen der Nutzer*innen von Letterboxd, gibt es jetzt eine neue Nummer 1: Die ungewöhnliche Dokumentation „You Can See Everything“.

„Komm und sieh“, „Die zwölf Geschworenen“ oder „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“: Auf die Frage nach dem besten Film aller Zeiten gibt es eine schier unglaubliche Zahl an Antwortmöglichkeiten. Wer eine starke Meinung zum Thema Film hat, teilt diese gern auf Plattformen wie der IMDb, bei FILMSTARTS oder unserer Schwesterseite Moviepilot mit anderen Nutzer*innen. Besonders beliebt bei vielen Filmliebhaber*innen ist inzwischen die Webseite Letterboxd. Hier können Cinephile Filmtagebuch führen, das Gesehene bewerten und mit Gleichgesinnten in den Austausch treten. Die Plattform hat sich im Laufe der Jahre zu einem weltweiten Phänomen entwickelt – inzwischen zählt sie über 30 Millionen Nutzer*innen.

Natürlich gibt es bei Letterboxd auch regelmäßig Auswertungen über den besten Film aller Zeiten. Und seit diesem Wochenende gibt es auf der Plattform einen neuen Spitzenreiter, der sich aus dem Stegreif auf Platz 1 katapultiert hat. Er zieht damit an Klassikern wie „Die sieben Samurai“ oder „Die Verurteilten“ vorbei und lässt selbst die bisherigen Top-Titel „Harakiri“ (bester Spielfilm) und „Stop Making Sense“ (beste Dokumentation) hinter sich.

Wie Letterboxd jetzt selber in den sozialen Medien mitteilte, handelt es sich dabei um die außergewöhnliche Meta-Dokumentation „You Can See Everything“, in der einer der größten Tech-Skandale der vergangenen Jahre beleuchtet wird. Den entsprechenden Post haben wir euch hier eingebunden:

Schon der erste Teaser-Trailer sorgte für Verwirrung

Die Dokumentation von Comedian und Filmemacher Nathan Fielder („The Rehearsal“) und Lance Oppenheim („Primetime“) behandelt dabei den merkwürdigen Fall von Elizabeth Holmes, die einst als Wunderkind des Silicon Valley galt. Sie gab vor, mit ihrem Unternehmen Theranos eine Methode entwickelt zu haben, um zahlreiche medizinische Untersuchungen anhand von nur wenigen Tropfen Blut durchführen zu können. So generierte sie nicht nur internationale Aufmerksamkeit, sondern bewegte auch zahlreiche Geldgeber dazu, teils gigantische Summen in ihr Vorhaben zu stecken.

Zeitweise stieg sie sogar zur jüngsten Selfmade-Milliardärin der USA auf. Doch natürlich hat die Geschichte einen Haken, denn Holmes' vermeintlich revolutionäres System funktionierte gar nicht wie versprochen. 2023 wurde sie schließlich wegen Betrugs verurteilt und trat im selben Jahr ihre Haftstrafe an. An eben jenem Punkt setzt „You Can See Everything“ an. Die Angeklagte ließ Fielder und Oppenheim Teil ihres Lebens werden und hoffte anscheinend, so ihre öffentliche Wahrnehmung zu ihren Gunsten beeinflussen zu können.

Schon der erste Teaser-Trailer sorgte weltweit für Aufsehen: In diesem sitzt Elizabeth Holmes dem Regisseur Nathan Fielder gegenüber und beteuert mit groß aufgerissenen Augen und ohne zu blinzeln, dass sie die Wahrheit sage. Die Szene ist dabei wahnsinnig verstörend – und könnte problemlos auch aus einem Psychothriller oder einem Horrorfilm stammen.

In den USA und Kanada ist „You Can See Everything“ am gestrigen 16. Oktober 2026 gestartet. Bei Letterboxd haben die Doku inzwischen schon fast 76.000 Nutzer*innen bewertet – und ihr so zu einem phänomenalen Start-Score von 4,7 von 5 möglichen Punkten verholfen. Nach und nach werden jetzt mehr Wertungen eintrudeln und es muss sich erst noch zeigen, ob der Film seinen absoluten Spitzenscore auch auf lange Sicht halten kann. Wann der Film bei uns in den Kinos anlaufen wird, steht aktuell noch nicht fest.

Falls ihr euch noch den langen Trailer zu „You Can See Everything“ anschauen wollt, werdet ihr hier fündig:

Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan liebt Film. Er vermisst die wöchentlichen Besuche in der Videothek, denn das ziellose Umherirren in den Gängen hat ihm Seherfahrungen wie "Donnie Darko" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" beschert.
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