Anthony Hopkins und Al Pacino zählen zweifellos zu den größten lebenden Hollywood-Legenden überhaupt. Hopkins hat zwei Oscars im Regal stehen (für „Das Schweigen der Lämmer“ und „The Father“), Al Pacino einen (für „Der Duft der Frauen“), und beide haben ikonische Rollen verkörpert, mit denen sie Kinogeschichte geschrieben haben – Hopkins etwa den kultivierten Kannibalen Hannibal Lecter, den er in insgesamt drei Filmen verkörperte, Pacino die Gangster Tony Montana („Scarface“) und Michael Corleone (die drei „Der Pate“-Epen).
Wenn ein Film mit diesen beiden charismatischen Schauspiel-Schwergewichten in tragenden Rollen erscheint, könnte man also meinen, dass er automatisch auf reges Interesse stößt. Aber Pustekuchen!
Als 2016 der Thriller „Ruf der Macht - Im Sumpf der Korruption“ erschien, kümmerte das so gut wie niemanden. Das belegen die Zahlen der ersten Woche deutlich: So spielte der Film an seinem Eröffnungswochenende in Großbritannien gerade einmal 97 Pfund ein – umgerechnet etwa 141 Dollar. Insgesamt brachte er es auf ein Einspielergebnis von rund 2,1 Millionen Dollar (bei einem Budget von 11 Millionen!), das er hauptsächlich in Südkorea und Italien erwirtschaftete. In den USA und Deutschland beispielsweise kam er gar nicht erst auf die Leinwand.
Doch worum geht es eigentlich in „Misconduct“, so der englische Originaltitel der ersten und einzigen Regiearbeit des Produzenten Shintaro Shimosawa? Im Mittelpunkt steht der ehrgeizige Anwalt Ben Cahill (Josh Duhamel), der die Chance seines Lebens wittert: Seine Ex-Freundin Emily (Malin Åkerman) beschafft ihm brisante Unterlagen über gefälschte Medikamentenstudien, die den mächtigen Pharmaboss Arthur Denning (Anthony Hopkins) direkt mit tödlichen Nebenwirkungen in Verbindung bringen. Bestärkt von Kanzleichef Charles Abrams (Al Pacino) reicht Ben eine Milliardenklage ein. Doch dann wird Emily tot aufgefunden – und Ben gerät unter Mordverdacht...
Hört sich spannend an – doch tatsächlich wurde „Ruf der Macht“ von der Fachpresse fast einhellig in der Luft zerrissen. Davon zeugen etwa miserable sieben (!) Prozent an überwiegend positiven Rezensionen auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes. Bemängelt wurden vor allem das konfuse und klischeebeladene Drehbuch, die lustlosen Auftritte zweier offensichtlich unterforderter Altstars sowie die billige Optik. Die Gründe, dem Film nach zehn Jahren noch mal eine Chance zu geben, halten sich also in Grenzen!
Vier Jahre später wurde übrigens auch ein starbesetzter Historienfilm zum absoluten Desaster. Hier lest ihr mehr dazu:
Dieser starbesetzte Historienfilm spielte nur 450.000 (!) Dollar ein – erreichte aber trotzdem Platz 1 der Kinocharts!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.