In der frankofonen Welt ist Alexis Laipsker ein sehr populärer Thrillerautor. Sämtliche der bisher sieben Romane (der neueste, „Le cercle de Kern“, erschien im September 2026) des Parisers avancierten in unseren Nachbarländern Frankreich und Belgien zu Bestsellern. Erstaunlicherweise ist bisher aber noch keiner davon in deutscher Übersetzung zu haben. Vielleicht ändert sich dieser Umstand ja endlich, wenn die TV-Ausstrahlung der Verfilmung seines Mystery-Reißers „Der Seelenfänger“ gute Quoten erreicht?
Das ZDF zeigt „Der Seelenfänger“ am heutigen 2. November 2026 als Free-TV-Premiere. Dank der späten Sendezeit um 22.15 Uhr dürfen die teilweise ganz schön heftigen Bilder des FSK-16-Titels ungeschnitten gezeigt werden. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 3. auf den 4. November um 1.30 Uhr. Falls euch beide Termine zu spät sind, gibt es Alternativen. Einerseits können alle Abonnent*innen den Streifen derzeit ohne Zusatzkosten im Flatrate-Programm von Amazon Prime Video streamen. Zudem ist er für ein paar Euro als (4K-)Blu-ray, DVD oder Video-on-Demand zu haben:
Was erwartet euch hier?
Die Inszenierung von „Der Seelenfänger“ übernahmen Alexandre Bustillo und Julien Maury, die bis dato vor allem mit dem knüppelharten Slasher „Inside“ und ihrem eigenwilligen „Texas Chainsaw Massacre“-Prequel „Leatherface“ reüssieren konnten. Erstmals liefern die zwei hier keinen lupenreinen Horrorfilm ab. Zwar wird mit den Konventionen des Genres geflirtet und streckenweise dann auch wirklich hantiert. Letztlich ist „Der Seelenfänger“ jedoch ein Krimi – allerdings einer, der das Publikum lange Zeit im Dunkeln lässt, ob dabei vielleicht auch übernatürliche Geschehnisse eine Rolle spielen.
In Bezug auf die schon im oben zu sehenden Trailer spürbare, düstere Atmosphäre scheint man sich dabei am global populären Nordic-Noir-Sujet à la Henning Mankell und Stieg Larsson orientiert zu haben. Was fast durchgehend erstklassig funktioniert. Kein Wunder also, dass die Pressereaktionen auf „Der Seelenfänger“ größtenteils positiv bis begeistert ausfielen. Rotten Tomatoes, die wohl wichtigste Sammelseite für professionelle Filmkritiken, verzeichnet einen Quotienten von 80 Prozent wohlwollender Rezensionen (Stand 25. Oktober 2026).
Solltet ihr also einschalten, wenn ihr am Genre interessiert seid? Der Verfasser dieses Artikels sagt: „Ja!“ Erstens ist die Story für das Genre relativ originell. Zudem ist die von Bustillo und Maury mit Hilfe ihres Chef-Kameramanns Simon Roca („Kandisha - Der Fluch“), „High Tension“-Cutters Baxter und des Score-Komponisten Raphael Gesqua („Among The Living“) erzeugte Stimmung wirklich beeindruckend schwermütig. Speziell im hinteren Teil wird dann auch wahrlich nicht mit schockierenden Momenten gespart. Hier erkennt man am ehesten die Horrorwurzeln der Macher. Und doch sind es die Dinge, die wir nicht sehen oder die nur angedeutet werden, die wahrlich verstören.
Während das Übernatürliche im Hintergrund immer mitschwingt, ist „Der Seelenfänger“ im Ganzen eher ein Thriller im Neo-Noir-Stil. Die Twists haben ein psychologisches und moralisches Gewicht, das sie nicht bloß für Spannung sorgen lässt, sondern auch inhaltlich befriedigend macht. Aufmerksame Zuschauer*innen können im Laufe der Handlung immer wieder kleine Andeutungen und versteckte Hinweise entdecken, die am Ende Raum für alternative Deutungen des Geschehenen lassen.
Bei all dem spielt der prominente Cast durchweg überzeugend – speziell das Duo Virginie Ledoyen („The Beach“) und Paul Hamy („Mein Ein, mein Alles“). Aber auch Sandrine Bonnaire („Die Frau des Leuchtturmwärters“), Francis Renaud („Überdosis“), Malik Zidi („Wenn der Herbst naht“) und „Oh la la - Wer ahnt denn sowas?“-Star Chloé Coulloud machen gewohnt gute Jobs.
Capelight Pictures
"Der Seelenfänger": Das ist die Story
In Rouquenoir, einem Dorf in den Vogesen, wird ein älteres Ehepaar tot in seinem Haus aufgefunden – offenbar grausam ermordet. Erstaunlicherweise sind an den Leichen keinerlei Anzeichen von Gegenwehr festzustellen. Die örtliche Polizei ist mit einem solchen Fall komplett überfordert, weshalb Hauptkommissarin Elisabeth Guardiano (Virginie Ledoyen) aus der nächstgelegenen Großstadt angefordert wird.
Fast zeitgleich mit ihr trifft auch Franck de Rolan (Paul Hamy) von der Bundespolizei dort ein, um das ungeklärte Verschwinden mehrerer Kinder aus der Umgebung zu untersuchen. Schnell beginnen die beiden Cops, gemeinsam zu ermitteln. Die Anwohner verhalten sich dabei allerdings nicht allzu hilfreich, sondern geradezu abweisend. Da kommt es zu einem weiteren mysteriösen Todesfall in einem Sägewerk. Im Zuge ihrer Befragungen hören Guardiano und de Rolan erstmals von dem lokalen Mythos des Seelenfängers …
Um einen auf andere Art faszinierenden Fall geht es in dem mit unter anderem Leonie Benesch und Tom Schilling hochkarätig besetzten deutschen Film „Zoma“. Im folgenden Artikel stellen wir euch den im Februar 2027 in die Kinos kommenden Justizthriller mitsamt seinem Trailer vor:
Eine KI steht wegen eines Todesfalls vor Gericht – und dann passiert das Unfassbare: Trailer zum Thriller "Zoma"*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf oder beim Abschluss eines Abos über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.