Wie unter anderem das US-Branchenmagazin The Hollywood Reporter berichtet, ist Walter Koenig tot. Der Schauspieler, der vor allem durch seine Rolle als Pavel Chekov in der legendären Science-Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“ bekannt wurde, starb im Alter von 90 Jahren. Auch sein langjähriger Weggefährte und „Star Trek“-Kollege George Takei bestätigte die traurige Nachricht auf Facebook, wo er von seinem guten Freund und Trauzeugen Abschied nahm.
Koenig gehörte neben Takei und Captain-Kirk-Darsteller William Shatner zu den letzten drei noch lebenden Mitgliedern der Brückencrew der „Star Trek“-Originalserie. Mit seiner Darstellung des jungen russischen Navigators Pavel Chekov schrieb er Fernsehgeschichte und wurde zu einem festen Bestandteil eines der größten Science-Fiction-Franchises aller Zeiten.
So schrieb Walter Koenig als Chekov "Star Trek"-Geschichte
Dabei gehörte Koenig ursprünglich gar nicht zur Besetzung von „Raumschiff Enterprise“. Erst 1967, zur zweiten Staffel der 1966 gestarteten Serie, stieß er zur Crew. Seine Figur Pavel Chekov sollte einerseits ein jüngeres Publikum ansprechen. Dafür verpasste man dem Schauspieler sogar eine Frisur, die an Davy Jones von der damals enorm populären Band The Monkees erinnerte. Der Plan ging voll auf. Mit seinem markanten russischen Akzent und feinen Humor entwickelte sich Chekov schnell zum Publikumsliebling.
Paramount
Andererseits steckte hinter seiner Verpflichtung auch eine politische Botschaft. Schließlich befanden sich die USA und die Sowjetunion damals mitten im Kalten Krieg. Dass auf der Brücke eines amerikanischen Raumschiffs ganz selbstverständlich auch ein Russe seinen Platz hatte, war Ausdruck der optimistischen Zukunftsvision von „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry. Dieser wollte damit zeigen, dass die Menschheit eines Tages ihre Konflikte und nationalen Gegensätze überwinden und gemeinsam die Sterne erkunden werde.
Koenig verkörperte seine Rolle nicht nur in der Serie, sondern natürlich auch in den Kinofilmen mit der ursprünglichen Enterprise-Crew von „Star Trek: Der Film“ bis „Star Trek VI: Das unentdeckte Land“ sowie später noch einmal in „Star Trek: Treffen der Generationen“. 2023 kehrte er sogar noch einmal überraschend zum legendären Sci-Fi-Universum zurück. In der dritten Staffel von „Star Trek: Picard“ lieh er Föderationspräsident Anton Chekov, dem Sohn seiner berühmten Figur, seine Stimme.
Auch mit "Babylon 5" feierte Walter Koenig Erfolge
Koenig, dessen litauisch-jüdische Eltern in die USA ausgewandert waren, stand schon vor „Star Trek“ für verschiedene Serien vor der Kamera. Doch es waren meist nur kleine Rollen, erst mit dem Sci-Fi-Franchise kam der große Durchbruch. Anschließend war es ihm wichtig, seine Karriere nicht nur auf die eine Marke zu beschränken. Er stand immer wieder auf Theaterbühnen, arbeitete als Drehbuchautor und übernahm zahlreiche weitere Rollen in Film und Fernsehen. Daneben veröffentlichte er auch mehrere Bücher, in denen es allerdings meist um „Star Trek“ ging.
Seine zweite große Rolle, mit der ihn viele Fans in Verbindung bringen, war aber in einer weiteren Science-Fiction-Serie. Mit der wiederkehrenden Rolle des skrupellosen Psi-Cops Alfred Bester in der Kultserie „Babylon 5“ durfte Koenig eine ganz andere Seite zeigen. In einem Interview mit der offiziellen „Star Trek“-Webseite erklärte er später sogar, dass Bester für ihn die spannendere und schauspielerisch anspruchsvollere Herausforderung gewesen sei. Die Figur habe ihm deutlich mehr Möglichkeiten geboten als seine weltberühmte Rolle als Chekov.