"Dieser Mann ist die nächste Generation": Kurz vor seinem Tod erklärte John Wayne einen 27 Jahre alten Schauspieler zur Zukunft des Kinos
von Michael Bendix
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John Wayne war zwar für seine Launen berüchtigt, zugleich hielt sich die Western-Ikone mit Lob über seine Kollegen selten zurück. Kurz vor seinem Tod erklärte er so einen damals 27 Jahre alten Schauspieler zur Zukunft des Kinos.

Universal Pictures / Warner Bros.

John Wayne ist der Inbegriff der Western-Ikone. Vor allem seine zahlreichen Zusammenarbeiten mit Meisterregisseur John Ford – von „Ringo“ über „Der schwarze Falke“ bis hin zu „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ – haben ihn unsterblich gemacht. Privat dagegen galt er als eher schwieriger Zeitgenosse. Wayne war berüchtigt für seine erzkonservativen bis strammrechten Ansichten, und es kursieren zahlreiche Geschichten über Konflikte am Set, für die er maßgeblich die Verantwortung trug – ein legendärer Regisseur bereute sogar öffentlich, den Schauspieler überhaupt besetzt zu haben, während ihm einer seiner Co-Stars gar einen Hang zum Sadismus vorwarf.

Ab und an hatte Wayne aber auch seine netten Momente. So äußerte er sich immer wieder positiv über einzelne Kolleg*innen. Wenige Wochen vor seinem Tod am 11. Juni 1979 begegnete der Oscar-Preisträger („Der Marshal“) beispielsweise einem damals 27 Jahre alten Schauspieler, der ihn zutiefst beeindruckte – die Rede ist von Christopher Reeve!

John Wayne hielt Christopher Reeve für die Zukunft

Dank seiner ikonischen Darstellung des Clark Kent bzw. Superman im gleichnamigen Comic-Blockbuster von 1978 war Reeve damals einer der Stars der Stunde. Und auch Wayne zeigte sich von der Ausstrahlung des gebürtigen New Yorkers angetan – der erklärte Patriot sah in ihm nicht weniger als die neue Verkörperung des amerikanischen Helden schlechthin. Am 9. April 1979 trafen die beiden im Rahmen der 51. Oscar-Verleihung zum ersten und einzigen Mal aufeinander.

Laut einem Artikel des Ability Magazine ließ es sich Wayne nicht nehmen, den Jungstar anzusprechen (via Collider). Anschließend soll er sich an Cary Grant („Der unsichtbare Dritte“) gewendet haben, den er ebenfalls bewunderte – und regelrecht über Reeve ins Schwärmen gekommen sein: „Dieser Mann ist die nächste Generation. Er übernimmt das Ruder.“

Christopher Reeve in seiner Paraderolle des DC-Helden Superman Warner Bros.
Christopher Reeve in seiner Paraderolle des DC-Helden Superman

Der Oscar-Abend geriet auch wegen Waynes Gesundheitszustand in die Schlagzeilen, denn der zu diesem Zeitpunkt 72-Jährige hatte nicht nur unlängst eine Lungenkrebserkrankung überstanden, sondern auch eine Magenkrebs-Diagnose erhalten, der er nur zwei Monate später erliegen sollte. Dennoch betrat er sichtbar abgemagert die Bühne, um den Oscar für den Besten Film zu überreichen – der in jenem Jahr an Michael Ciminos Vietnamkriegs-Meisterwerk „Die durch die Hölle gehen“ ging.

Reeve indes sollte dem DC-Superhelden noch in drei weiteren Filmen sein Gesicht leihen. Anschließend spielte er in Filmen wie „Was vom Tage übrig blieb“ oder „Das Dorf der Verdammten“ mit. 1995 veränderte ein schwerer Reitunfall sein Leben jedoch für immer: Reeve war vom Hals abwäts gelähmt und trat aus diesem Grund nur noch vereinzelt vor die Kamera – unter anderem für ein TV-Remake des Hitchcock-Klassikers „Das Fenster zum Hof“, das ihm unter anderem eine Golden-Globe-Nominierung einbrachte. Am 10. Oktober 2004 starb er im Alter von nur 52 Jahren an den Folgen einer Blutvergiftung.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, vor welcher Schauspiel-Ikone sich John Wayne regelrecht fürchtete, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

"Er hielt sich so weit wie möglich von ihr fern": Diese Schauspiel-Ikone hat John Wayne mächtig eingeschüchtert

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.

Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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