Es war eine der schönsten Oscar-Überraschungen – und das nicht nur, weil Takashi Yamazaki und sein Team an diesem Abend wohl mehr gute Laune verbreiteten als alle anderen Sieger*innen zusammen. Es tat auch einfach gut zu sehen, wie sich der Regisseur, Drehbuchautor und Effektspezialist mit einem minimalen Budget gegen die vermeintlich übermächtige Hollywood-Konkurrenz von „Guardians Of The Galaxy 3“, „Mission: Impossible 7“ oder „Napoleon“ durchsetzen konnte.
Zugleich markierte der Spezialeffekt-Oscar für „Godzilla Minus One“ (2023) den allerersten Academy Award in der 70-jährigen Geschichte des Godzilla-Franchises. Kein Wunder also, dass die Erwartungen an die Fortsetzung gewaltig waren – und zwar nicht nur in Japan, sondern eben auch in Deutschland, wo „Godzilla Minus Zero“ ab heute nicht nur in mehr als 350 (!) regulären Kinos, sondern vor allem auch in vielen Premium-Vorstellungen etwa in IMAX-Sälen zu sehen sein wird.
FILMSTARTS-Redakteur Stefan Geisler hat „Godzilla Minus Zero“ bereits gesehen – und fasst im Fazit seiner 4-Sterne-Kritik noch einmal zusammen: „Ein würdiger Nachfolger für den modernen Kulthit ‚Godzilla Minus One‘. Selbst wenn Godzilla dieses Mal eher zur Nebenfigur degradiert wird, bietet die Fortsetzung dank eines neuen Kaijus bildgewaltiges Kreaturen-Kino, in dem die menschlichen Schicksale und die Folgen der monströsen Zerstörung stets im Vordergrund stehen.“
Es geht sogar noch gewaltiger
Während Godzilla auch in Deutschland schon immer populär war, hätte vor zehn Jahren wohl kaum jemand damit gerechnet, dass auch Bollywood-Blockbuster inzwischen nicht mehr nur in einzelnen Nischen-Vorstellungen im Kino gezeigt werden, sondern ebenfalls die größten Säle des Landes füllen. Wobei der heute startende „Ramayana: Rise Of A Legend“ sowieso noch mal eine ganz andere Hausnummer ist – schließlich wird das zugrundeliegende indische Nationalepos nicht von ungefähr als „das größte Epos der Menschheit“ beschrieben.
Der drei Stunden und 15 Minuten lange Fantasy-Blockbuster ist dabei übrigens nur der erste Teil – der Abschluss „Ramayana: Part II“ wird dann voraussichtlich 2027 folgen. Zusammen sollen die beiden Teile 500 Millionen Dollar verschlungen haben – das wäre selbst für Hollywood-Blockbuster ein stolzes Budget, ist in der indischen Filmindustrie aber absolut unerhört.
Offenbar hat sich der massive Mitteleinsatz ausgezahlt – die US-Filmkritik, bei der die typischen Bollywood-CGI-Overkill-Produktionen es sonst oft schwer haben, ist jedenfalls schon mal überwiegend begeistert von der temporeichen Fantasy-Action (selbst wenn viele Autor*innen zugegeben haben, nicht alles verstanden zu haben, weil sich einfach dermaßen schnell so viele Figuren und Setpieces die Klinke in die Hand geben).
In Deutschland wurde „Ramayana: Rise Of A Legend“, von dem es – und das ist bei indischen Produktionen inzwischen eine echte Ausnahme – auch eine deutsche Synchronfassung gibt, leider vorab noch nicht gezeigt. Aber zumindest mein IMAX-Ticket für heute Abend ist bereits gebucht: