Anfang der 2000er-Jahre erlebten Mystery-Thriller, gerne auch mit übernatürlichen Elementen, ihre große Blütezeit. „Im Zeichen der Libelle“, „Die Mothman Prophezeiung“, „Schatten der Wahrheit“, „The Gift“, „Die Vergessenen“, „Das geheime Fenster“ und „Number 23“ sind nur einige Beispiele für Filme, die damals das Genre prägten. So populär diese Art von Kino auch gewesen sein mag, brachte sie doch gefühlt deutlich mehr Filme hervor, die inzwischen in Vergessenheit geraten, als solche, die nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind.
Ein ähnliches Schicksal ereilte auch „Der verbotene Schlüssel“. Dabei legte der Mystery-Thriller an den Kinokassen eine solide Performance hin, kann mit einer durchaus prominenten Besetzung aufwarten und wartet obendrein mit einer überraschenden Wendung auf, die eigentlich das Zeug dazu gehabt hätte, den Film noch lange zum Gesprächsthema zu machen. Ihr habt den Mystery-Thriller mit Kate Hudson bislang verpasst? Bei Amazon Prime Video könnt ihr ihn aktuell als VoD-Angebot zum Streamen leihen oder kaufen:
Darum geht's in "Der verbotene Schlüssel"
New Orleans, Louisiana: In der schwülwarmen, nebligen Atmosphäre der Sümpfe scheint die Zeit stillzustehen. Für die junge Krankenschwester Caroline (Kate Hudson) beginnt hier ein neuer Auftrag: In einer abgelegenen, heruntergekommenen Villa soll sie sich um den gelähmten Ben (John Hurt) kümmern, der dort gemeinsam mit seiner Frau Violet (Gena Rowlands) lebt. Doch schon bei ihrer Ankunft beschleicht Caroline das ungute Gefühl, dass mit dem alten Anwesen etwas nicht stimmt.
Als sie ein geheimnisvolles Zimmer auf dem Dachboden entdeckt und erstmals mit den düsteren Ritualen des Hoodoo-Kults in Berührung kommt, wächst ihr Misstrauen. Caroline beginnt, den rätselhaften Ereignissen und der Vergangenheit der Bewohner*innen auf den Grund zu gehen. Doch je tiefer sie in die Geheimnisse der Villa eindringt, desto stärker gerät sie in einen Strudel aus Angst, Täuschung und übernatürlichen Machenschaften ...
Ein Hoch auf den Süden
Dass „Der verbotene Schlüssel“ inzwischen ein wenig unter dem Radar fliegt, liegt nicht allein daran, dass er seinerzeit Teil einer regelrechten Flut ähnlich gelagerter Filme war. Tatsächlich erweist sich der Mystery-Thriller von Iain Softley („K-Pax“, „Tintenherz“) dramaturgisch als reichlich plump und grobschlächtig. Hinzu kommt eine durchaus klischeehafte, folkloritische Darstellung der Hoodoo-Kultur. Auch Kate Hudson macht als Hauptdarstellerin zwar einen soliden Job, lässt hier allerdings jene Intensität vermissen, die nötig wäre, um das Publikum wirklich in ihren Bann zu ziehen.
Dabei hat „Der verbotene Schlüssel“ durchaus auch unbestreitbare Stärken. Angesiedelt auf einer Plantage in Louisiana, umgeben von einem Labyrinth aus Flüssen, mächtigen Zypressen und schier endlosen Sumpfgebieten, führt der Film einmal mehr vor Augen, welch ganz eigene Atmosphäre der Süden der Vereinigten Staaten besitzt. Die Landschaft erweist sich als geradezu ideale Kulisse für schaurig-schwüles Genrekino, das mit seinen atmosphärischen Schauwerten zu überzeugen weiß.
Tatsächlich entwickelt „Der verbotene Schlüssel“ im letzten Drittel sogar eine überraschende erzählerische Ambivalenz. Natürlich soll an dieser Stelle nicht verraten werden, wie die Auflösung des Films aussieht. Fest steht allerdings, dass sie durchaus Stoff für Diskussionen bietet. So viel sei gesagt: Die historisch verbürgte Unterdrückung der Schwarzen im Süden der USA wird hier mit einem Motiv der Seelenwanderung verknüpft, das einige Überraschungen bereithält. Ob man darin letztlich eine geschickte genretypische Zuspitzung oder doch eher eine fragwürdige Ausbeutung historischer Traumata sehen möchte, darüber lässt sich trefflich streiten. Effektiv ist die Wendung aber allemal.
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